Fahnen auf Halbmast: Bischof Paul Hinder trauert um Scheich Khalifa
Er gehörte zu den reichsten und einflussreichsten Männern der Welt: der Emir von Abu Dhabi, Scheich Khalifa bin Zayid Al Nahyan. Am Freitag ist er im Alter von 73 Jahren gestorben. Bischof Paul Hinder kondoliert dem Emir von Dubai.
Raphael Rauch
«Ich bin zutiefst betrübt über das Ableben Seiner Hoheit Sheikh Khalifa bin Zayed Al Nahyan», schreibt der Bischof von Abu Dhabi, Paul Hinder, in einem Telegramm an den Emir von Dubai. Dieser ist Vize-Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate.
«Eine ausserordentlich weise und geachtete Führungspersönlichkeit»
«Möge die Seele in Frieden ruhen. Ich versichere Ihnen meine Gebete für das verstorbene Staatsoberhaupt und spreche Ihrer Hoheit, den Mitgliedern der regierenden Familie und dem Volk der Vereinigten Arabischen Emirate meine geistige Verbundenheit aus», schreibt Bischof Paul Hinder.
Laut dem Bischof von Abu Dhabi war der verstorbene Scheich eine grosse Führungspersönlichkeit: «Er hatte eine Vision für moderne, wohlhabende und friedliche Vereinigte Arabische Emirate. Der verstorbene Scheich war eine ausserordentlich weise und geachtete Führungspersönlichkeit, die das Erbe von Scheich Zayed weiterführte und dem Land half, sich zu einer wunderschönen modernen Nation zu entwickeln.»
Nach einem Schlaganfall übernahm «MBZ» die Amtsgeschäfte
Scheich Khalifa war der Sohn von Scheich Zayed, dem Gründungspräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate. Zusammen mit seinem Vater gehörte Scheich Khalifa zu den Männern, die die Wüste grün machten und mit Ölexporten zu enormem Reichtum gelangten.
Der nun verstorbene Scheich Khalifa wurde 1971 Premiermenister und 2004 Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate. 2014 erlitt er einen Schlaganfall, seither führte sein Halbbruder die Amtsgeschäfte, Kronprinz Scheich Muhammad bin Zayid Al Nahyan. Dieser ist in der westlichen Welt oft als «MBZ» bekannt und nicht unumstritten, etwa mit Blick auf die Rolle der Emiraten im Jemen und auf die Spannungen mit Katar. «MBZ» begleitete Papst Franziskus auch, als dieser 2019 die «Erklärung von Abu Dhabi» unterschrieb, die als Meilenstein in den katholisch-islamischen Beziehungen gilt.
Staatstrauer in den Emiraten
Die Regierung ordnete eine 40-tägige Staatstrauer an. Die Arbeit in allen Ministerien, öffentlichen Einrichtungen und im Privatsektor werden drei Tage ausgesetzt. «Wir werden in den Gottesdiensten im Fürbittgebet um die Seelenruhe des Verstorbenen beten», sagt Bischof Paul Hinder zu kath.ch. «Kulturelle Programme werden ausgesetzt. Gottesdienste werden nach Plan gefeiert. Die Fahnen in unseren Pfarreien und Schulen werden auf Halbmast gesetzt.»
Der Schweizer Kapuziner Paul Hinder (80) ist Bischof von Abu Dhabi. Papst Franziskus hat seinen Rücktritt angenommen, allerdings ist sein Nachfolger noch nicht installiert.
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