Hilft nur noch der Glaube, wenn die Katastrophe real wird…?

Medienmitteilung

Dürre, Hunger, Hoffnungs- und Orientierungslosigkeit – alptraumhaft mutet die nahe Zukunft an, die uns der Virtual Reality-Kurz-Spielfilm (VR) «2100» präsentiert. Das 360°-Erlebnis, das von «Underkath»-Projektleiter Silvan Maximilian Hohl inszeniert wurde, greift existenzielle Fragen auf, die längst nicht nur die Klima-Jugend beschäftigen. Damit bietet der Film einen neuartigen Zugang zu Themen wie Gesellschaft, Veränderung und Religion und regt zum Nachdenken an.

Klima, Medien, Gesellschaft: Alles verändert sich

Wassermelonenanbau in den Voralpen, Gletscher, die in Folie gepackt vor dem Schmelzen bewahrt werden sollen – unser Klima spielt verrückt. Das wissen wir, wir sehen und hören es jeden Tag in den Medien. Wir wissen auch, wer dafür verantwortlich ist: wir! Auch wenn es immer noch Stimmen gibt, die den Wandel negieren, so wird doch immer deutlicher, dass sich die Welt verändert, schneller als uns lieb sein kann und so, wie es aussieht, nicht ins Positive.

Eine staubtrockene, öde Welt wie sie uns der VR-Film «2100» von Silvan Maximilian Hohl zeigt, nimmt begründete Befürchtungen auf und spinnt daraus eine düstere Zukunftsvision. In einem heruntergekommenen Bunker haben sich die drei jungen ProtagonistInnen verschanzt. Ob vor der Wärme, Vandalen oder beidem, das spielt für den Zuschauenden keine Rolle. Diese/r befindet sich dank der Virtual Reality-Technik (VR-Technik) nämlich mittendrin in diesem Bunker und wird zum Zeuge eines eskalierenden Streits, der sich vor, neben und hinter ihm/ihr abspielt. Da kann dem VR-Laien ganz schön schwindlig werden, beim Versuch der Diskussion zu folgen. Der Effekt ist aber faszinierend, weil diese Technik dem Zuschauenden ermöglicht, ganz Teil einer Fiktion zu werden, einzutauchen in eine ganz andere Lebenswelt.

Aufbau der VR-Kamera

Gott oder Wissenschaft? VR bewegt

Im Bunker hat sich die Auseinandersetzung daran entzündet, dass weder ausreichend Essen noch Wasser beschafft werden konnte. Die enttäuschte «Jägerin», Rea, schlägt nach ihrer erfolglosen Tour vor, wie Tausende andere nach Skandinavien zu flüchten, wo es noch nicht so heiss ist. Ihr Mitbewohner Noah weist sie auf die Gefahren einer Flucht hin, versucht, sie zu beruhigen. Doch sein gut gemeintes «Gott wird uns beschützen» lässt Rea aus der Haut fahren. «Welcher Gott?» erwidert sie spöttisch und dann fliegen die Fetzen …

«Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Fantasie» erklärte Erich Kästner einst. Es braucht nicht so viel Fantasie, um sich das beklemmende Szenario aus «2100» auszumalen. Die Frage ist vielmehr: wie geht jeder einzelne von uns damit um und, was können wir tun, um eine solche Zukunft zu verhindern? Die Unmittelbarkeit, mit der die VR-Technik uns Zuschauenden ins Geschehen katapultiert, bindet uns aktiv ein und fordert eine Reaktion. «Was denkst du, wie die Welt in 80 Jahren aussieht?» steht am Ende des fast vierminütigen Films. Man möchte diese Frage sofort beantworten, doch so einfach ist das nicht. Sollen wir auf Gott vertrauen wie es Noah im Film tut und daran glauben, dass sich alles zum Guten wenden wird? Oder orientieren wir uns bezüglich Zukunft lieber an wissenschaftlichen Erkenntnissen? Oder finden wir gar, dass sich beide Sichtweisen überschneiden?

Davide Romeo als Noah im VR-Film 2100

VR – ein neues Medium in einer langen Vermittlungstradition

«2100» regt dazu an, nachzudenken – über Zukunftsängste, Weltbilder und unsere ureigene Verantwortung. Insofern steht dieser VR-Film, den Silvan Maximilian Hohl im Rahmen des «Underkath»-Projekts (www.underkath.ch) des Katholischen Medienzentrums Zürich realisiert hat, in einer langen Tradition zielgruppenorientierter Vermittlung von sozio-religiösen Inhalten durch unterschiedliche Medien. Anregen, aufregen, irritieren und zum Denken animieren – so kann die Wechselbeziehung zwischen Religion und Medien im Idealfall funktionieren!

«2100» eignet sich gut als ansprechender und niederschwelliger Einstieg in eine Diskussion über Orientierung, Werte, Zukunftsvisionen – ob für ein jugendliches, technikaffines Publikum oder für reifere Menschen, die sich für die Entwicklung im Bereich Religion und Medien interessieren.

Link zum «2100»-Projektseite: https://www.underkath.ch/2100

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Was ist Virtual Reality (VR)?

Virtual Reality (kurz VR) ermöglicht dank Hard- und Software, das Eintauchen in eine künstliche Welt. Das geschieht durch das Aufsetzen von Brille und Kopfhörer. Das Ziel jedes VR-Films ist es, die künstliche Welt so realistisch wie möglich darzustellen. Die Zuschauer haben so die Möglichkeit, mit dem ganzen Körper in eine andere Welt einzutauchen.

Alejandra Jenni als Alisha im VR-Film 2100 | © kath.ch
Katholisches Medienzentrum
4. März 2020 | 07:32