Martin Gadient | © Georges Scherrer
Schweiz
Martin Gadient | © Georges Scherrer

Europäisches Taizé-Treffen in Basel ist eine grosse Chance für Kirche Schweiz

Basel, 29.10.17 (kath.ch) Vor kurzem war Martin Gadient noch auf dem Jakobsweg unterwegs. Nun ist er unterwegs, um das internationale Endjahres-Treffen der «Taizé»-Gemeinschaft in Basel mitzuorganisieren. Der ehemalige Gemeindeleiter erklärt, wie es zu diesem Wegwechsel kam. Zum Basler Treffen werden Ende Jahr 15’000 junge Menschen erwartet.

Georges Scherrer

Martin Gadient wirkte als Gemeindeleiter in Menzingen-Neuheim im Kanton Zug. Letztes Jahr ging er in Pension. Das war für ihn der Anlass, den Jakobsweg nach dem spanischen Santiago di Compostela unter die Füsse zu nehmen.

«Unterwegs macht man sich schon einige Gedanken», meint der rüstige Rentner. «Ich habe mir gesagt: Etwas kannst du noch tun, statt einfach nur die Pensionierung zu geniessen.» Ihm kam in den Sinn, in Taizé nachzufragen, ob er der ökumenischen Gemeinschaft irgendwie helfen könne. Gadient landete mit der Anfrage einen Volltreffer.

Ihm wurde gesagt, dass das kommende europäische Endjahres-Treffen der Gemeinschaft in Basel stattfindet. «Weil ich Taizé von früher her gut kenne, habe ich mich zur Verfügung gestellt.» Taizé hat einen guten Fang gemacht. Martin Gadient kennt aus seiner Aktiv-Zeit als Seelsorger viele Menschen in der Kirche. Er gehörte zudem der Bundesleitung der «Jungen Gemeinde» an, welche ab den 1980er-Jahren das Ranfttreffen organisierte.

Jede Pfarrei tickt anders

Nun hat er ein Zimmer in einem Pfarrhaus in Basel bezogen, um besser im fünfzehnköpfigen Vorbereitungsteam aus Taizé integriert zu sein, das seit Anfang Oktober das Taizé-Treffen in der Rheinstadt organisiert.

Er pendelt von einer Kirchgemeinde zur nächsten und wirbt für die Anliegen des Treffens. In Basel werden Ende Jahr 15’000 Jugendliche aus ganz Europa erwartet. Diese müssen untergebracht werden. «Jede Situation, jede Pfarrei, jede evangelische Kirchgemeinde tickt anders», sagt Martin Gadient.

Die Jugendlichen werden auf einmal in diese spezielle Atmosphäre hineingezogen.

«Ich erkläre den Leuten, dass sich vor allem Ehrenamtliche in der Gemeinde für das Basler Treffen engagieren sollen.» Viele Pfarrer und Pfarreiteams gehen davon aus, sie müssten selber Hand anlegen. «Das geht aber nicht. Vielmehr sollen sie an die Leute gelangen und diese motivieren zu helfen.» Diese können dann gemeinsam mit den «Permanents«, die nach Basel kommen werden, die lokalen Treffen managen.

Die Tür öffnen und gewinnen

Für die Kirchgemeinden sei es «ein riesiger Gewinn», wenn sie sich für das ökumenische Treffen in Basel engagieren. «Aus ganz Europa kommen junge Menschen. Diese sind wie viele andere junge Menschen auf der Suche. Wenn man ihnen die Türe öffnet, ist diese eine wahnsinnige Bereicherung für die Kirchgemeinde.»

Das Familienleben wird bereichert.

Die Basler Vorbereitungsgruppe, der Gadient angehört, will, wenn möglich, alle Jugendlichen in Gastfamilien unterbringen. «So entstehen Kontakte. Das Familienleben wird bereichert.» Bereits in der aktuell laufenden Vorbereitungsphase komme es zu sehr vielen Begegnungen. «Das bevorstehende Taizé-Treffen ist nicht nur für die Regio Basel eine Riesenchance, sondern auch für die Kirche Schweiz allgemein.»

Martin Gadient ist überzeug, dass das Treffen Nachwirkung haben wird. Er erinnert sich an ein Treffen in München. Nach diesem entstanden dort sechzig «Taizé-Gebete», an denen junge Menschen regelmässig teilnahmen, «Gebete, die offen sind für alle». Er kennt Leute, die noch nach Jahren den Kontakt zu den Gastfamilien aufrechterhalten.

Eine gute Mischung

Die jungen Menschen kämen aber schon aus unterschiedlichen Gründen an diese Treffen. Sie begleiten ihre Freundin oder die Kollegen an den Anlass, weil es sich um ein grosses Fest handle. Der «einfache Rahmen», in welchem die Menschen zusammenkommen und wo sie viel beten, mag diese Neugierigen überraschen, die Stille und der Gesang sie zu Beginn erstaunen. Doch möglicherweise springe der «Funke von Taizé» auch auf diese über.

Die Rahmenbedingungen sind optimal, damit das Treffen in der Schweiz nachhallen wird.

«Ich glaube, die grossen Gebetstreffen und die kleineren in den Kirchgemeinden machen Eindruck. Die Jugendlichen werden auf einmal in diese spezielle Atmosphäre hineingezogen.» Nach rund zehn Endjahres-Treffen von Taizé, die Martin Gadient mitgemacht hat, meint er: «Ich habe erfahren, dass die jungen Menschen offener werden, sich mehr für andere Jugendliche und auf einmal auch für die Kirche interessieren.» Wenn man eine Kirche «mit jungen Leuten und älteren Menschen vom Dorf füllt, dann gibt das eine gute Mischung.»

Die Nachhaltigkeit werde durch die lange Vorbereitungszeit gefördert. Seit Anfang Oktober und bis Mitte Januar weilen drei Taizé-Brüder und zwölf Freiwillige aus ganz Europa in der Schweiz, um in Basel und Umgebung für den guten Ablauf des Treffens zu sorgen. «Die Rahmenbedingungen sind optimal, damit das Treffen in der Schweiz nachhallen wird.» Davon ist der sechzehnte Mann im Vorbereitungsteam überzeugt.

In den nächsten Tagen kommt kath.ch auf das anstehende ökumenische Grossereignis in Basel zurück.

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