Soldaten an der 60. Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes, 18. Mai 2018 | © kna
Schweiz
Soldaten an der 60. Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes, 18. Mai 2018 | © kna

80 Schweizer Soldaten als Pilger in Lourdes

Freiburg/Lourdes, 20.5.18 (kath.ch) Zur Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes kommen Jahr für Jahr immer mehr junge Schweizer. Das sagt der Schweizer Militärbischof Alain de Raemy im Interview mit «Vatican News». Die 60. Internationale Soldatenwallfahrt begann am Freitag und endete am Sonntagabend.

Immer mehr Schweizer Soldaten, die während der Internationalen Soldatenwallfahrt gerade im Dienst sind, kommen nach Lourdes. Dieses Jahr seien es rund 80 Männer. Das sagt Weihbischof Alain de Raemy, der aktuelle Militär- und Jugendbischof der Schweiz. Die Soldaten könnten sich dafür melden.

Die Wallfahrt nach Lourdes zählt gemäss de Raemy als militärischer Dienst. Die Soldaten wohnen in Lourdes im Zelt. Für viele sei es das erste Mal im Leben, dass sie sich drei Tage lang in einem religiösen Umfeld bewegten.

Sinnvoll nach Kriegserleben

Die Wallfahrt nach Lourdes mache besonders für jene Soldaten Sinn, welche Gewalt und Krieg erlebt haben, ist der Schweizer Militärbischof überzeugt. An diesem Ort seien sie als Pilger zusammen und marschierten quasi als Völker gemeinsam. «Das hat einen tiefen Sinn für die, die das Kriegsgeschehen erlebt haben», so de Raemy. Und für die anderen sei es ein kameradschaftliches Erlebnis.

Laut de Raemy beteiligen sich auch protestantische und – vor zwei Jahren – auch muslimische Soldaten an der Soldatenwallfahrt. Ein katholischer Soldat sei 2017 auf eigenen Wunsch hin in Lourdes gefirmt worden.

Total 14’000 Soldaten

Insgesamt 14’000 Soldaten aus 50 Nationen treffen sich bis Montag zur 60. Internationalen Soldatenwallfahrt in der französischen Kleinstadt in den Pyrenäen. Darunter sind Soldaten aus Litauen, Norwegen, den USA oder Grossbritannien. Die Pilgerreise steht unter dem Motto «Pacem in terris – Friede auf Erden».

Am Freitagmorgen eröffnete der Münchner Weihbischof Wolfgang Bischof die Wallfahrt für deutschsprachige Pilger an der Mariengrotte. Er sagte in seiner Predigt, Frieden sei nur möglich, wenn sich die Menschen selbst zurücknähmen.

Dienen und achten

«Gegenseitiges Miteinander, die Haltung des Dienens und der Achtung befördern den Frieden und das Leben im Kleinen, bei aller Last und Sorge», fügte er hinzu. Bischof rief die deutschsprachigen Soldaten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf, auch im Alltag ihrem Vaterland zu dienen. Damit könnten sie den Frieden festigen.

Am Sonntag ging die Wallfahrt mit einer Abschiedsfeier zu Ende. Der französische Militärbischof Antoine de Romanet de Beaune beendete die Wallfahrt mit einem Aufruf an die Soldaten, Botschafter des Friedens zu werden. Die Soldaten beteten gemeinsam für Frieden und Liebe unter den Menschen.

Die weltweit grösste Pilgerfahrt für Angehörige des Militärs geht auf das Jahr 1944 zurück. Damals pilgerten französische Soldaten erstmals gemeinsam nach Lourdes. Die erste internationale Soldatenwallfahrt fand 1958 statt. (kna/vatican news/rp)

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