Bischof Charles Morerod
Schweiz

Bischof Morerod über sein zweites Leben

Charles Morerod, Bischof des Bistums Lausanne Genf Freiburg, wurde Anfang Dezember zum neuen Vorsitzenden der Schweizer Bischofskonferenz gewählt. Über die «Gerontokratie» der Schweizer Bischöfe und anderswo spricht er in einem Interview.

Insbesondere reflektiert der inzwischen wieder vollkommen gesunde 63-jährige Bischof in dem Interview mit CH Media seinen Velounfall im letzten Jahr und dessen dramatische Folgen.

«Ich habe ein zweites Leben geschenkt bekommen»: Dies bekennt Charles Morerod. Ganz Morerod-like: Offen, selbstironisch und humorvoll. Der 63-Jährige, der diesen Winter per ärztlicher Erlaubnis wieder Ski fahren darf, räumt ein, dass er grosses Glück hatte nach seinem Velounfall im Sommer 2023.

Einblutung zwischen zwei Hirnhäuten

Ohne dass der Freiburger Bischof es nach dem Unfall merkte, hatte sich langsam eine Einblutung zwischen zwei Hirnhäuten gebildet. Konsequenz: Schon einen Tag vor der Präsentation der Missbrauchsstudie Mitte September habe er Mühe beim Gehen bekundet: «Dann verschlechterte sich mein Zustand», sagt Morerod im Interview.

Am Tag nach der Bekanntgabe der Missbrauchsstudie und nach einem Marathon mit dreizehn Interviews beim Westschweizer Fernsehen RTS in Genf habe er nämlich plötzlich nicht mehr gehen können und sei auf einem Bürostuhl durch die Gänge geschoben worden.

Von Muslimin operiert

Am selben Abend sei er dann notfallmässig im Unispital Genf, wo es ein spezialisiertes Zentrum für Hirnchirurgie gibt, operiert worden. Der dortige Professor für Neurochirurgie habe zu Morerod gesagt: «Wir mussten in der Stadt von Calvin sein, damit eine Muslimin Löcher in den Kopf eines katholischen Bischofs bohrt.» Morerods Chirurgin ist eine Muslimin. Diese habe später zu Morerod gesagt: «Es ist besser, wenn man sich liebt.»

Sein zweites Leben begreift Charles Morerod, wie er im CH Media-Interview bekräftigt, als neue Chance. Auch im Hinblick in Sachen Offenheit in puncto Missbrauch in der Kirche.

«Jetzt in der Schweiz und in anderen Ländern sind die Bischöfe eine Gerontokratie, eine Herrschaft der Alten.»

Offen und selbstironisch gibt sich Morerod auch, was seine neue Rolle als Vorsitzender der Schweizer Bischofskonferenz betrifft. Er kann es sich nicht vorstellen, so wie der Papst mit 88 Jahren noch aktiv im Amt zu sein. «Zum Glück gibt es für Bischöfe eine Altersbeschränkung.»

Würde gern ruhiger schlafen ohne neues Amt

Gleichzeitig sei es richtig: Es habe keine einfache Alternative zu ihm als neuem Vorsitzenden gegeben. «Jetzt in der Schweiz und in anderen Ländern sind die Bischöfe eine Gerontokratie, eine Herrschaft der Alten.» Er räumt ein, dass er ruhiger schlafen würde, wenn er nicht SBK-Präsident sein müsste.

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Grund: Dieses Amt sei mühsam. Niemand mache dies gerne. Und er habe jetzt schon kaum genügend Zeit, sich um seine Diözese zu kümmern. Aber auch wenn dieses neue Amt und die zusätzliche Arbeit seiner Gesundheit nicht unbedingt zuträglich seien, werde er versuchen sein Bestes zu geben. So Morerod. (woz)

*Das ganze Interview ist in der Aargauer Zeitung zu lesen.


Bischof Charles Morerod | © Wolfgang Holz
20. Dezember 2024 | 17:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
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