Touristen vor dem Haupteingang des Kölner Doms.
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Eintritt für Kölner Dom – Verein wegen Mitgliederboom überlastet

Weil sie sich den Eintritt für den Kölner Dom sparen wollen, treten Tausende Menschen in einen Förderverein ein – zum Mindesttarif. Der Zentral-Dombau-Verein kommt mit der Bearbeitung der Anträge kaum hinterher.

(KNA) Der neue Eintritt für den Kölner Dom beschert einem Förderverein einen Mitgliederboom – aber auch Schwierigkeiten. Die Geschäftsstelle des Zentral-Dombau-Vereins (ZDV) sei «ziemlich überlastet», sagte Präsidentin Barbara Schock-Werner dem Internetportal domradio.de. «Wir haben zwar eine neue Halbtagskraft eingestellt, aber es sind noch 1400 unbearbeitete Anträge im Computer.» Zudem zahle die Mehrheit der neuen Mitglieder nur den Mindestbeitrag von 20 Euro pro Jahr. Das könnte zu finanziellen Problemen führen.

Rund 10’000 Personen wollen neu Mitglied werden

Seit dem 1. Juli kostet der Kölner Dom zwölf Euro Eintritt für Touristinnen und Touristen. ZDV-Mitglieder dürfen hingegen gratis in Deutschlands bekannteste Kirche, weil sie mit ihren Vereinsbeiträgen bereits zum Erhalt der Kathedrale beitragen. Allein in der ersten Woche nach Bekanntgabe der Eintrittshöhe erhielt der Verein 1200 neue Mitgliedsanträge – normalerweise sind es pro Woche etwa 20. Mittlerweile sind rund 10’000 Anträge eingegangen.

Höhere Mitgliedsbeiträge für den Dom

Die meisten Neumitglieder wählen laut Schock-Werner nur den Mindestbeitrag von 20 Euro. «Daran muss ich ein bisschen arbeiten. Ich muss klar sagen: Herzlich willkommen, ich freue mich über jedes neue Mitglied, aber überlegen Sie mal, ob Ihnen der Dom nicht doch auch 50 Euro wert ist», sagte die frühere Dombaumeisterin. Die Bestandsmitglieder zahlten überwiegend 50 oder 100 Euro. «Immerhin geht es ja um das Engagement für den Dom.»

Der Verein denke trotzdem nicht darüber nach, die Beiträge zu erhöhen. Schock-Werner appellierte an alle, die es sich leisten könnten, mindestens 50 Euro zu zahlen. «Selbstverständlich können auch alle Leute, die wirklich wenig Geld haben, auch für 20 Euro ein Mitglied sein und bekommen alle Vergünstigungen. Nur wenn es zu viele werden, wird es finanziell ein bisschen schwierig.»

Eintritt am Dom soll Einnahmen erhöhen

Der Kölner Dom hat in den vergangenen Jahren mehr Geld gekostet, als er Einnahmen gebracht hat. Die neue Eintrittsgebühr soll die Finanzlage verbessern und Erhalt, Betrieb und Schutz der Kirche auch in Zukunft sichern. Für das laufende Jahr rechnet das Domkapitel mit Ausgaben von 16 Millionen Euro. Ohne Eintritt wären davon 4 Millionen Euro nicht gedeckt.

Die Einführung der Zugangsgebühr hat sowohl Verständnis als auch Kritik hervorgerufen. Befürworter argumentieren, dass der Dom Geld für seinen Erhalt erwirtschaften müsse. Kritiker befürchten eine Kommerzialisierung sakraler Räume und einen Rückzug der Kirche aus der Öffentlichkeit.

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Touristen vor dem Haupteingang des Kölner Doms. | © Barbara Ludwig
13. August 2026 | 07:00
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