Bischof Morerod: «Bewegend, diese Schweizer zu sehen, die bereit sind ihr Leben für den Papst herzugeben»
Bischof Charles Morerod hat als Präsident der Schweizer Bischofskonferenz an der Vereidigung der Schweizergarde die hiesige Kirche vertreten. Zu offiziellen Gesprächen war er aber nicht geladen. Er zeigte sich von den Gardisten beeindruckt und tauschte sich da und dort aus – auch zum Thema Missbrauch.
Regula Pfeifer
An der Vereidigung der Schweizergarde am Mittwoch war wie üblich eine Delegation aus der Schweiz anwesend – diesmal unter Führung des Schweizer Bundespräsidenten Guy Parmelin. Auch die Schweizer Bischofskonferenz entsandte einen Vertreter: ihren aktuellen Vorsitzenden, Bischof Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg.
Unterstützung für die Freiheit des Papstes
Kath.ch hat ihn gefragt, wie er die Vereidigung der Schweizergarde erlebt habe. «Es war bewegend, diese jungen Schweizer zu sehen, die bereit sind, ihr Leben herzugeben, um den Papst zu verteidigen», sagt Morerod laut seiner Sprecherin Laure-Christine Grandjean. Am Anlass sei treffend hervorgehoben worden, dass der Dienst der Schweizergarde «den Papst dabei unterstützt, seine Verantwortung frei wahrzunehmen, in einer Welt, die das nötig hat».
Morerod war nicht der einzige Vertreter der Schweizer Bischofskonferenz, welcher der Vereidigung beiwohnte. Anwesend waren auch die Bischöfe von Chur und Basel, Joseph Maria Bonnemain und Felix Gmür, der Apostolische Administrator von Lugano, Alain de Raemy, sowie Abt Urban Federer. Sie alle sassen in der Audienzhalle in der ersten Reihe im Publikum – gemeinsam mit Papst Leo XIV. und der Schweizer Politprominenz, darunter Bundespräsident Guy Parmelin mit seiner Frau.
Politiker im Vatikan empfangen
Die politische Vertretung der Schweiz nutzte die Romreise für offizielle Gespräche. So wurde Bundespräsident Guy Parmelin im Vatikan von Papst Leo XIV. empfangen. Und er traf sich mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zu einem Gespräch – etwa über die bilateralen Beziehungen sowie internationale Konflikte und die Förderung des Friedens.
Der oberste Kirchenvertreter der Schweiz hingegen führte in diesen Tagen keine offiziellen Gespräche mit Vertretern des Vatikan. Morerod sei auch nicht zum Gespräch mit dem Papst geladen gewesen, lässt Grandjean mitteilen. Inoffiziellen Austausch mit Vatikan-Vertretern hatte der Westschweizer Bischof allerdings schon, wie aus seinen Aussagen hervorgeht. Und er übernahm die Predigt in der Vesper vor der Vereidigung der Gardisten.
Jedes Jahr findet vor der Vereidigung eine Vesper statt, die auf Wunsch der Schweizergarde vom Präsidenten der Schweizer Bischofskonferenz geleitet werden soll, erklärt Morerod. Anschliessend erfolge die Niederlegung eines Blumenkranzes am Ort, an dem das Massaker von 147 Schweizergardisten beim «Sacco di Roma» im Jahr 1527 geschah.
Missbrauch als Gesprächsthema
Zur Frage, ob das geplante nationale kirchliche Strafgericht zur Verfolgung von Missbrauch zur Sprache kam, äusserte sich Morerod nicht. Der Missbrauch sei ein Thema, «das oft in den Gesprächen auftauche», sagt Morerod. «Aber es gab keinen formellen Austausch darüber.» Der Westschweizer Bischof gehört dem Dominikanerorden an und hat in Rom in diesen Tagen auch seine Mitbrüder besucht.
An Romreisen schätzt Morerod etwas besonders: «Gemeinsam über dem Grab von Apostel Petrus zu beten, ist immer sehr berührend.»
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