Bundesrat Berset und Papst Franziskus, November 2018 im Vatikan.
Schweiz

Bundespräsident Berset schenkt dem Papst einen Westschweizer «Klima-Roman»

Papst Franziskus hat Bundespräsident Alain Berset am Donnerstagmorgen in Audienz im Vatikan empfangen. Und dabei ein ungewöhnliches Geschenk erhalten: eine Kopie des Buches «La présence de la mort» von Charles Ferdinand Ramuz.

Ungewöhnlich war Bersets Gastgeschenk. Das Schweizer Staatsoberhaupt überreichte dem Papst eine Kopie des Buches «La présence de la mort» (deutscher Titel: «Sturz in die Sonne») des Lausanner Schriftstellers Charles Ferdinand Ramuz (1878-1947) sowie ein Originalblatt des Wetterberichts des Schweizerischen Meteorologischen Zentralinstituts vom 29. Juli 1921.

Heisse «Normalität»

Es zeigt, dass die Höchsttemperaturen in der Schweiz damals die Marke von 38 Grad überschritten. Auf dem Begleittext, den Berset dem Papst überreichte, ist vor dem Hintergrund der aktuellen Klimaerwärmung zu lesen: «Das, was einst ungewöhnlich war, ist heute die Normalität.»

Die damals ungewöhnliche Sommerhitze in der Schweiz war für Ramuz der Anlass, seine dystopische Erzählung «Sturz in die Sonne» zu schreiben. Darin schildert er eine fiktive kosmische Katastrophe, die sich zunächst durch eine ungewöhnliche Hitzewelle auf der Erde bemerkbar macht. Auslöser ist in dem Roman aber nicht die Veränderung in der Erdatmosphäre, sondern ein Sturz des Planeten Erde in Richtung Sonne.

Ramuz-Roman neu auf Deutsch publiziert

Die dadurch ausgelösten Katastrophen zerstören in kürzester Zeit nicht nur die natürliche Umwelt, sondern auch das soziale und moralische Gefüge der Menschen. Das 1922 auf Französisch erschienene Buch wurde in diesem Jahr aktuell als «visionärer Klimaroman» neu auf Deutsch verlegt.

Die Audienz dauerte eine halbe Stunde, teilte das vatikanische Presseamt anschliessend mit. (cic)


Bundesrat Berset und Papst Franziskus, November 2018 im Vatikan. | © Keystone
9. November 2023 | 13:00
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