Papst für andere Konfliktkultur in der Kirche
Konflikte zwischen Personen verlaufen in der Kirche oft ähnlich wie anderswo: Man stichelt und lästert, statt respektvoll zu sprechen. Papst Leo XIV. empfiehlt andere Wege, damit umzugehen. Die stehen schon in der Bibel.
Ludwig Ring-Eifel
(CIC) Eine radikal andere Konfliktkultur hat Papst Leo XIV. für die Mitglieder christlicher Kirchen gefordert. Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz sagte er am jüngst, Jesus gebe «jeder christlichen Gemeinschaft mindestens zwei Wege vor, die gegenseitige Liebe zu leben». Der erste Weg sei die sogenannte brüderliche Zurechtweisung.
Diese bis heute vor allem in Ordensgemeinschaften praktizierte Form der Konfliktaustragung sei «eine feinsinnige und allzu oft vergessene Kunst, die Offenheit und behutsames Vorgehen erfordert.» Weiter führte der Papst aus: «Offen miteinander zu sprechen – zunächst unter vier Augen, dann, falls nötig, unter zwei oder drei Personen, und schliesslich, wenn notwendig, mit der gesamten Gemeinschaft – bedeutet, sich der Wirklichkeit zu stellen und Probleme und Konflikte in Prozesse zum Wachstum zu verwandeln.»
«Klagen und Lästern führt zu nichts»
Die von manchen Christen bevorzugten Wege der «Klagen und Lästereien» wirkten zwar einfacher, führten aber zu nichts – ausser zu Stillstand in vielen Situationen. Als zweiten Weg der geschwisterlichen Einigung für Christen empfahl der Papst das gemeinsame Gebet.
Jesus habe gesagt: «Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten». Dies setze voraus, «dass wir gemeinsame Wünsche, gemeinsame Leiden und gemeinsame Hoffnungen haben und durch das Gebet in der Einheit wachsen können.» Weiter sagte er: «Durch die Gnade sind wir Brüder und Schwestern, die sich einigen können, indem wir uns begegnen, vergeben und im Herrn einander zuhören.»
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