Bundesrat Ignazio Cassis.
Schweiz

Bundesrat Cassis und Nuntius Krebs empfangen Appellanten in der Karwoche

Die Tessiner Appellanten für eine offene Bischofswahl haben ein erstes Ziel erreicht: Sie können ihr Anliegen den Entscheidungsträgern persönlich übergeben. Am 4. April treffen sie sowohl den Tessiner Bundesrat Ignazio Cassis als auch den päpstlichen Nuntius Martin Krebs in Bern.

Regula Pfeifer

Der Termin beim päpstlichen Nuntius in Bern stand bereits fest – und zwar am 21. März. Doch nun wird er verschoben auf den 4. April. Denn dann hat auch Bundesrat Cassis Zeit, wie Luigi Maffezzoli kath.ch mitteilt. Es ist der Dienstag der Karwoche.

Persönliche Übergabe an Entscheidungsträger

Damit haben die Tessiner Appellanten ein erstes Ziel erreicht: Sie können den Appell persönlich übergeben. Und zwar jenen Exponenten, die Schlüsselpositionen innehaben, um den völkerrechtlichen Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und der Eidgenossenschaft zu verändern.

Der päpstliche Nuntius Martin Krebs
Der päpstliche Nuntius Martin Krebs

Der Appell verlangt: Fortan soll der Bischof von Lugano nicht mehr zwingend das Tessiner Bürgerrecht haben müssen. Der entsprechende Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Bundesrat von 1968 müsse geändert werden. Er stützt sich auf eine Abmachung aus dem Jahr 1888.

Seit Mitte Januar läuft der Appell als Unterschriftenaktion. Aktuell sind es 2200 Unterschriften, wie catt.ch mitteilt. Lanciert wurde der Appell von Luigi Maffezzoli, der Tessiner Kantonalrätin Maddalena Ermotti Lepori (Die Mitte) und Kantonsrat Giancarlo Seitz (Lega). Maffezzoli selbst ist ehemaliger Präsident der Organisation «Azione Cattolica ticinese». Der frühere Bischof von Lugano, Giacomo Grampa, hatte sich gegen eine Veränderung der Bischofswahl-Vorgaben geäussert.

Luigi Maffezzoli vor einem Gemälde des Heiligen Josef im  Centro San Giuseppe, Lugano
Luigi Maffezzoli vor einem Gemälde des Heiligen Josef im Centro San Giuseppe, Lugano

Alain de Raemy nicht dabei

Nicht beteiligt an der Übergabe ist Weihbischof Alain de Raemy, der Apostolische Administrator des Bistums Lugano. Das Bistum berichtigte am Freitag eine entsprechende Meldung, die in manchen Medien kursierte. De Raemy sei nicht in diese Angelegenheit involviert.

Der Bischofssitz ist seit Oktober 2022 vakant. Valerio Lazzeri war «aufgrund grosser Müdigkeit» von seinem Amt zurückgetreten, das er seit Dezember 2013 innehatte. Alain de Raemy leitet nun vorübergehend die Tessiner Kirche. Er ist Weihbischof des Bistum Lausanne, Genf und Freiburg.

Bundesrat Ignazio Cassis. | © Manuela Matt
17. März 2023 | 16:14
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!