Oberin Suzanne Kolouma Béavogui (vorne links), daneben die Schwestern Aminata Dorcas Coulibly und Margaret Jagbeh. Hinten links die Schwestern Yah Lydie Koffi und Denise-Angèle Emery, rechts Bischof Jean-Marie Lovey
Schweiz

Schwester aus Guinea ist neue Generaloberin der Ursulinen in Sitten

Schwester Suzanne Kolouma Béavogui ist am 31. Juli 2026 zur Generaloberin der Schwestern von St. Ursula in Sitten gewählt worden. «Die Kongregation bittet mich um diesen Dienst», sagt die Ordensfrau. Sie hat bisher in Guinea ein landwirtschaftliches Ausbildungszentrum geleitet.

Bernard Hallet (cath.ch) und Regula Pfeifer (kath.ch)

Die Generalkongregation hat Schwester Suzanne Kolouma Béavogui für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt. Dies teilte Schwester Aminata Dorcas Coulibaly am 5. August gegenüber cath.ch mit.

Die Generaloberin selbst sagt am 7. August gegenüber kath.ch: «Für mich ist die Wahl zur Oberin der Schwestern der Heiligen Ursula keineswegs eine Beförderung, sondern vielmehr ein Dienst, um den mich die Kongregation genau in diesem Moment unserer Geschichte bittet. Es hätte auch eine andere Schwester sein können, die mehr Verdienste hat als ich; aber nun ist die Wahl auf mich gefallen.»

Zweite Generaloberin aus Afrika

Béavogui ist laut eigenen Aussagen die zweite afrikanische Ordensfrau, welche die Kongregation von St. Ursula in Sitten führt. Sie stammt aus Guinea.

«Bevor ich zur Generaloberin gewählt wurde, war ich Leiterin eines landwirtschaftlich-pastoralen Zentrums in der Republik Guinea», berichtet Béavogui. Das Zentrum bilde junge Menschen und Frauen aus und helfe ihnen, durch landwirtschaftliches Unternehmertum in einem integrierten agroökologischen System ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. «Diese Arbeit liebe ich, weil sie ganz im Sinne unseres Charismas ist, das darin besteht, Jesus Christus durch Bildung bekannt zu machen und lieben zu lernen, wobei Frauen und den Ärmsten der Vorzug gilt», sagt die neue Generaloberin.

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Gemäss der Konstitution musste Béavogui für ihre Wählbarkeit neben «der Vereinigung mit Gott in tiefem Glauben, Demut, der Kenntnis und Liebe zur Kongregation, aufrichtiger Liebe zu allen Schwestern, einem gefestigten Urteilsvermögen und geistlicher Unterscheidungskraft in der Nächstenliebe» mindestens acht Jahre in Ewigen Gelübden gestanden haben.

Vier Nationen im Leitungsgremium

Während des Kapitels Ende Juli wurden zudem eine Assistentin und Beraterin – Schwester Aminata Dorcas Coulibaly – sowie drei Beraterinnen – die Schwestern Denise-Angèle Emery, Yah Lydie Koffi und Margaret Jagbeh – gewählt. Sie werden die Generaloberin in ihrem Amt unterstützen. Diese Ordensschwestern müssen drei Jahre Ewige Gelübde vorweisen, um wählbar zu sein. «Wir sind eine internationale Kongregation, daher setzt sich der Rat aus vier Nationalitäten zusammen: Guinea, Schweiz, Elfenbeinküste und Liberia», beschreibt Béavogui das neue Leitungsgremium.

Am Wahlkapitel nahmen 21 Kapitularinnen teil, alles Ordensfrauen, die die Ewigen Gelübde abgelegt hatten. Die Wahl fand unter dem Vorsitz des Bischofs von Sitten, Jean-Marie Lovey, statt – in geheimer Abstimmung, so Schwester Coulibaly. Zur Amtseinführung ist keine besondere Zeremonie vorgesehen.

Die Schwestern der Heiligen Ursula

Die Föderation der Schwestern der Heiligen Ursula von Anne de Xainctonge umfasst sieben Häuser oder Kongregationen. Diese sind alle unabhängig, leben aber nach demselben Charisma und haben dieselben Konstitutionen, nach denen sie ihr Ordensleben richten.

Das Haus von Dole – im heutigen französischen Departement Jura – ist die Wiege der Gemeinschaft der Heiligen Ursula; dort gründete Anne de Xainctonge 1606 ihre Kongregation. Heute haben die Schwestern von Dole Gemeinschaften in Frankreich und eine in Belgien. Die Niederlassung in Sitten wurde 1884 von der Niederlassung in Brig gegründet. Anschliessend wurden Gemeinschaften an der Elfenbeinküste eröffnet. Die Ordensfrauen sind auch in Guinea tätig. (bh)


Oberin Suzanne Kolouma Béavogui (vorne links), daneben die Schwestern Aminata Dorcas Coulibly und Margaret Jagbeh. Hinten links die Schwestern Yah Lydie Koffi und Denise-Angèle Emery, rechts Bischof Jean-Marie Lovey | © zVg
7. August 2026 | 17:19
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