Pflege, Digitalisierung und Massenmedien im Fokus

Im Rahmen der Juni-Synode in Winterthur zeichnete die Ethikkommission der Katholischen Kirche im Kanton Zürich die Abschlussarbeiten von drei Studentinnen und einem Studenten aus. Einmal im Jahr vergibt die Katholische Kirche im Kanton Zürich ihre Ethikpreise an drei herausragende Arbeiten, die sich mit ethischen Fragen beschäftigen.

Den ersten Preis erhielten Sophie Rüfli und Ananda Sahli für ihre Bachelorarbeit «Moralischer Disstress bei Pflegestudierenden – zur Entstehung beitragende Situationen und Faktoren», eingereicht an der Berner Fachhochschule für Gesundheit. Leider konnte den beiden Absolventinnen, die selbst als Pflegefachfrauen arbeiten, der Preis aufgrund eines Auslandsaufenthaltes nicht persönlich übergeben werden. Die Laudatio hielt Adrienne Hochuli-Stillhard, Theologin der Universität Luzern, dennoch. «Was mich an dieser Arbeit besonders beeindruckt, ist das Engagement der beiden jungen Frauen für ihren Berufsstand, aber auch für ihre Patientinnen und Patienten. In einer Zeit, in der Pflegekräfte bis an ihre Grenzen und darüber hinaus gefordert sind und viele ihren Beruf verlassen, ist ein solches Engagement enorm kostbar.» Der Preis ist mit 5000 Franken dotiert.

Für preiswürdig hielt die Ethikkommission auch die Arbeit von HWZ-Student Florian Hirschbühl mit dem Titel «Selbstkontrolle der Medien in der Berichterstattung über Terroranschläge», in der der Student auch einen Leitfaden für die Umsetzung im redaktionellen Alltag entwickelte. Er beantwortete die Fragen, ob Medien sich an geltende journalistische Grundsätze halten, wenn sie über Terror berichten und ob diese Grundsätze überhaupt ausreichen, da auch die Medien von geschickt agierenden Terroristen ausgenutzt werden. Prof. Hanspeter Schmitt von der Theologischen Hochschule Chur würdigte diese Arbeit als «herausragend» und sagte, an den Preisträger gewandt: «Durch diese Facharbeit haben Sie Ihre Kompetenzen als konstruktiver und zugleich medienkritischer Zeitgenosse unter Beweis gestellt. Unsere Öffentlichkeit ist zu ihrem eigenen Wohl auf diese Form einer engagierten Reflexion und Wahrnehmung angewiesen.» Die Arbeit von Florian Hirschbühl wurde mit 3000 Franken prämiert.

Vor- und Nachteile der Digitalisierung

Den dritten Preis, dotiert mit 2000 Franken, erhielt Manuela Broz, die mit ihrer Arbeit «Moral und Ethik am Arbeitsplatz sind erfolgswirksam» ihren Mastertitel in Adult & Professional Education an der Luzerner Pädagogischen Fachhochschule erhielt. Am Beispiel eines Bäckers erarbeitete sie die Auswirkungen von Digitalisierung – die Vor- aber auch die Nachteile. Prof. Alberto Bondolfi, Präsident der Ethikkommission, schlug in seiner Laudatio den Bogen zur Kirche: «In der Tat ist die Kirche, sowohl als Arbeitgeberin als auch als Arbeitnehmerin mit den moralischen Problemen und Konflikten der Digitalisierung der Arbeit konfrontiert und herausgefordert.» Preisträgerin Manuela Broz freute sich sichtlich über den Preis für ihre Masterarbeit, an der sie gut ein Jahr gearbeitet hatte. Das Preisgeld möchte die Erwachsenenbildnerin und Beraterin je zur Hälfte für eine weitere Fortbildung nutzen und einem guten Zweck spenden.

Bis Ende des Jahres können wiederum Abschlussarbeiten für den Ethikpreis eingereicht werden. Auch unterstützt die Katholische Kirche im Kanton Zürich Bildungsprojekte zu ethischen Themen wie zum Beispiel der Nachhaltigkeit – sowohl im kirchlichen Kontext als auch von anderen Anbietern. Auskunft dazu erhalten Sie hier.

Weitere Informationen
Manuela Broz (Preisträgerin), Daniel Otth (Synodalrat), Adrienne Hochueli (Ethikkommission), Florian Hirschbühl (Preisträger), Susanne Brauer (zuständige Bereichsleiterin), Prof. Alberto Bondolfi, Prof. Hanspeter Schmitt, beide Ehtikkommission | © zhkath.ch
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21. Juni 2021 | 12:45