934: Das neue Einsiedler Klosterbier
Schweiz

934 ist das Gründungsjahr des Klosters Einsiedeln – und nun auch Marke des neuen Klosterbiers

Im Kloster Einsiedeln wird neuerdings Bier gebraut – in Zusammenarbeit mit der örtlichen Brauerei. Auf dem Etikett der Bierflaschen wird die Geschichte des Klosters rekapituliert.

Wolfgang Holz

Für viele gehört das Bier zu einem Kloster wie das Amen in der Kirche. In Deutschland ist beispielsweise das Bier des Klosters Andechs in Bayern weltberühmt. Nicht zu vergessen die vielen verschiedenen Trappistenbiere in Belgien und in den Niederlanden.

Mönche brauten im Mittelalter hauptsächlich Bier, weil das kalorienreiche Gebräu in der strengen Fastenzeit als flüssige Nahrung, sprich: Ersatzmahlzeit, diente. Zudem war es durch den Kochvorgang keimfrei und damit wesentlich gesünder als das oft verunreinigte Wasser der damaligen Zeit. Aus diesem Fastenbrauch der Mönche entstanden später viele Klosterbrauereien.

Bis 1803 hatten Klosterbrauereien in Bayern beispielsweise Tradition – dann wurden viele Klöster geschlossen. Echte Klosterbrauereien gibt es seitdem nur noch wenige: Nur acht von Bayerns immerhin mehr als 600 Brauereien sind echte Klosterbrauereien und werden von Mönchen betrieben.

Kloster Einsiedeln konzentrierte sich auf Weinkelterung

Im Kloster Einsiedeln haben die Mönche allerdings bislang nie Bier gebraut, sondern sich ausschliesslich auf die Kelterung von Wein konzentriert, wie das Kloster schreibt.

"934*: Das neue Einsiedler Klosterbier.
"934*: Das neue Einsiedler Klosterbier.

Die Weinberge des Klosters befinden sich nicht direkt in Einsiedeln, sondern an bevorzugten Lagen rund um den Zürichsee. Das wichtigste und grösste Anbaugebiet ist der Rebberg Leutschen in Freienbach, ergänzt durch Rebflächen auf der Insel Ufnau sowie in Weiningen.

Dies hat sich nun seit Anfang Juli geändert, wobei der Name des neuen Gerstensafts eine kleine Geschichtskunde ist. 934 heisst das Bier nämlich und erinnert damit ans Gründungsjahr des Klosters. Auch die Etikette erinnert an die fast 1100-jährige Geschichte des Klosters, genauso wie jene der Weinflaschen: Sie zeigt nämlich eine Urkunde Kaiser Ottos I. aus dem 10. Jahrhundert.

Gebraut wird das Bier im Auftrag des Klosters von der Einsiedler Brauerei Rosengarten, und zwar als helles Weizen sowie als dunkles Amber. Damit die Aromastoffe möglichst erhalten bleiben, ist es unfiltriert gebraut.

Ersten 1000 Liter Bier bereits verkauft

Von den 12’000 gebrauten Litern wurden bereits die ersten 1000 Liter verkauft. Falls das Interesse am Einsiedler Klosterbier anhält, überlegen sich die Benediktinermönche, für das Bierbrauen Gerste von klostereigenen Äckern zu verwenden. Das Bier ist käuflich im Kloster-Online-Shop beziehungsweise im Klosterladen selbst.

«Das Bier trägt zur Ausstrahlung und zur Fassbarkeit des klösterlichen Auftrages bei, weil es Geschichte, Gastfreundschaft und zeitgemässe Klosterkultur verbindet.»

«Benannt nach dem Gründungsjahr des Klosters, steht das Klosterbier für die Werte, die das klösterliche Leben seit Jahrhunderten prägen», sagt Geschäftsleiter Bruno Hensler gegenüber kath.ch.: «Menschen empfangen, begleiten, begegnen – Freunde und Freundschaften pflegen». Damit nehme das Bier das Leitmotiv des Benediktinerklosters Einsiedeln auf, welches in der lateinischen Wortschöpfung «Carrifiz» von Abt Urban Federer gipfele.

«Ausstrahlung des klösterlichen Auftrags»

«Das Bier trägt somit zur Ausstrahlung und zur Fassbarkeit des klösterlichen Auftrages bei, weil es Geschichte, Gastfreundschaft und zeitgemässe Klosterkultur verbindet. Es ist ein «Genussprodukt mit Identität», das Menschen zusammenbringt und die Werte des Klosters auf authentische Weise nach aussen trägt», fasst Hensler zusammen. Die Lancierung des Biers erfolge als Antwort auf jahrelanges Nachfragen zahlreicher Besucherinnen und Besucher, die sich immer wieder ein eigenes Klosterbier gewünscht hätten.

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934: Das neue Einsiedler Klosterbier | © Valentin Köpfli
9. Juli 2026 | 16:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
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