Priester Michel Salamolard ist jüngst im Alter von 84 Jahren in Sitten gestorben.
Schweiz

Bistum Sitten: Priester Michel Salamolard gestorben

Priester Michel Salamolard ist jüngst im Alter von 84 Jahren in Sitten gestorben. Er war als Seelsorger in Pfarreien, Kollegiumsseelsorger, Prediger, Referent, Herausgeber und Autor von rund zwanzig Büchern über Spiritualität und Theologie tätig. In der Westschweiz und darüber hinaus war er eine bekannte Persönlichkeit.

Maurice Page, cath.ch

Michel Salamolard wurde 1942 geboren und am 13. April 1969 gemeinsam mit seinem Bruder zum Priester geweiht. Er übte vielfältige Tätigkeiten aus: Er war unter anderem Vikar in Pfarreien, insbesondere in der Pfarrei Sainte-Catherine in Siders, Kollegiumsseelsorger und Verantwortlicher für die Katechese in der französischsprachigen Region des Bistums Sitten. Zudem leitete er Exerzitien, wirkte als Seelsorger am Institut St. Raphaël und war Bergführer. Zuletzt kümmerte er sich als nahestehender Angehöriger um seinen Bruder, der als Priester lebte und schwerbehindert geworden war.

Salamolard besass einen Masterabschluss in Theologie des Institut Catholique de Paris und verfügte zudem über eine Ausbildung in Soziologie und Psychologie. Als Autor von rund zwanzig Büchern beschäftigte er sich insbesondere mit dem Zusammenspiel menschlicher und gesellschaftlicher Fragen mit Spiritualität und Theologie.

Vielseitig engagierter Mensch

Michel Salamolard sei ein vielseitig interessierter Mensch gewesen – und zwar im besten Sinne des Wortes, sagt Priester François-Xavier Amherdt, der ihn während seiner seelsorgerischen Tätigkeit und bei zahlreichen verlegerischen Projekten lange begleitet hatte. «Er hatte einen umfassenden und ganzheitlichen Blick auf die Dinge. Er konnte mit allen Menschen ins Gespräch kommen, ohne dabei jemals seine theologischen Ansprüche aufzugeben. Als freundlicher, aber hartnäckiger Gesprächspartner liess er nicht locker. Er ermutigte und begeisterte andere und stellte stets die Verbindung zwischen Glauben und Leben in den Mittelpunkt.»

Besonders im Bereich der Katechese entwickelte Salamolard grosse Kreativität. Er verstand es, Fragen pädagogisch geschickt und lebensnah aufzugreifen. Zudem gehörte er zu den Initiatoren des Ausbildungsprogramms FAME für Laien, aus dem das heutige Programm Théodule hervorgegangen ist.

Amherdt hebt auch die theologische Eigenständigkeit seines Mitbruders hervor. Salamolard scheute sich nicht, komplexe Themen wie Erbsünde, das Böse, die Eucharistie, Bioethik oder Atheismus aufzugreifen. Als Reihenherausgeber beim Verlag Editions Saint-Augustin begleitete er die von ihm veröffentlichten Autorinnen und Autoren präzise und verstand es, anspruchsvolle Inhalte allgemeinverständlich zu vermitteln.

Darüber hinaus setzte er sich mit der Zukunft der Kirche und dem Zölibat der Priester auseinander. Unter anderem initiierte er eine Gesprächsgruppe mit ehemaligen Priestern, die das Priesteramt aufgegeben hatten.

Auch gesellschaftlich engagierte sich Salamolard und bezog Stellung zu kontroversen Themen wie Sterben und assistiertem Suizid, Homosexualität und der Ehe für alle. In zahlreichen Medienbeiträgen, darunter bei kath.ch, sowie in sozialen Netzwerken äusserte er sich zu aktuellen Fragen – mitunter auch auf die Gefahr hin, nicht gehört oder missverstanden zu werden. Dies galt insbesondere für seine Wortmeldungen zu Missbrauchsfällen in der Kirche.

Ein barmherziger Samariter

Schwester Catherine Jérusalem, die mit Salamolard beim Verlag Editions Saint-Augustin zusammengearbeitet hatte, beschreibt ihn als barmherzigen Samariter, der stets bereit gewesen sei, anderen zu helfen. «Er hatte etwas von der 68er-Generation an sich, fühlte sich stets zu den Rändern der Gesellschaft und der Kirche hingezogen und reagierte auf Ereignisse oft sehr temperamentvoll. Es war nicht immer einfach, all seinen Ansichten zu folgen.»

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Schwester Catherine erinnert sich auch an Salamolard als Bergführer und Liebhaber der Haute Route, der anspruchsvollen Hochgebirgsroute durch die Alpen. Sein Charakter habe diese körperlich herausfordernde Leidenschaft widergespiegelt. Im Jahr 2015, anlässlich des Jahres des geweihten Lebens, beschäftigte sich Michel Salamolard zudem mit der Geschichte der Augustinerinnen in der Schweiz und in Afrika. (adaptiert von woz)


Priester Michel Salamolard ist jüngst im Alter von 84 Jahren in Sitten gestorben. | © zVg
13. Oktober 2026 | 09:00
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