Ein neuer Papst ist gewählt – Leo XIV.

Birette und gefaltete Hände von Kardinälen zu Beginn des Konklaves in der Sixtinischen Kapelle am 12. März 2013 im Vatikan.
Birette und gefaltete Hände von Kardinälen zu Beginn des Konklaves in der Sixtinischen Kapelle am 12. März 2013 im Vatikan.

Nach dem Tod eines Papstes kommen die wahlberechtigten Kardinäle zum «Konklave» zusammen, um einen Nachfolger zu wählen. Dies geschieht von der Aussenwelt abgeschlossen unter strengster Geheimhaltung. Das aus dem Lateinischen stammende Wort Konklave bedeutet `verschlossener Raum`. Es leitet sich von `cum clave` (mit dem Schlüssel) ab.

Das Konklave muss zwischen dem 15. und dem 20. Tag nach Beginn der Sedivakanz, der Zeit ohne Papst, beginnen. Am Konklave teilnehmen dürfen alle Kardinäle, die das 80. Lebensjahr zu Beginn der Sedisvakanz noch nicht vollendet haben. Von den insgesamt 252 Kardinälen sind bei einem kommenden Konklave 135 wahlberechtigt (Stand: 21. April 2025). Da zwei Kardinäle krankheitsbedingt abgesagt haben, werden 133 Kardinäle ins Konklave einziehen (Stand: 30. April 2025). Die Abstimmung erfolgt durch Stimmzettel. Zum Papst gewählt ist, wer zwei Drittel der Stimmen erhält. Den Vorsitz hat diesmal voraussichtlich Kurienkardinal Pietro Parolin. Das Konklave für die Nachfolge von Papst Franziskus sel. beginnt am 7. Mai 2025.

Die Kardinäle sowie die im Konklave tätigen Helfer verpflichten sich eidlich zu absoluter Geheimhaltung. Die Benutzung von Kommunikationsmitteln aller Art, von Zeitungen bis Social-Media, ist untersagt.

Seit 1996 ist die Sixtinische Kapelle als ausschliessliche Wahlstätte festgeschrieben. Bislang fanden hier 25 Papstwahlen statt. Bis 1878 wählten die Kardinäle auch an anderen Orten.

Das erste Konklave fand im Jahr 1241 statt. Im Jahr 1274 fixierte Papst Gregor X. die Papstwahl in einem Konklave kirchenrechtlich. Dadurch sollte die Einflussnahme weltlicher Machthaber verhindert und ein zügiger Ablauf gewährleistet werden. Das längste Konklave dauerte vom 29. November 1268 bis zum 1. September 1271. Das kürzeste Konklave (im Jahr 1503) dauerte nur wenige Stunden. Seit 1831 dauerte keine Papstwahl länger als vier Tage.

1. Wahlgang am 07.05.

Im ersten Wahlgang wurde kein neuer Papst gewählt. Um 21:02 Uhr stieg schwarzer Rauch aus dem Schornstein über der Sixtinischen Kapelle.

2. und 3. Wahlgang am 08.05.

Um 11.52 Uhr stieg schwarzer Rauch aus dem Schornstein über der Sixtinischen Kapelle. Nun folgt eine Mittagspause, bevor die Kardinäle am Nachmittag zu zwei weiteren Wahlgängen zusammenkommen.

4. Wahlgang: Weisser Rauch – wir haben einen neuen Papst

Um, 16.30 Uhr haben sich die Kardinäle wieder in der Sixtinischen Kapelle versammelt. Um 18.08 stieg weisser Rauch aus dem Schornstein über der Sixtinischen Kapelle – wir haben einen neuen Papst. In Kürze wird der Kardinalprotodiakon den Namen verkünden.

Wann wird der Rauch aus der Sixtina erwartet?

Am 7. Mai ziehen die Kardinäle um 16.30 Uhr ins Konklave. Es kommt dann zu einem Wahlgang. Der erste Rauch wird gegen 18.30 Uhr erwartet.

Am 8. Mai findet der erste Wahlgang um 9.15 Uhr statt. Rauch wird gegen 10.30 Uhr erwartet. Der dritte Wahlgang folgt anschliessend. Der Rauch des dritten Wahlgangs wird nach 12 Uhr erwartet.

Am Nachmittag ab 16.30 Uhr finden nochmals – wenn nötig – zwei Wahlgänge statt. Wenn der erste Wahlgang nicht erfolgreich ist, gibt es kein Rauchzeichen. Schwarzer Rauch steigt also erst auf, wenn beide erfolglos waren.

Was wenn es länger dauert?

