Schweizer Bischofskonferenz zu Nachhaltigkeitsinitiative: «Christlicher Glaube ruft auf, Brücken zu bauen»
Die Schweizer Bischofskonferenz nimmt Stellung zur Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz (Nachhaltigkeitsinitiative)», über die am 14. Juni abgestimmt wird. Sie ruft dabei die zentralen Grundwerte der katholischen Soziallehre in Erinnerung und stellt klar, dass die Würde des Menschen unantastbar sei.
(woz) «Wenn Grundwerte des Zusammenlebens in der öffentlichen Debatte berührt sind, kommen Kriterien der katholischen Soziallehre zum Tragen, die der Gewissensbildung dienen», gibt die Schweizer Bischofskonferenz in einem Communiqué zur «Keine 10-Milllionen-Schweiz-Initiative» zu bedenken.
Papst Franziskus habe insbesondere in der Enzyklika «Fratelli tutti» dazu aufgerufen, gesellschaftliche Herausforderungen im Geist der Solidarität und der sozialen Freundschaft anzugehen und eine Kultur der Begegnung zu fördern.
«Unantastbare Würde jedes Menschen»
«Der Kern dieser grundsätzlichen Haltung ist die unantastbare Würde jedes Menschen. Politische und gesellschaftliche Entscheidungen sollen Menschen als Personen achten, besonders jene, die verletzlich sind, auf Schutz angewiesen sind oder leicht pauschal be- oder verurteilt werden», heisst es in der Mitteilung.
Zum Gemeinwohl gehören laut der SBK bezahlbarer Wohnraum, tragfähige Infrastrukturen, der Zugang zur Bildung, Gesundheitsversorgung, Sicherheit und soziale Kohäsion. Konkret bedeutet dies: «Lösungen zu den gesellschaftlichen Herausforderungen müssen wirksam, respektvoll, und verhältnismässig sein. Ebenso müssen ihre Nebenfolgen mitbedacht werden.»
«Solidarität verlangt fairen Umgang mit Menschen»
Die SBK kommt auch auf die gesellschaftliche Solidarität zu sprechen, indem sie für einen menschenwürdigen Umgang im gesellschaftlichen Zusammenleben plädiert. «Solidarität verlangt einen fairen und menschenwürdigen Umgang mit Menschen in schwierigen Lebenslagen sowie eine Debattenkultur, die Ängste ernst nimmt, ohne Ausgrenzung zu fördern beziehungsweise zu verursachen», so die SBK wörtlich.
«Das Evangelium spornt uns an, dafür auch die eigene Komfortzone zu verlassen.»
Ebenso sei der Schutz von Ehe und Familie ein hohes Gut; unnötige Trennungen von Familien widersprächen dem Geist sozialer Verantwortung. «Das Evangelium spornt uns an, dafür auch die eigene Komfortzone zu verlassen.»
In einer vernetzten Welt braucht es laut Ansicht der Schweizer Bischöfe Rechtsstaatlichkeit, Verlässlichkeit und eine verantwortliche internationale Zusammenarbeit. «Nachhaltigkeit umfasst gleichzeitig ökologische, soziale und wirtschaftliche Dimensionen und lässt sich nicht auf einen einzigen Massstab reduzieren.»
«Der christliche Glaube ruft dazu auf, Brücken zu bauen und die Hoffnung auf ein gerechtes und friedliches Zusammenleben zu stärken.»
Die Schweizer Bischofskonferenz ermutigt deshalb alle Personen, sich zu informieren, sorgfältig abzuwägen und in Respekt miteinander im Gespräch zu bleiben. «Der christliche Glaube ruft dazu auf, Brücken zu bauen und die Hoffnung auf ein gerechtes und friedliches Zusammenleben zu stärken.»
Eine explizite Abstimmungsbefürwortung oder -ablehnung der Nachhaltigkeitsinitiative formuliert die Schweizer Bischofskonferenz nicht.
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