Nach Visitation des Vatikans – Abt von Heiligenkreuz gibt sein Amt ab
Nach Abschluss der Visitation durch Rom will der Abt des österreichischen Stifts Heiligenkreuz sein Amt in jüngere Hände legen. Die Untersuchung folgte Hinweisen auf Leitungsprobleme; der Vatikan verlangte Reformen.
(KNA) Maximilian Heim (65) gibt sein Amt als Abt der Zisterzienserabtei Heiligenkreuz im Wienerwald ab. Wie das österreichische Stift am Donnerstag mitteilte, will der in Deutschland geborene Ordensmann am 14. September «sein Amt in jüngere Hände legen» – ein knappes halbes Jahr vor dem Ende seiner zweiten Amtsperiode. Heim leitete die Abtei nahe Wien seit 2011. Laut Mitteilung werden die mehr als 80 Mönche anschließend aus ihren Reihen einen Nachfolger wählen – zunächst für drei Jahre.
Zuvor war eine Visitation in der Abtei abgeschlossen worden. In den vergangenen Monaten hatten vom Vatikan beauftragte Visitatoren Gespräche mit Mönchen und zahlreichen Personen über die Situation im Kloster geführt. Bereits nach Bekanntwerden der Visitation war Heim
2025 aus gesundheitlichen Gründen von seinem weiteren Amt als Abtpräses des Ordens für ganz Österreich zurückgetreten. Auch jetzt verwies er auf eine «Herzerkrankung im vergangenen Jahr».
Vatikanische Vorgaben
Im Anschluss an die Untersuchung hatte der Vatikan laut früheren Angaben des Stifts konkrete Vorgaben formuliert: So sollen unter anderem die interne und externe Kommunikation verbessert sowie klare strategische Prioritäten für die Gemeinschaft entwickelt werden. Auch die theologische und spirituelle Ausrichtung des Klosters stehe auf dem Prüfstand, hieß es. Weitere Schwerpunkte sollten den Angaben zufolge die sinnvolle Heranführung junger Menschen an das Ordensleben sowie die Schärfung von Identität und Selbstbild des Stifts sein.
Die vatikanischen Untersuchungen wurden mit Hinweisen auf Probleme in Leitung und Verwaltung der Abtei begründet. Zugleich waren anonyme Schreiben mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs und der Verletzung des Beichtgeheimnisses bekannt geworden. Parallel zum Vatikan ermittelte die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt zur Identität des Verfassers.
Der neue Abtpräses der Zisterzienser in Österreich, Pius Maurer, würdigte Heims Wirken, der «eine lebendige Gemeinschaft, die über die Grenzen Österreichs ausstrahlt» übergebe. Zugleich erklärte er, nach Rücksprache mit der Ordensbehörde im Vatikan werde im September «kein Abt, sondern ein Administrator für drei Jahre gewählt, da mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten noch nie an einer Abtwahl teilgenommen hat».
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