Neues Team beim ´Wort zum Sonntag´
Die neuen Sprecherinnen und Sprecher kurz vorgestellt
Odilo Noti
(Erste Sendung: 6. Juli 2002, SF 1, 19.55 Uhr)
Odilo Noti wurde 1953 als zweites von neun Kindern geboren. Er wuchs in Brig auf, wo er auch das Gymnasium besuchte. Sein Theologiestudium absolvierte er in Freiburg i.Ue., Tübingen und Münster und promovierte mit einer Dissertation über die theologische Relevanz der Wissenschaftstheorie von Immanuel Kant. Nach einer fünfjährigen Tätigkeit als Assistent am Dogmatischen Seminar der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg und drei Jahren als Redaktor des «Luzerner Pfarreiblatts» trat er 1989 in den Informationsdienst der Caritas Schweiz ein. Er ist gegenwärtig Leiter des Bereichs Kommunikation und Mitglied der Geschäftsleitung der Caritas Schweiz.
«Ich verstehe Religion oder Glaube nicht in erster Linie als dogmatisches Lehrsystem, sondern als Versuch, Fragen der eigenen Existenz, der Gesellschaft, ja der Wirklichkeit überhaupt zu deuten und praktisch zu bewältigen. Meine Tätigkeit in einem christlichen Hilfswerk bringt es mit sich, dass ich mich besonders für die gesellschaftlichen und sozialen Aspekte von Religion und Glauben engagiere. Ich möchte dies in einer säkularen Sprache tun, damit auch ´Nicht-Eingeweihte´, also nichtkirchliche Zuschauerinnen und Zuschauer, meine Überlegungen nachvollziehen können. Vor der Aufgabe, das ´Wort zum Sonntag´ zu sprechen, habe ich Respekt, denn diese Sendung hat dank vieler herausragender Sprecherinnen und Spre-cher eine grosse Geschichte.»
Dorothee Buschor Brunner
(Erste Sendung: 13. Juli 2002, SF 1, 19.55 Uhr)
Dorothee Buschor wurde am 10. November 1967 in St. Gallen geboren, wo sie die Schulen bis zur Matura besuchte. Nach einem Zwischenjahr in Italien und England zog sie für sechs Jahre nach München, um Philosophie und Theologie zu studieren. Sie schloss 1995 mit dem Theologiediplom ab. In Rebstein im St.Galler Rheintal absolvierte sie den Pastoralkurs und sammelte erste praktische Erfahrungen in der Pfarreiarbeit. Seit 1997 arbeitet sie als Pastoralassistentin in der katholischen Kirchgemeinde Flawil. Sie ist seit 1999 mit dem Theologen Stephan Brunner verheiratet und teilt ihre Arbeitsstelle seit der Geburt des ersten Kindes mit ihm im Job-Sharing. Im August erwartet sie ihr zweites Kind.
«In meinem Beruf begegne ich Menschen in Lebenssituationen von der Wiege bis zur Bahre. Oft haben sie Mühe mit dem christlichen Glauben. Was ihnen in Predigt und Religionsunterricht gesagt wurde, empfinden sie als realitätsfremd und einengend, ja sogar als lebensfeindlich. Ich möchte in meiner Seelsorge und Liturgie und jetzt auch im ´Wort zum Sonntag’ ein anderes Bild vom Christentum zeichnen. Christlicher Glaube ist lebensbejahend. Er hilft, eine immer komplexere Welt zu verstehen. Und er vermit-telt Lebensfreude und Lebensfülle.»
Niklaus Peter
(Erste Sendung: 20. Juli 2002, SF 1, 19.55 Uhr)
Niklaus Peter wurde 1956 geboren und ist in Basel aufgewachsen, wo er die Schule abschloss und sein Theologiestudium begann. Dieses führte ihn anschliessend nach Berlin und Princeton (NJ USA). Sein Vikariat absolvierte er wiederum in Basel. Nach seiner Ordination in der reformierten Kirche Basel-Stadt wurde er Assistent für Systematische Theologie an der Universität Basel. Er schrieb eine Dissertation über den Theologen Franz Overbeck, einen Aussenseiter und Freund Nietzsches (1992) und arbeitete danach als Oberassistent mit Lehrauftrag an der Theologischen Fakultät. 1995 wurde er zum Universitätspfarrer und Studentenseelsorger in Bern gewählt, seit August 2000 ist er Leiter des Theologischen Verlages Zürich. Niklaus Peter ist Mitherausgeber der Werke Overbecks, seit 1990 Redaktor der Zeitschrift «Reformatio» und auch anderweitig publizistisch tätig. Er ist mit einer Musikerin verheiratet und hat vier Kinder.
«Ich mache beim ´Wort zum Sonntag´ mit, weil ich überzeugt bin, dass Reli-gion in unserer Welt eine wichtige Rolle spielt. Gerade weil es schwieriger ist als früher, den Ort der Religion in der Gesellschaft zu bestimmen, lohnt es sich, über religiöse und ethische Fragen nachzudenken. Meine Perspektive ist eine christliche, aber ich interessiere mich auch für andere Sichtweisen. Doch eines ist für mich klar: Religiöser Glaube darf nicht einengen oder fanatisch machen, er muss befreiend und versöhnend wirken.»
Luzia Sutter Rehmann
(Erste Sendung: 6. Juli 2002, SF 1, 19.55 Uhr)
Luzia Sutter Rehmann wurde 1960 in Basel geboren. Nach ihrem Studium der Theologie in Basel und Montpellier (F), schrieb sie ihre Dissertation bei Luise Schottroff (Kassel, D) über das Gebärmotiv in der Apokalyptik. Zwischen 1987 und 1996 leitete sie die Projektstelle für Frauen der evang.-ref. Kirche Basel-Stadt. In dieser Zeit gestaltete sie ökumenische Frauengot-tesdienste, Kurse in feministischer Theologie und verschiedene Grossan-lässe wie das Frauenboot auf dem Rhein während der Ökumenischen Versammlung 1989 und das Schweizer FrauenKirchen-Fest 1993. Sie gab ihre Stelle auf, um forschen und schreiben zu können. Darum zog sie mit ihrem Mann und ihren Töchtern für ein Jahr nach Berkeley (Californien). Dort begann sie ihre Forschungsarbeit über Ehescheidung im Neuen Testament, mit der sie sich 2001 an der theologischen Fakultät habilitierte.
«Ich habe immer wieder gestaunt über den Ernst von Frauen, die mit mir die Bibel lasen, auch wenn keine sich als ´fromm´ bezeichnet hätte. Sie wollten nicht nur die Bibel verstehen, sondern vor allem mit ihrem Leben zurecht kommen. Sie suchten nicht nach kirchlichen Lehrmeinungen, aber nach Möglichkeiten, ihr Leben sinnvoll zu deuten. Darum versuche ich, zwischen den Texten und unserem Leben ein Zwiegespräch entstehen zu lassen, das Kraft gibt. Dazu lade ich auch die Zuschauerinnen und Zu-schauer am Fernsehen ein. Ich möchte zeigen, wie beim Lesen biblischer Texte etwas zum Vorschein kommt, das anregt, anstiftet und das Alltagsle-ben inspiriert.»



