Caritas-Sonntag 2025


Am 31. August ist Caritas-Sonntag: «Ja zu einer Welt ohne Armut»

Der diesjährige Caritas-Sonntag steht unter dem Motto «Ja zu einer Welt ohne Armut». Das ist die Vision von Caritas Schweiz und ihr täglicher Auftrag. Die Caritas setzt sich dafür ein, die Lebensbedingungen von armutsbetroffenen Menschen zu verbessern und Armut nachhaltig zu bekämpfen.

Sie tut dies nicht allein, sondern mit starken Partnern – in der Schweiz gemeinsam mit den regionalen Caritas-Organisationen. Und: Sie tut dies mit und dank Ihnen! Ihre Unterstützung macht es möglich, dass Caritas Schweiz Projekte in rund 20 Ländern durchführen kann, dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Wir danken Ihnen herzlich, dass Sie und die Gläubigen Ihrer Pfarrei die Kollekte für diese Arbeit aufnehmen und gemeinsam mit der Caritas armutsbetroffenen und benachteiligten Menschen zur Seite stehen.

Die Zeiten für gelebte Solidarität sind herausfordernd. Vieles wird von der Politik aktuell infrage gestellt. Die Kollekte an diesem Caritas-Sonntag ist ein Ausdruck der Verbundenheit und ein «Ja» zu einer Welt ohne Armut.

Die Caritas dankt für Ihre Kollekte im Gottesdienst!

Hilfe in der Hungerkrise im Sahel

Wetterextreme, politische Unsicherheit und steigende Lebensmittelpreise bedrohen das Leben von Millionen Menschen in Mali und anderen Ländern der Sahelzone. 80 Prozent der Bevölkerung lebt in dieser Region von der Landwirtschaft. Die wenige dafür nutzbare Fläche nimmt jedoch infolge des Klimawandels stetig ab, und die Böden geben kaum noch etwas her. In Dürreperioden ist der Wassermangel akut. Wenn es aber regnet, schwemmen heftige Niederschläge die Nährstoffe und das Saatgut weg. So bleiben die Ernten aus.

Die Folgen für die Menschen sind gravierend: Ernährungsunsicherheit und Hunger nehmen zu. So sind in Mali 1,6 Millionen Kinder unter 5 Jahren akut unterernährt – 11% mehr als 2023.

Die Caritas und ihre Partnerorganisationen unterstützen die betroffenen Familien dabei, ihr Überleben und ihre Ernährung zu sichern – konkret und nachhaltig.

Überleben sichern mit Nothilfe: Während der akuten Dürreperiode verteilt die Caritas Lebensmittel und unterstützt mit Bargeldhilfe, damit die Menschen überleben können.

Perspektiven schaffen mit langfristiger Unterstützung: Gleichzeitig entstehen gemeinsam mit der Bevölkerung langfristige Lösungen:

  • Die Bauernfamilien erhalten Saatgut zur Verbesserung der Selbstversorgung.
  • Um die Ernährungssicherheit dauerhaft zu stärken, schult die Caritas die Kleinbäuerinnen und -bauern in Gemüseanbau, im Einsatz von organischem Dünger für resistentere Anbaumethoden und vermittelt Wissen zur Verarbeitung und Lagerung von Saatgut.
  • Frauen werden bei der Gründung von Gemüsekooperativen unterstützt, damit sie gemeinsam ein Einkommen erwirtschaften können.
  • In einem partizipativen Prozess baut die Caritas gemeinsam mit den Gemeinschaften Dämme und Steinwälle zum Schutz vor Bodenerosion.

«Wir assen meist nur eine Mahlzeit am Tag, und selbst dann war das Abendessen nicht garantiert.» Das erzählt die 46-jährige Mutter und Kleinbäuerin Mariam Banou von der Zeit vor dem Caritas-Projekt. «Dank der Unterstützung der Caritas konnte ich wieder mit dem Gemüseanbau beginnen. Das ermöglicht uns, auf dem Markt einige Lebensmittel zu verkaufen und uns zu ernähren.»