Nach dem 13. erfolglosen Wahlgang ist am 11. Mai ein Tag der Besinnung eingeplant. Am 18. Mai folgt eine vierte Wahlunterbrechung mit einem Tag des Gebets, der Reflexion und des Dialogs. Am 19. Mai steht der 35. Wahlgang an, gegebenenfalls mit weiteren Durchgängen in Form einer Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten, die im 34. Wahlgang die meisten Stimmen erhielten. Diese beiden Kandidaten dürfen bei der Stichwahl selbst nicht mitstimmen.

Ablauf der Bekanntgabe eines neuen Papstes

Die Bekanntgabe eines neuen Papstes folgt einem festgelegten, traditionellen Ablauf. Hier ist der detaillierte Ablauf:

1. Papstwahl im Konklave:

Die Kardinäle haben sich im Konklave versammelt und wählen durch geheime Abstimmung einen neuen Papst. Es sind bis zu vier Wahlgänge pro Tag möglich. Ein Kandidat benötigt eine Zweidrittelmehrheit, um gewählt zu werden.

2. Rauch aus dem Schornstein über der Sixtina:

Nach jeder Wahl werden die ausgefüllten Stimmzettel verbrannt. Früher wurden z.B. Pech oder Russ verwendet, um schwarze Farbe zu erzeugen. Heute werden chemische Zusätze hinzugefügt. Schwarzer Rauch (fumus niger) bedeutet, dass noch kein Papst gewählt wurde. Es kommt zu einem nächsten Wahlgang. Weisser Rauch (fumus albus) hingegen signalisiert die erfolgreiche Wahl eines neuen Papstes. Gleichzeitig läuten die Glocken im Petersdom.

3. Annahme des Amtes:

Der gewählte Kardinal wird gefragt: “Acceptasne electionem de te canonice factam in Summun Pontificem?” (zu deutsch: Akzeptierst Du deine kanonisch erfolgte Wahl zum höchsten Pontifex?). Der gewählte Kardinal antwortet (“Accepto“) und wird anschliessend gefragt, welchen Papstnamen er annehmen möchte.

4. Der “Raum der Tränen”:

Der neu gewählte Papst begibt sich in den “Raum der Tränen” um sich einzukleiden.

5. Treueeid der Kardinäle:

Die Kardinäle versammeln sich erneut und leisten dem neuen Papst den Treueeid.

6. Bekanntgabe auf der Benediktionsloggia:

Der Kardinalprotodiakon (zurzeit: Dominique Mamberti) tritt auf die Benediktionsloggia des Petersdoms und verkündet die Wahl mit folgenden Worten: “Annuntio vobis gaudium magnum: Habemus Papam!“ (Ich verkünde euch eine grosse Freude: Wir haben einen Papst!). Danach folgt die Nennung des Namens: Eminentissimum ac Reverendissimum Dominum, Dominum [bürgerlicher Name], Sanctæ Romanæ Ecclesiæ Cardinalem [Nachname], qui sibi nomen imposuit [Papstname].

7. Auftritt des Papstes:

Der neu gewählte Papst tritt auf die Benediktionsloggia und spricht den Apostolischen Segen “Urbi et Orbi” (der Stadt und dem Erdkreis).

In den Tagen nach der Wahl findet eine feierliche Amtseinführung (Inthronisation) statt.

Das Zimmer der Tränen

Das “Zimmer der Tränen“ (italienisch: Stanza delle Lacrime) ist ein kleiner Vorraum in der Sixtinischen Kapelle, der eine besondere Rolle nach der Wahl eines neuen Papstes spielt. Nachdem ein Kardinal zum Papst gewählt wurde und das Konklave beendet ist, zieht er sich in diesen Raum zurück, bevor er sich der Welt als neues Oberhaupt der katholischen Kirche präsentiert.

Die Herkunft der Bezeichnung ist unbekannt, möglicherweise geht die Benennung auf die Tatsache zurück, dass in diesem Raum der “Abschied” des neuen Papstes von seinem bisherigen Leben erfolgt. Eine andere Deutung schreibt die Benennung den tiefen Emotionen zu, die der neu gewählte Papst in diesem Moment durchlebt. Es ist ein Ort der Einkehr, des Gebets und der ersten Reflexion über die Verantwortung, die nun auf seinen Schultern lastet. Oft ist dies auch der Moment, in dem der Papst erstmals alleine ist, nachdem er die Entscheidung angenommen hat.

Im Zimmer der Tränen stehen drei weisse Papstsoutanen in drei verschiedenen Grössen (klein, mittel und gross) bereit. Ausserdem liegt dort eine mit Goldbrokat bestickte Stola, die nur Päpsten vorbehalten ist. Der Papst wählt das passende Gewand aus und legt es an, bevor er erstmals in der Öffentlichkeit als Pontifex erscheint.

Blick in die Medien

News

Video - so wird man Papst

Infografik zum Konklave