Blick von der Passhöhe am Grossen Sankt Bernhard in die Walliser Berge | © 2012 Barbara Ludwig
Schweiz
Blick von der Passhöhe am Grossen Sankt Bernhard in die Walliser Berge | © 2012 Barbara Ludwig

1. September – erster Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung

Zürich, 1.9.15 (kath.ch) Erstmals begeht die Katholische Kirche in diesem Jahr am 1. September weltweit einen «Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung». Papst Franziskus hatte dazu erst knapp einen Monat zuvor aufgerufen, um damit einen Beitrag zur Überwindung der ökologischen Krise zu leisten, wie er erklärte. Der Tag solle in allen Ortskirchen angemessen begangen werden und damit auch einen entsprechenden Lebensstil fördern. Auch das Oberhaupt der orthodoxen Kirche feiert den «Schöpfungstag».

In der Schweizer Kirche hat die «Schöpfungszeit» vom 1. September bis 4. Oktober bereits Tradition: Dieses Jahr widmet der Verein «Oeku Kirche und Umwelt» diese Zeit dem Lebensraum Berge – unter dem Motto «Sanfte Hügel – raue Gipfel». Damit auf Bergen und Hügeln auch in Zukunft die Schöpfung unmittelbar erlebbar sei, müssten wir schonend und nachhaltig mit ihnen umgehen, teilte der Verein mit. Auch die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen der Schweiz (AGCK) ruft dazu auf, in allen Kirchen der Schweiz für die Schöpfung zu beten.

Papst als prominenter Botschafter

Dieses Jahr kann «Oeku Kirche und Umwelt» zudem auf den Papst verweisen. Franziskus empfehle in seiner Enzyklika «Laudato Si», sich etwas Zeit zu nehmen, um den ruhigen Einklang mit der Schöpfung wiederzugewinnen, um über unseren Lebensstil und unsere Ideale nachzudenken, um den Schöpfer zu betrachten.

Auch der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) schliesst sich dem Gebetsaufruf an: Im Bewusstsein, dass «die Schöpfung nur als ein Geschenk begriffen werden kann, das aus der offenen Hand des Vaters aller Dinge hervorgeht, als eine Wirklichkeit, die durch die Liebe erleuchtet wird, die uns zu einer allumfassenden Gemeinschaft zusammenruft» (»Laudato si'», Absatz 76)», teilte der CCEE am 31. August mit. Diese Gebetszeit sei eine Gelegenheit, «um der Verantwortung zu genügen, die der Herr allen Menschen überträgt, damit sie wahre Hüter dessen werden, was er ihnen anvertraut hat.»

Katholische und orthodoxe Kirchenoberhäupter feiern zusammen

Erstmals werden am 1. September in Rom und in Istanbul die katholischen und die orthodoxen Kirchenoberhäupter zeitgleich gemeinsam den Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung begehen. Papst Franziskus leitet um 17 Uhr einen Wortgottesdienst im Petersdom, der orthodoxe Ökumenische Patriarch Bartholomaios betet in der Georgskathedrale im Istanbuler Phanar gemeinsam mit jenen 140 Bischöfen, die aktuell dort das erste panorthodoxe Konzil vorbereiten. (sys/kap)

Schreiben des Papstes zum «Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung»

September – Monat der Schöpfung

Der 1. September gilt bei den Orthodoxen Kirchen als Tag der Schöpfung. Der 4. Oktober ist der Gedenktag des Franz von Assisi. Zwischen diesen beiden Daten liegt die sogenannte «Schöpfungszeit», für welche die Oeku jährlich umfangreiche Materialien herausgibt. Sie schliesst auch das Erntedankfest und den Bettag mit ein.

Dem Verein «Oeku Kirche und Umwelt» gehören rund 600 Kirchgemeinden, kirchliche Organisationen und Einzelpersonen als Mitglieder an. Gegründet wurde er im Jahr 1986. Der Verein ist von der Schweizer Bischofskonferenz und dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund als Beratungsorgan für ökologische Fragen anerkannt. (sys)

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