Schweiz

«Blick» stellt Giuseppe Gracias Kolumne ein

Mit der «Weltanschauung» beim «Blick» ist es aus. Der frühere Churer Bistumssprecher Giuseppe Gracia hat sich am Montag von den Leserinnen und Lesern des Boulevard-Blattes verabschiedet. Die Hintergründe des Abgangs sind unklar.

Georges Scherrer

Weder die Ringier-Gruppe, zu der der «Blick» gehört, noch Giuseppe Gracia waren am Mittwoch für eine Stellungnahme zum Ende der Kolumne erreichbar. Gracia schrieb die letzten Jahre jeden zweiten Montag die Kolumne «Weltanschauung».

«Wer seine Sätze nicht foltert, foltert seine Leser»

Während Boulevard-Journalismus in Kirchenkreisen oft als Schimpfwort verwendet wird, lobt der ehemalige Sprecher des Bistums Chur ausdrücklich den Ansatz von Boulevard-Medien: «Ich finde es super, wenn ein Medium in der Lage ist, die komplexe Wirklichkeit eines gesellschaftlichen oder politischen Ereignisses verständlich auf den Punkt zu bringen», schreibt Gracia in seiner letzten Kolumne. Diese erschien am Montag.

Und weiter: «Ich orientiere mich dabei am Credo des kolumbianischen Philosophen und Autors Nicolas Gomez Davila: ‹Wer seine Sätze nicht foltert, foltert seine Leser.›»

Weiterhin publizistisch aktiv

Über seine Zukunftspläne orientiert der Autor die «Blick»-Leserschaft nicht. Jüngste Beiträge im «Nebelspalter» und in der «Neuen Zürcher Zeitung» deuten aber darauf hin, dass Giuseppe Gracia auch weiterhin seine Weltanschauung zum besten gibt – nur an anderen Orten.


Giuseppe Gracia am Podium von Kirche in Not, 2019 | © Oliver Sittel
23. Juni 2021 | 19:43
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