Zum Bistum St. Gallen gehören die Kantone St. Gallen, Appenzell-Ausserrhoden und Appenzell-Innerrhoden. In den beiden Appenzell wird der Bischof von St. Gallen seit 1866 als Apostolischer Administrator eingesetzt. 143 Pfarreien sind in 33 Seelsorgeeinheiten und acht Dekanate zusammengefasst. Das Bistum St. Gallen zählt 201’000 (2020) Katholiken und Katholikinnen. Das sind 41.4% der Wohnbevölkerung auf dem Gebiet des Bistums. Das Ordinariat befindet sich am Bischofssitz in St. Gallen.
Bistumspatron ist auch sein Namenspatron, der heilige Gallus. Er ist ein Gefährte des heiligen Kolumban, ihre Missionswanderschaft hat sie um das Jahr 612 in die Schweiz geführt.
Mit der Ernennung von Beat Grögli zum neuen Bischof von St. Gallen tritt ein profilierter Theologe, Dompfarrer und erfahrener Seelsorger die Nachfolge von Bischof Markus Büchel an. Grögli, der seit über einem Jahrzehnt als Dompfarrer die spirituelle und liturgische Leitung der Kathedrale St. Gallen innehat, bringt eine tiefe Verbundenheit mit der Diözese und deren Menschen mit.
Er wurde am 22. Mai 2025 durch Papst Leo. XIV. ernannt.
Geschichte des Bistums St. Gallen:
Die Geschichte des Christentums in St. Gallen reicht in die römische Zeit zurück. So trifft Gallus, der mit Kolumban und weiteren iro-schottischen Mönchen von Luxeuil an den Bodensee kommt, in Arbon (arbor felix) auf einen Diakon namens Hiltibold. 612/13 errichtet Gallus im oberen Steinachtal eine Einsiedelei, aus der hundert Jahre später unter der Leitung von Abt Otmar ein eigentliches Kloster entsteht. Vom 9. bis 11. Jahrhundert entwickelt sich dieses zu einer der wichtigsten Kultur- und Bildungsstätten nördlich der Alpen. Nach einem langsamen Niedergang führt der initiative Abt Ulrich Rösch (1463-1491) das Kloster zu neuer Blüte und schafft aus dem verstreuten Klosterbesitz einen geschlossenen Territorialstaat: Das Kloster wird zur Fürstabtei. 1805 hob der neu gegründete Kanton St. Gallen das Kloster auf und übertrug die Verwaltung der kirchlichen Güter dem Katholischen Konfessionsteil. Nach Aufhebung des Klosters und des Bistums Konstanz (1821) waren die kirchlichen Verhältnisse eine Zeit lang nur provisorisch geregelt. Ein 1823 errichtetes Doppelbistum Chur-St. Gallen blieb unbeliebt und ohne Erfolg. Erst 1847 konnte, nach langen Verhandlungen zwischen dem Administrationsrat und dem Vatikan, ein eigenständiges Bistum St. Gallen errichtet werden. Die Kathedrale bildet mit dem Stiftsbezirk, insbesondere mit der Stiftsbibliothek und dem Stiftsarchiv, den Kern des Unesco-Weltkulturerbes.
Der Bischof ist immer Diözesanpriester des Bistums, er wird vom Domkapitel gewählt. Dieses erstellt eine Sechserliste. Das Katholische Kollegium kann bis zu zwei Kandidaten als mindergenehm erklären. Der Heilige Stuhl prüft vor der Wahl die Liste.
Der Stiftsbezirk ist seit 1983 UNESCO-Weltkulturerbe. Hier lebt das Erbe der 1805 aufgehobenen Fürstabtei St. Gallen in verschiedenen Institutionen weiter. Einige Gebäude werden durch die Verwaltung des Kantons St. Gallen genutzt. Noch heute tagt das Kantonsparlament in der ehemaligen Residenz des Fürstabtes. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich das Stiftsarchiv und das Staatsarchiv.
Die Kerngebäude übergab der Kanton St. Gallen den Katholiken, sie werden bis heute vom Katholischen Konfessionsteil verwaltet. Dort befindet sich die Bischofswohnung, die Verwaltung des Bistums, die Verwaltung des Konfessionsteils, die Katholische Sekundarschule (auch «Flade» genannt), die Diözesane Kirchenmusikschule und die Stiftsbibliothek.
Aus der ehemaligen Klosterkirche wurde zunächst die katholische Pfarrkirche der Stadt St. Gallen und mit der Gründung des Bistums auch die Kathedrale der Diözese.
Weitere Informationen: Bistum St. Gallen
