Alain de Raemy
Schweiz

Bischof de Raemy: «Der Papst zeigt: In der Krankheit kann man begreifen, wie sehr wir einander brauchen»

Der Administrator des Bistums Lugano, Alain de Raemy, ordnet die Bitte von Papst Franziskus für ein Gebet ein. Er habe vom ersten Moment seines Pontifikats ums Gebet gebeten.

Papst Franziskus Bitte um ein Gebet hat laut Alain de Raemy seinen Ursprung am Beginn seines Pontifikats. «Am Tag seiner Wahl war die erste Tat seines Pontifikats: Vom Balkon auf den Petersplatz hin kniete er nieder, um das Volk Gottes zu bitten, den Heiligen Geist auf ihn herabzurufen», sagt er im Gespräch mit catt.ch. «Von diesem Tag an hat Papst Franziskus kein Treffen beendet, ohne ums Gebet für ihn zu bitten. Diese Tat erhält im Moment noch eine grössere Bedeutung.»

Papst kümmert sich weiter

Bemerkenswert findet der interimistische Leiter des Bistums Lugano, wie sich der Papst als kranker Mensch verhält. «Häufig verschliessen sich Menschen in solchen Situationen, man beschwert sich, findet keinen Grund zum Leben mehr», so de Raemy.

Menschen beten für den kranken Papst Franziskus vor dem Gemelli-Krankenhaus in Rom (Italien).
Menschen beten für den kranken Papst Franziskus vor dem Gemelli-Krankenhaus in Rom (Italien).

Papst Franziskus hingegen verhalte sich anders: «Vom Papst erfahren wir, wie man in der Krankheit noch stärken begreifen kann, wie sehr wir einander brauchen. Auch er benötigt jetzt Pflege und doch kümmert er sich weiter um uns.»

Schweizer Bischöfe riefen zum Gebet auf

Weihbischof Alain de Raemy gehört der Schweizer Bischofskonferenz an. Diese hat am 24. Februar zum Gebet für Papst Franziskus aufgerufen. «Möge der Herr ihn beschützen und über ihn wachen», hiess es in einer Mitteilung.

Auch der Bischof von Chur, Joseph Maria Bonnemain, rief vor einer Woche eindringlich und öffentlich zum Gebet für Papst Franziskus auf: «Beten wir für Papst Franziskus, beten wir jetzt für ihn, beten wir für ihn ununterbrochen, beten wir für den Heiligen Vater wirklich intensiv.» Seit Montag vor einer Woche beten Kurienmitarbeitende und Gläubige jeden Abend auf dem Petersplatz für den kranken Papst. Auch Kardinal Kurt Koch beteiligt sich – nach Möglichkeit – daran.

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Papst Franziskus wird in der Gemelli-Klinik in Rom wegen einer komplizierten Lungenentzündung behandelt. Er hatte am Montagabend, am Sonntag und Freitag zuvor schwere Atemkrisen und wurde danach längere Zeit künstlich beatmet. In der Nacht auf Dienstag habe er ruhig geschlafen, liess der Vatikan verlauten. (rp)


Alain de Raemy | © catt.ch
4. März 2025 | 12:00
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