Bei der Festung Motto Bartola oberhalb Airolo startet die Pilgerwanderung auf den Gotthard.
Schweiz

1. August-Feier: Mit Franziskus-Impulsen zur Gotthard-Messe pilgern

Wer zum 1. August-Gottesdienst auf dem Gotthardpass pilgern will, kann dies in einer Gruppe tun. Der katholische Pfarrer Paolo Solari aus Novazzano leitet die Gruppe von der militärischen Festung Motto Bartola ob Airolo aus – und thematisiert dabei eine frühe Vision des Heiligen Franziskus.

Regula Pfeifer

Ein Weg zur kirchlichen Bundesfeier auf dem Gotthard führt über eine Pilgerwanderung von der Festung Motto Bartola aus. Diese widmet sich am kommenden 1. August dem jungen heiligen Franziskus. Den Input dazu hat der Priester Paolo Solari vom Bistum Lugano erhalten, er ist Pfarrer von Novazzano unweit von Chiasso TI. «Da wir in diesem Jahr des 800. Todestages des heiligen Franziskus gedenken, wurde mir von der Diözese vorgeschlagen, mir einen Anlass zu überlegen, der sein Vermächtnis wieder lebendig werden lässt», sagt Solari gegenüber catt.ch.

Vision von San Damiano

Er entschied sich, die Vision von San Damiano zu thematisieren. «Diese geht auf die Jugendzeit des Franziskus zurück, als er noch auf der Suche war.» Laut den Hagiografien sprach Jesus am Kreuz in der verfallenen Kirche San Damiano in Assisi zum jungen Franziskus und verkündete ihm seine Berufung: Er müsse die Kirche wiederherstellen und sich dafür den Armen und der Natur widmen.

Heilige Klara und Heiliger Franziskus von Assisi – Fresko um 1520 in San Damiano in Assisi
Heilige Klara und Heiliger Franziskus von Assisi – Fresko um 1520 in San Damiano in Assisi

In jungen Jahren sei Franziskus auch einem Aussätzigen begegnet, was in ihm eine Bekehrung zur Liebe und zum Vertrauen in Gott auslöste. Die frühen Jahre seien von «grundlegender Bedeutung» gewesen, sagt Solari. Damals entwickelte Franziskus das Gebet «O hoher und herrlicher Gott, erleuchte die Finsternis meines Herzens». Dieses Gebet wählte Solari für die Meditationen auf dem Pilgerweg aus.

Gebet als Meditation

Das Gebet sei einfach und leicht auswendig zu lernen. «Und es kann viele Menschen inspirieren, egal in welcher Lebenssituation sie sich befinden – Verlobte, Ehepaare oder Ordensleute.» Auf dem Pilgerweg wird das Gebet in vier Etappen meditiert. Dazu kommen «einfache Lieder und Gebete, zum Beispiel das franziskanische ‹Laudato sii›, sagt der Priester. Und auch Stille gebe es, um die Natur zu erleben.

Jeder sei in seinem eigenen Tempo unterwegs, sagt der Pilgerleiter laut catt.ch. «Wir wollen keine sportliche Veranstaltung anbieten, auch wenn wir auf einem Bergweg wandern werden, sondern einen spirituellen Moment.»

Die Pilgerreise von Motto Bartola zum Gotthardpass wird bereits seit einigen Jahren organisiert. Es gehe darum, das Vaterland auch im Geiste zu feiern – und zwar als spirituellen Akt, als Gebet zum Wohl der Schweiz und für den Frieden in der Welt, so Solari.

Glauben wiederentdecken

Der Pfarrer betont, wie wichtig es sei, als Christen den wahren Reichtum, also den Glauben, wiederzuentdecken. «Franziskus hat sein Leben eindeutig neu ausgerichtet, indem er zu den Wurzeln des Evangeliums zurückkehrte.»

Treffpunkt für die Pilgerreise: am 1. August um 7.30 Uhr bei den Parkplätzen der Festung Motto Bartola.

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Bei der Festung Motto Bartola oberhalb Airolo startet die Pilgerwanderung auf den Gotthard. | © CC BY-SA 3.0
28. Juli 2026 | 16:00
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