Werner De Schepper | © 2015 zVg
Schweiz
Werner De Schepper | © 2015 zVg

De Schepper hat genug: «Entlassung Spengler war hinterrücks und unchristlich»

Zürich, 8.2.15 (kath.ch) Aus Protest gegen das Vorgehen der Schweizer Bischofskonferenz gegenüber dem eigenen Informationsbeauftragten Simon Spengler haben zwei Vertreter der Medienkommission der Bischofskonferenz ihren Rücktritt angekündigt: Werner De Schepper, seit fast zwei Jahren Interimspräsident der Medienkommission der Schweizer Bischofskonferenz, und Kommunikationsexperte Othmar Bäriswyl. De Schepper begründet seinen Entscheid im Gespräch mit kath.ch.

Regula Pfeifer

Sie haben Ihren Rücktritt angekündigt, weshalb?

Weil die Bischofskonferenz den Sekretär der Medienkommission auf eine nicht-christliche Art entlassen hat. Und weil das hinterrücks geschah. Offenbar gab es Pläne für diesen Schritt. Wir von der Medienkommission wurden aber nicht informiert und sind jetzt mit den Tatsachen konfrontiert worden. Das bedeutet, es braucht mich nicht in dieser Kommission. Es ist erschütternd, was da passiert ist.

Was denn?

Es war ein Ränkeschmieden um der eigenen Macht willen. Der Bischofskonferenz täte es gut, die weihnächtliche Papst-Schelte an die vatikanische Kurie nachzulesen.

Befürchten Sie Auswirkungen?

Ich hoffe sehr, dass sich das nicht auf die Arbeit des neuen Katholischen Medienzentrums auswirkt, das sehr gut gestartet ist. Womöglich will nun aber die Bischofskonferenz nur noch eine Hochglanzkirche haben und schwenkt deshalb auf billige Public Relation und Marketing um. Das ist aber einer Landeskirche unwürdig. Und es würde sich rächen.

Inwiefern?

Viele Leute würden sich endgültig abwenden von der Kirche, wenn ihnen eine Hochglanzkirche vorgegaukelt würde. Denn in den Pfarreien sehen sie, was gut läuft und was schlecht. Das gilt besonders für die Mitarbeitenden in den Pfarreien.

Geht nun eine Ära der Offenheit in der Kommunikation der Kirche zu Ende?

Man hat es versucht. Weihbischof Peter Henrici fing damals damit an und Alt-Abt Martin Werlen führte es weiter. Doch bereits in den letzten Jahren merkten wir, dass nicht alle Bischöfe diese offene Kommunikation tatsächlich wünschten. Der aktuelle Medienbischof Alain de Raemy möchte eine «authentische, katholische Kommunikation» anstreben. Unklar ist, was damit gemeint ist. Vielleicht überrascht er uns noch.

Gilt Ihr Rücktritt per sofort?

Ich werde die Mitglieder informieren und die nächste Sitzung der Medienkommission am 25. Februar abhalten und mich dort verabschieden. Ich hoffe, dass Simon Spengler, der ja auch Sekretär der Medienkommission ist, dabei ist, damit wir auch ihn verabschieden können. (rp)

 

 

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