Kardinal Joseph Ratzinger, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, spricht bei einer Pressekonferenz zum Thema Freimaurer-Dekret am 26. November 1983 in Rom.
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Kirche sagt Trauerfeiern für Freimaurer in Italien ab

Geheimnisumwoben, verschwiegen und für die katholische Kirche bis heute unvereinbar mit dem Glauben: In Italien hat die Mitgliedschaft in einer Freimaurerloge zur Absage zweier katholischer Trauerfeiern geführt.

Severina Bartonitschek (CIC)

Keine kirchliche Trauerfeier für Freimaurer: In Italien sind am vergangenen Wochenende die Beerdigungen zweier Männer kurzfristig abgesagt worden, nachdem deren Mitgliedschaft in einer Freimaurerloge bekannt geworden war.

Im Papstbistum Rom stoppte Kardinalvikar Baldassare Reina die Begräbnisfeier für den bekannten Komponisten Bruno Battisti D’Amario und genehmigte nur ein kurzes Gebet, wie die Zeitung «La Stampa» berichtete. Demnach war der mit 88 Jahren verstorbene D’Amari Gründer der römischen Loge des Grande Oriente d’Italia und komponierte die offizielle Hymne der Freimaurerorganisation.

Etwa zeitgleich setzte der Bischof von Ventimiglia-Sanremo eine Trauerfeier aus demselben Grund aus. Antonio Suetta hatte aus der lokalen Presse von der Logenzugehörigkeit eines Verstorbenen erfahren. In den nächsten Tagen wolle das Bistum entsprechende rechtlich-pastorale Hinweise für solche Fälle veröffentlichen.

Katholische Kirche lehnt Freimaurerei ab

Nach katholischer Lehre ist die Mitgliedschaft in einer freimaurerischen Vereinigung unvereinbar mit dem christlichen Glauben. Der Chef der vatikanischen Glaubensbehörde, Kardinal Víctor Manuel Fernández, hatte Ende 2023 ein Dokument unterzeichnet, in dem er die kirchliche Ablehnung der Freimaurerei bekräftigte, die zuletzt 1983 in einer Erklärung der Glaubensbehörde, damals unter der Leitung von Kardinal Joseph Ratzinger, festgelegt worden war.

Die Freimaurer gibt es seit mehr als 300 Jahren in ihrer heutigen Form. Sie wollen Menschen unterschiedlicher Herkunft auf der Grundlage gemeinsamer ethischer Werte zusammenbringen. Wegen der Verschwiegenheitspflicht, die für ihre Versammlungen gilt, und Ritualen, bei denen nur Eingeweihte dabei sein dürfen, haben die Freimaurer den Ruf eines mysteriösen Geheimbunds.

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Kardinal Joseph Ratzinger, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, spricht bei einer Pressekonferenz zum Thema Freimaurer-Dekret am 26. November 1983 in Rom. | © KNA
10. August 2026 | 16:00
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