Vatikan

Ein Sonderkommissar für die Dombauhütte von Sankt Peter

Papst Franziskus hat einen Sonderkommissar für die Dombauhütte von Sankt Peter ernannt. Der italienische Erzbischof und Diplomat Mario Giordana soll die Vergabepraxis öffentlicher Aufträge klären und Umstrukturierungen veranlassen.

Bei dieser Aufgabe werde der Giordana von einer Kommission von Fachleuten unterstützt. Wie der Vatikan weiter mitteilte, wurden am Dienstagmorgen Akten und Computer zur näheren Prüfung aus den Büros der Dombauhütte zusammengestellt. Anlass sei ein Bericht des vatikanischen Generalrevisors. Details wurden nicht genannt.

Neue Transparenzregeln gegen Korruption

Die Ernennung des Sonderkommissars erfolgt den Angaben zufolge mit Blick auf die neuen Transparenzregeln für die Auftragsvergabe des Vatikan. Nach vier Jahren Arbeit war am Pfingstmontag ein entsprechendes Regelwerk vorgestellt worden, das am 1. Juli in Kraft treten soll. Der vom Papst erlassene Kodex orientiert sich an gängigen modernen Standards gegen Korruption.

Vergabe von Aufträgen vereinheitlichen

Mit dem aus rund 100 Artikeln bestehenden Gesetzestext wird der Modus von Auftragsvergaben für Kurie, Vatikanstaat und andere Einrichtungen des Heiligen Stuhls vereinheitlicht. Ziel ist die Schaffung von mehr Transparenz, einer effizienteren Verwaltung, und fairen Wettbewerbsbedingungen für Dienstleister und Auftragnehmer. Zudem sind erweiterte Kontrollmöglichkeiten vorgesehen.

Die Dombauhütte von Sankt Peter ist verantwortlich für sämtliche baulichen Aspekte der Basilika – und folglich auch für die Vergabe zahlreicher Aufträge. Sie ist organisatorisch der römischen Kurie angegliedert und wird von Kardinal Angelo Comastri geleitet. (cic)

Kuppel des Petersdoms. | © Vera Rüttimann
30. Juni 2020 | 13:37
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