Berset beim Papst: Bundesrat erwartet rasche Aufarbeitung von Missbrauch in der Kirche
Der Dienst der Schweizergarde und die Vertiefung der Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Heiligen Stuhl. Das waren zentrale Themen beim offiziellen Besuch von Bundespräsident Alain Berset im Vatikan am Donnerstagmorgen. Berset sprach mit dem Papst aber auch über Missbrauch in der katholischen Kirche Schweiz. Der Bundesrat erwartet in Zukunft wirksame Massnahmen gegen Missbrauch.
Alain Berset traf nach seiner Audienz bei Papst Franziskus mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und dem Untersekretär im Aussenministerium, Monsignore Miroslaw Wachowski, zusammen. Das teilte das vatikanische Presseamt am Mittag mit.
Bei den herzlichen Gesprächen sei Zufriedenheit über die «guten Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Heiligen Stuhl» zum Ausdruck gebracht worden. Besonders sei der «treue und professionelle Dienst der Päpstlichen Schweizergarde» unterstrichen worden.
Einsatz für Multilateralismus und Frieden
Man habe den Wunsch nach einer «verstärkten Zusammenarbeit auf Gebieten von beiderseitigem Interesse» hervorgehoben. Ferner habe man über einige internationale Themen gesprochen. Dies betraf laut dem Communiqué insbesondere einige afrikanische Länder sowie die Konflikte in der Ukraine und in Israel und Palästina. Dabei sei es um den «konsequenten Einsatz für den Multilateralismus» und den Frieden unter den Völkern gegangen.
Wirksame Massnahmen gegen Missbrauch
In den Gesprächen ging es aber auch um die sexuellen Missbräuche im Umfeld der römisch-katholischen Kirche der Schweiz, die durch die Studie der Universität Zürich publik geworden seien. Das teilte das Eidgenössische Departement des Innern am Donnerstagnachmittag mit. Der Bundespräsident habe bekräftigt, der Bundesrat erwarte von der katholischen Kirche «eine rasche und gründliche Aufarbeitung sowie in Zukunft wirksame Massnahmen gegen Missbrauch», so die Mitteilung.
Die Schweiz ist erst seit 1991 diplomatisch beim Heiligen Stuhl vertreten. Eine eigene Vatikan-Botschaft der Eidgenossenschaft gibt es seit April 2023. Seit Anfang dieser Woche vertritt mit der Diplomatin Manuela Leimgruber erstmals eine Frau die Schweiz beim Heiligen Stuhl. (cic/bal)
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