Mariam Banou in ihrem neuen Gemüsegarten.

Hilfe für kriegsbetroffene Kinder in Syrien, der Ukraine und in Gaza

Kriege zerstören Leben, machen Menschen heimatlos und stürzen sie in die Armut. Für Kinder sind die Folgen häufig besonders verheerend: Sie können nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen zur Schule gehen, tragen psychologische Narben von der erlebten Gewalt mit sich und verbringen ihre Kindheit oft unter prekärsten Lebensumständen. Gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen stärkt die Caritas kriegsbetroffene Kinder und trägt dazu bei, ihr Leben zu verbessern.

Syrien

Die syrische Wirtschaft ist nach vierzehn Kriegsjahren am Boden. Viele Eltern verzweifeln an der Frage, wie sie den Lebensunterhalt ihrer Familie sichern können. Caritas Schweiz unterstützt mit ihren lokalen Partnern besonders gefährdete Familien mit Bargeldhilfe für das Nötigste und fördert Geschäftsideen, die langfristiger Einkommen sichern. So können Eltern Schulgebühren, Unterrichtsmaterial oder Tickets für Schulbusse bezahlen und ihren Kindern bessere Bildung ermöglichen. Zudem erhalten Kinder über die Projekte der Caritas individuellen Förderunterricht. Davon profitieren auch Kinder mit Behinderung.

Ukraine

Der Alltag mit dem Krieg, geprägt von täglichen Explosionsgeräuschen, Luftalarmen und regelmässigem Aufsuchen der Schutzkeller, hat bei vielen Ukrainerinnen und Ukrainern tiefe psychische Spuren hinterlassen. In den lokalen Caritas-Zentren erhalten traumatisierte Kinder – darunter viele intern Vertriebene – spezifisch auf sie zugeschnittene psychologische Betreuung durch Fachpersonen, auch ihre Eltern werden begleitet. An Bastelgruppen und Spielenachmittagen können Kinder und Jugendliche Kraft schöpfen und für ein paar Stunden die Schrecken des Krieges vergessen.

Gaza

Mehr als die Hälfte der Menschen in Gaza sind jünger als 19 Jahre. Ihr Überleben ist durch den akuten Mangel an Wasser, Nahrung und anderen lebenswichtigen Gütern besonders bedroht. Gerade Kleinkinder sind für Krankheiten anfällig und leiden massiv unter der Mangelernährung. Unter schwierigsten Umständen behandeln medizinische Teams der Caritas-Partnerorganisation in 10 Gesundheitszentren täglich hunderte Patientinnen und Patienten – darunter viele Kinder – und geben Medikamente ab. Wo möglich wird Wasser verteilt. Da die geplante Abgabe von Materialien wie Windeln oder Seife wegen Einfuhrblockaden nicht möglich ist, leistet die Caritas Notfall-Bargeldhilfe.

Gaza steht am Rand einer Hungersnot. Lesen Sie hier ein Interview mit Sarah Buss, Leiterin der Katastrophenhilfe Ausland bei Caritas Schweiz, zur aktuellen Lage und möglichen künftigen Szenarien für Hilfeleistungen.

Entwicklungszusammenarbeit: Ja zu einer Welt ohne Armut

Die Entwicklungszusammenarbeit ist weltweit enorm unter Druck. Auch das Schweizer Parlament hat Ende 2024 entschieden, das Budget für die Internationale Zusammenarbeit deutlich zu kürzen. Dieser Einbruch der globalen Solidarität gefährdet die Arbeit und Projekte von Organisationen wie der Caritas.

Die entstehende Lücke ist für Millionen von Menschen lebensbedrohlich. Gute und nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit ist angesichts der vielschichtigen globalen und regionalen Krisen heute wichtiger denn je, um Existenzen zu sichern und Perspektiven zu schaffen. Wir zeigen Ihnen hier, wie die Caritas lebensverändernde Entwicklung anstösst.

