Papst ab Dienstag in der Gemelli-Klinik
Papst Leo XIV. wird am Dienstagvormittag in die römische Gemelli-Klinik eingeliefert. Dies bestätigte das vatikanische Preesseamt am Montagnachmittag. Bereits hat er beste Wünsche für die geplante Lungenoperation erhalten.
Ludwig Ring-Eifel
(CIC/KNA) Der Papst selbst hatte am Sonntag mitgeteilt, dass er wegen eines Knotens in der Lunge operiert werden müsse. Der Religionsbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Rachel (CDU), wünscht Papst Leo XIV. alles Gute für seine anstehende Operation.
«Unsere besten Wünsche und Gedanken sind bei Papst Leo XIV. vor der anstehenden Operation. Ich wünsche ihm einen guten Verlauf der Operation und eine schnelle Genesung», sagte Rachel am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin.
Weiter fügte er hinzu: «Seine klare wertebasierte und ethisch fundierte Stimme wird in dieser Welt der Konflikte und Kriege mehr denn je gebraucht.»
Papst Leo XIV. hatte noch am Sonntag überraschend angekündigt, dass er sich «in den kommenden Tagen» einer Lungenoperation unterziehen werde. «Kürzlich haben die Ärzte bei einigen Untersuchungen einen begrenzten Knoten in meiner Lunge festgestellt», so das Kirchenoberhaupt. «Er wurde in einem sehr frühen Stadium entdeckt und ist gut lokalisiert. Die Ärzte halten einen Eingriff für angebracht.»
Labor-Befund wird entscheidend
Genauere Informationen über einen Labor-Befund sind erst nach der Operation aus der Gemelli-Klinik zu erwarten. Neben der medizinischen Sachfrage werden aber auch zeitliche Vorgaben diskutiert, denen der Papst unterliegt.
Die Ärzte drängten offenbar auf einen möglichst raschen Eingriff, um das Risiko einer im Lungengewebe weiter wachsenden Bedrohung zu minimieren. Deshalb, so heisst es im Vatikan, sei der Papst sogar bereit gewesen, einen Termin abzusagen, der ihm sehr am Herzen lag: Den Abschlussgottesdienst des weltweiten Bischofstreffens über die aktuelle Krise von Ehe und Familie.
Bischofstreffen zu Ehe und Familie ändert sich
Wegen des am Dienstag bevorstehenden Krankenhausaufenthaltes von Papst Leo XIV. ändert sich der Ablauf eines weltweiten Bischofstreffens zu Ehe und Familie im Vatikan. Wie Pater Giacomo Costa vom vatikanischen Organisationskomitee am Montag vor Journalisten mitteilte, sagte der Papst seine Teilnahme am Abschlussgottesdienst des Treffens für Mittwochmorgen ab.
Stattdessen habe er den neuen Kardinaldekan der katholischen Kirche, den philippinischen Kurienkardinal Luis Tagle (69) damit beauftragt, den Gottesdienst zu leiten. Leo XIV. hatte Tagle erst vergangene Woche als Vorsitzenden dieses wichtigen Gremiums bestätigt, das unter anderem nach dem Tod eines Papstes interimistisch die Kirche leitet.
Abschlussbericht kommt später
Zudem habe sich der Papst vorbehalten, den Abschlussbericht des Bischofstreffens zu einem späteren Zeitpunkt zur Kenntnis zu nehmen und darauf mit eigenen Worten zu reagieren, erklärte Costa. Bei dem vom 7. bis 14. Oktober angesetzten Treffen hatten Kirchenvertreter aus allen Erdteilen erhebliche Unterschiede zwischen der Lehre der Kirche und insbesondere dem Zusammenleben von Paaren vor der Ehe festgestellt. Neben Geistlichen waren auch Eheleute und Familien an der Versammlung beteiligt.
Der Abschlussbericht über die Einlassungen der Teilnehmer zu dem Thema sollte ursprünglich zeitnah veröffentlich werden. Die Arbeitsphase des Treffens endet am Dienstagnachmittag, kurz vorher wird der Papst in die Gemelli-Klinik eingeliefert.
Die Gemelli-Klinik ist das akademische Lehrkrankenhaus der Katholischen Universität «Sacro Cuore» in Rom. Das Klinikum nahm seinen Dienst 1964 auf; es gilt als eines der besten Krankenhäuser Roms. Seinen Namen verdankt es dem Mediziner und Psychologen Pater Agostino Gemelli (1878-1959). Nach dem plötzlichen Tod von Johannes Paul I. (1978) wurde im zehnten Stock der Klinik ein eigenes Appartement für Päpste reserviert. Bis dahin wurden sie im Fall einer Erkrankung im Vatikan oder am Sommersitz Castel Gandolfo medizinisch behandelt. Der «Papst-Trakt» der Klinik besteht aus einem Krankenzimmer, einer Kapelle und Räumen für die engsten Mitarbeiter und Betreuer des Kirchenoberhauptes. Die Abteilung ist nur über einen streng bewachten eigenen Aufzug zu erreichen. Johannes Paul II. wurde am 13. Mai 1981, nach dem Attentat auf dem Petersplatz, ins Gemelli gebracht. Danach suchte er die Klinik noch mehrere Male wegen unterschiedlicher Erkrankungen und Operationen auf, bevor er am 2. April 2005 im Vatikan starb.Mit «Papst-Trakt»
Hier geht es zur › Bestellung einzelner Beiträge von kath.ch.




