Bischof Felix Gmür: «Überall, wo wir Licht aufleuchten lassen, wird der Mensch göttlich»
Am Weihnachtsgottesdienst sprach der Basler Bischof, Felix Gmür, darüber, weshalb Gott Mensch wurde. Gott zeige sich manchmal in einem anstrengenden Nachbarn. Doch: «In Jesus Christus erkennen wir die Würde eines jeden Menschen.»
Jacqueline Straub
Die Kathedrale St. Ursen in Solothurn ist gut besucht. Bis fast in die letzten Reihen ist die Kirche gefüllt. Viele Besucherinnen und Besucher schauen sich die grosse Weihnachtskrippe vor Beginn des Gottesdienstes an. Sie bleiben einen Moment stehen. Manche zünden eine Kerze an oder machen ein Bild vom Jesuskind in der Krippe.
Dann zieht Bischof Felix Gmür zusammen mit Ministrantinnen und Ministranten und zwei Schweizergardisten ein. Der Weihnachtsgottesdienst beginnt. Begleitet mit viel Weihrauch führt der Weg direkt zur Krippe. Bischof Felix Gmür verneigt sich vor dem Jesuskind. Währenddessen singen die Gemeinde und der Chor «Es ist ein Ros entsprungen».
Jesus Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott, betont der Basler Bischof. Weil Gott Mensch wurde, werde der Mensch menschlicher – und auch göttlicher. «Ich weiss, dass ich zu Gott gehöre, weil Jesus Christus zu mir kommt», sagt Bischof Felix Gmür.
«Wieso wird Gott eigentlich Mensch?», fragte er zu Beginn seiner Predigt und lieferte gleich eine Erklärung: «Damit der Mensch bei Gott zuhause ist.» Gott habe in vielerlei Weise zu uns gesprochen. «Manche waren noch nicht wirklich bei Gott», deswegen schickte Gott seinen Sohn auf die Erde. «Damit wir in diesem Sohn erkennen, wie Gott ist.» Auch wenn die Heilige Schrift versichere, dass Gott gegenwärtig ist, bleibe er geheimnisvoll und verborgen.
Der Basler Bischof fragt, wie die Menschen Gott erkennen können. Manchmal im Menschen, den wir gar nicht treffen wollen. Etwa in einem Geflüchteten, in einem anstrengenden Nachbarn oder einem quengeligem Kind. Gott und Mensch gehören zusammen. «In Jesus Christus erkennen wir die Würde eines jeden Menschen.»
Bischof Felix Gmür geht darauf ein, dass es in der Welt nicht nur Licht gebe, sondern auch viel Finsternis. «Diese Finsternis muss erhellt werden. Sie braucht Einsicht. Auch die Finsternis im eigenen Leben.» An Weihnachten gehe ein Licht auf. Da zeige sich Gott in einem schrumpeligen, nackten Kind. «Nicht in Herrlichkeit, sondern in der Kälte der Nacht.» Auch wenn es in der Welt Finsternis gibt, gebe es überall kleine und grosse Lichter. «Überall, wo wir Licht aufleuchten lassen, da wird der Mensch göttlich. Weil Gott Mensch geworden ist.»
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