Don Bosco Beromünster öffnet Tore für Ukraine-Flüchtlinge
Das ehemalige Don-Bosco-Studienheim in Beromünster nimmt 20 Geflüchtete aus der Ukraine auf. Heute werden die ersten Flüchtlinge ankommen. Pater Toni Rogger und der Geschäftsleiter der Don-Bosco-Jugendhilfe, Markus Burri, hoffen nun auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger.
Die Schweizer Hilfsorganisation «Don Bosco Jugendhilfe Weltweit» möchte ein «Zeichen der Mitmenschlichkeit» setzen und öffnet deswegen die Tore des ehemaligen Don-Bosco-Studienheims in Beromünster für 20 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, schreibt die Vereinigung in einer Mitteilung.
Pater Toni Rogger (74) von den Salesianern Don Boscos war selber Schüler und später Pädagoge im vor zehn Jahren stillgelegten Don-Bosco-Studienheim. Er wisse, dass die Räumlichkeiten mit den dazugehörigen Freizeitanlagen das geben, was die Geflüchteten aus der Ukraine gerade dringend brauchen: Geborgenheit, Ruhe, Schulküche, sanitäre Anlagen und Spielplätze im und um das Don Bosco-Haus.
Bitte um Mithilfe
«Wir freuen uns darüber, dass wir im Geiste unseres Ordensgründers Giovanni Bosco unser Haus dafür nützen können, vor dem Krieg geflüchteten Menschen Zuflucht und Lebensfreude zu schenken. Wir bitten gleichzeitig die Bürgerinnen und Bürger von Beromünster, unser Vorhaben mitzutragen und nach Möglichkeit persönlich zu unterstützen», lässt sich Pater Toni Rogger laut Mitteilung zitieren.
Mehr als Unterbringung und Verpflegung
Auch Markus Burri (56), Geschäftsleiter der «Don Bosco Jugendhilfe Weltweit», war selbst Internatsschüler des Studienheims und von 2012 bis 2014 für die Unterbringung sämtlicher Flüchtlinge und Asylsuchende im Kanton Luzern zuständig.
Dem Leiter ist bewusst, dass die Flüchtlingsbetreuung viele Aspekte zu berücksichtigen hat: «Es geht bei der menschwürdigen Aufnahme von Geflüchteten aus dem ukrainischen Kriegsgebiet keineswegs nur um die Erfüllung von menschlichen Grundbedürfnissen wie Unterbringung und Verpflegung.»
Erste Geflüchtete treffen in Beromünster ein
Es sei ihnen bewusst und wichtig, eine ganzheitliche Begleitung der vom Krieg traumatisierten Menschen auch im Sinne von seelischer und sozialtherapeutischer Unterstützung zu leisten. «Wir müssen sehen, dass aus der Ukraine geflüchtete Menschen innerhalb so kurzer Zeit aus ihrem bisherigen Leben gerissen wurden und mit grossen Traumata und Ängsten zu kämpfen haben», sagt Markus Burri.
«Heute Nachmittag werden die ersten Geflüchteten bei uns in Beromünster eintreffen», sagt Markus Burri gegenüber kath.ch. «Eine Mutter mit drei Kindern und eine Mutter mit einem Kind. Morgen wird eine weitere Gruppe dazustossen.»
Don-Bosco-Partner in der Ukraine
Parallel zu der neu eingerichteten Flüchtlingsunterkunft in Beromünster geht die Nothilfe in der Ukraine und den Grenzgebieten in Polen und der Slowakei unvermindert weiter: Don Bosco-Partner leisten ihr Möglichstes, um inmitten des Kriegsgeschehens in den vier Grossstädten Kiev, Lviv, Zytomer und Dnipro innerhalb ihrer umfunktionierten pädagogischen Einrichtungen Schutz und Hilfe für die Kriegsopfer zu leisten. Diese beinhaltet humanitäre Überlebenshilfe für die Geflüchteten in Form von Unterkunft, Ernährung und medizinische Unterstützung.
Waisenkinder werden in Sicherheit gebracht
Zudem werden Waisenkinder bei den Salesianern Don Boscos in die Slowakei in Sicherheit gebracht, wo sie vollumfänglich umsorgt werden, inklusive Schulbesuch. An den slowakischen und polnischen Grenzen wird weiterhin unermüdliche Hilfe für ankommende Flüchtlinge aus den ukrainischen Kriegsgebieten geleistet. Die Hilfsmassnahmen umfassen humanitäre Hilfe in Form von Obdach, Essen, medizinische Hilfe und psychosoziale Betreuung. (jas)
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