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Vatikan

Ethik-Leitfaden zu künstlicher Intelligenz

Der Vatikan will einen Ethik-Leitfaden zum Thema künstliche Intelligenz erarbeiten. Zu diesem Zweck veranstaltet die Päpstliche Akademie für das Leben ab Mittwoch einen hochkarätig besetzten Workshop mit Hunderten Experten und Unternehmern aus aller Welt.

Die Unterzeichnung des gemeinsamen Aufrufs, der nicht zuletzt die grossen Technologiekonzerne für eine ethische Selbstverpflichtung gewinnen soll, ist für Freitag geplant. Im Anschluss soll das Dokument mit dem Titel «Rome Call for AI Ethics» Papst Franziskus vorgelegt werden.

In der Lage, sich selbst zu zerstören

Heutzutage sei es möglich, mithilfe moderner Maschinen tief in das menschliche Leben einzugreifen, erläuterte Akademiepräsident Vincenzo Paglia am Dienstag die Motive für die Initiative. Das stelle auch die katholische Kirche vor neue Fragen und Herausforderungen, so der Kurienerzbischof. Digitale Innovationen berührten alle Aspekte des Lebens – auf persönlicher und sozialer Ebene. Diese «Zeitenwende» bringe auch Gefahren mit sich, warnte der Geistliche. «Die Menschheit ist in der Lage, sich selbst zu zerstören.» Darum halte er es für bedenklich, wenn der Einsatz künstlicher Intelligenz ausschliesslich von Konzernen, Sicherheitsorganen und Regierungen kontrolliert werde.

Ziel des Vatikan-Workshops sei es, «einen starken moralischen Impuls» für eine menschliche Gestaltung technischer Systeme zu setzen. Der geplante Aufruf sei kein offizieller Text der Akademie, sondern werde in prägnanter Form einige Zeilen für eine «Ethik der künstlichen Intelligenz» anbieten. Zu den Erstunterzeichnern werden am Freitag den Angaben zufolge auch Microsoft-Präsident Brad Smith und IBM-Vizepräsident John Kelly zählen.

Erst der Anfang

Während des Workshops sollen der japanische Stammzellforscher und Nobelpreisträger Shin’ya Yamanaka sowie der frühere italienische Bildungsminister Francesco Profumo die Hauptreferate halten.

Die Unterzeichnung des Ethik-Leitfadens sei nur der Anfang, kündigte Erzbischof Paglia an. In den nächsten Wochen und Monaten gehe es darum, weitere Organisationen, Unternehmen und Gruppen in die offene Initiative einzubinden. Gemeinsam wolle man der Gesellschaft eine mögliche Richtung für den künftigen Umgang mit künstlicher Intelligenz weisen. (kna)

Algorithmen | © pixabay.com CCO
25. Februar 2020 | 15:23
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