Der Priester Alexander Pasalidi spielt in Arlesheim den Bettler
Zum St. Martins-Spiel in Arlesheim sind am Donnerstagabend 250 Menschen gekommen. Es gab ein Novum: Pfarradministrator Alexander Pasalidi (49) spielte zum ersten Mal den frierenden Bettler, der von St. Martin die Hälfte des Mantels erhält. Er war wie ein richtiger Schauspieler geschminkt.
Wolfgang Holz
Das St. Martins-Spiel ist seit vielen Jahren eine Attraktion in der katholischen Pfarrgemeinde St. Odilia in Arlesheim. Auf dem Domplatz vor der grossen Kirche teilt der Heilige Martin, gespielt von Rafael Bäumler-Tavares de Oliveira, symbolisch seinen Mantel mit dem Bettler. «Solidarität ist sehr wichtig», findet der 34-jährige Brasilianer.
Auf seinem Schimmel
Der Reittherapeut und Eurhythmie-Tänzer spielt schon seit sechs Jahren diese Rolle. Auch in diesem Jahr war er hoch zu Ross auf seinem Schimmel am Donnerstagabend beim St. Martins-Spiel vor Ort.
«Ich finde es sehr berührend, wie die Kinder reagieren.»
Rafael Bäumler-Tavares de Oliveira, St. Martinsreiter
«Es ist immer wieder faszinierend, zu beobachten, wie die vielen Kinder reagieren, wenn ich mit dem Pferd angeritten komme und den Mantel mit dem Bettler teile», sagt Tavares. Denn obwohl die Kinder wüssten, dass es «nur ein Schauspiel» sei, zeigten sich viele sehr beeindruckt. Die Nächstenliebe und Solidarität des Heiligen Martins werde so für viele Kinder zum Vorbild: «Das finde ich sehr berührend.»
Pfarradministrator erstmals Bettler
Auch für Pfarradministrator Alexander Pasalidi war der Akt der Mantelteilung durch den Heiligen Martin ein spezielles Erlebnis. Der 49 Jahre alte Priester mit griechisch-italienischen Wurzeln spielte zum ersten Mal die Rolle des Bettlers. Er ist neuer Pfarradministrator in Arlesheim und soll am 23. November zum Pfarrer gewählt werden. Zuvor war er in Gstaad tätig.
Rolle plastisch und dramatisch gespielt
«Es war für mich eine grosse Ehre, den Bettler zu spielen», sagt Pasalidi zu kath.ch. Er habe versucht, die Rolle dramatisch und plastisch wiederzugeben. «Ich habe mich auch dafür extra geschminkt.»
Denn der Bettler würde ja nicht nur seine persönliche Not darstellen, sondern symbolisch die Not der ganzen Welt. «Egal, ob diese Not nun in Arlesheim oder in Rio de Janeiro existiert.»
«Der heilige Martin hat auf Gottes Wort gehört und uns stellvertretend gezeigt, wie man helfen kann und soll.»
Alexander Pasalidi, Pfarradministrator in der Rolle des Bettlers
Und im Namen Christi seien alle Menschen aufgerufen, Gutes zu tun und den Menschen zu helfen, sagt Pasalidi. «Der Heilige Martin hat auf Gottes Wort gehört und uns stellvertretend gezeigt, wie man helfen kann und soll.»
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