Wie Entwicklungszusammenarbeit wirkt: Die Geschichte von Hour Sokkea aus Kambodscha

Engagement im Inland: Ja zu einer Schweiz ohne Armut

Mehr als 700’000 Menschen sind in der Schweiz von Armut betroffen. Dafür sind hauptsächlich gesellschaftliche, politische und ökonomische Rahmenbedingungen verantwortlich. Eine Schweiz ohne Armut ist möglich! Caritas Schweiz zeigt auf, wie eine würdige Existenzsicherung für alle Menschen in der Schweiz garantiert werden kann. Weitere Informationen und ein erklärendes Video dazu finden Sie hier.

Ein Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe und Überwindung von Armut ist Bildung. Doch gerade für Erwachsene ist der Weg zu Aus- und Weiterbildung oft mit grossen Hürden verbunden. Strukturelle Barrieren wie Zeitmangel, finanzielle Belastungen oder fehlende Anerkennung erschweren den Zugang. Caritas Schweiz hat die Ursachen des fehlenden Zugangs zu Bildung für alle untersucht und zeigt Lösungsansätze auf. Weitere Informationen und vier persönliche Geschichten über Bildung, Barrieren und berufliche Umwege finden Sie hier.  

Brief von Bischof Charles Morerod zum Caritas-Sonntag

An die katholischen Pfarreien der Schweiz

Freiburg, im Juni 2025

Sehr geehrte Pfarreiverantwortliche,

für den diesjährigen Caritas-Sonntag am 31. August hat Caritas Schweiz das Motto «Eine Welt ohne Armut» gewählt. Gemäss der Definition der Vereinten Nationen bedeutet absolute Armut, mit zwei Franken oder weniger pro Tag leben zu müssen. In den letzten Jahren war die absolute Armut deutlich zurückgegangen, doch sie steigt wieder an. Der Klimawandel, Gewalt, Konflikte, Unterdrückung, schlechte Regierungsführung und die Verweigerung grundlegender Menschenrechte sind hierfür die Hauptursachen.

In der Schweiz, einem der reichsten Länder der Welt, ist die Lage natürlich weit weniger düster. Aber auch hier leben zu viele Kinder, Alleinerziehende, Working Poor oder ältere Menschen in Armut oder sind von Armut bedroht.

Um etwas zu verändern, brauchen wir eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Gemeinsam können wir im Kampf gegen Armut und Ungerechtigkeit viel mehr erreichen als allein. Mit Hilfswerken wie Caritas Schweiz können Sie, ich, Ihre Pfarrei, unsere gesamte Glaubensgemeinschaft und die politisch Verantwortlichen nachhaltig etwas bewirken. Gemeinsam können wir die Zukunft gestalten.

Indem wir heute Spenden für die Arbeit von Caritas Schweiz sammeln, tragen wir dazu bei, Armut in der Welt zu lindern und soziale Gerechtigkeit zu fördern. Ich danke Ihnen, dass Sie die Mitglieder ihrer Gemeinde über die Arbeit der Caritas informieren und sie bitten, diese zu unterstützen.

Mit besten Wünschen und herzlichen Grüssen,

+ Charles Morerod

Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg
Präsident der Schweizer Bischofskonferenz

Das Plakat zum Caritas-Sonntag 2025 zeigt die Venezolanerin Arecinda Yngrid Cambar, die sich nach ihrer Flucht Schritt für Schritt ein neues Leben in Kolumbien aufbaut.

Begleitet von der Caritas hat Iryn Nabagesera (rechts; mit einer Lernenden) aus Uganda mit viel Herzblut und Mut ein florierendes Schneideratelier aufgebaut – ihr Weg aus der Armut. © Emmanuel Museruka/Caritas Schweiz