Ehemaliger SBK-Generalsekretär, Domherr und Regens Agnell Rickenmann verstorben
Der frühere Generalsekretär der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Agnell Rickenmann, ist am 19. Juli im Alter von 63 Jahren verstorben. Zuletzt war er Regens des Luzerner Priesterseminars und lebte seit Herbst 2024 als Einsiedler auf dem Wiesenberg im Kanton Nidwalden.
Jacqueline Straub
«Ich möchte ein kontemplatives Leben führen, ein Leben aus Gebet und Betrachtung», sagte Agnell Rickenmann im Jahr 2024 gegenüber kath.ch, als er verkündete, dass er seine Stelle als Regens des Priesterseminars in Luzern abgibt und stattdessen Einsiedler wird. «Es hat mich schon oft in die Einsamkeit gezogen. Das hat mir immer gutgetan.» Nun ist er nach kurzer Krankheit im Alter von 63 Jahren gestorben.
Agnell Rickenmann wirkte bei der Schweizer Bischofskonferenz von 2001 bis 2006 als Generalsekretär. Während seiner Amtszeit setzte er wichtige Akzente in der kirchlichen Arbeit auf nationaler Ebene, schreibt die SBK in einer Mitteilung. Besonders engagierte er sich für die Berufungspastoral und trug wesentlich zur Neubelebung der interdiözesanen Berufungsarbeit bei. Ein besonderes Anliegen war ihm das Jahr der kirchlichen Berufungen 2006.
Gründung und Entwicklung mehrerer Stabskommissionen
Darüber hinaus begleitete er die Gründung und Entwicklung mehrerer Stabskommissionen der Bischofskonferenz. Dazu gehören die Kommission für den Dialog mit den Muslimen (2001), die Bioethik-Kommission sowie das Fachgremium «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld» (2002). Neben seiner Tätigkeit als Generalsekretär war Rickenmann auch als Hochschuldozent tätig.
In seine Amtszeit fiel zudem der Besuch von Papst Johannes Paul II. anlässlich des ersten Nationalen katholischen Jugendtags am 5. und 6. Juni 2004. Die Reise war die vorletzte Auslandsreise des Papstes. Ebenfalls wirkte Rickenmann an den Vorbereitungen des Ad-limina-Besuchs der Schweizer Bischofskonferenz bei Papst Benedikt XVI. mit, der im November 2006 stattfand.
Widmete sich Ausbildung angehender Priester
Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt widmete sich Agnell Rickenmann verstärkt der Ausbildung angehender Priester im Priesterseminar Basel. Gleichzeitig blieb er der Pfadfinderpastoral eng verbunden und engagierte sich als kirchlicher Begleiter.
Seine besondere Marienfrömmigkeit prägte auch sein Wirken als Pfarrer am Marienheiligtum in Oberdorf bei Solothurn. Darüber hinaus galt sein wissenschaftliches Interesse den Kirchenvätern und Kirchenmüttern sowie der Kirchengeschichte, die er als wichtigen Schlüssel für das Verständnis aktueller seelsorgerischer Herausforderungen betrachtete.
Regens des Luzerner Priesterseminars
Von 2017 bis 2024 war er Regens des Luzerner Priesterseminars. Dort war er für die Ausbildung aller Studentinnen und Studenten verantwortlich, die sich im Bistum Basel auf einen kirchlichen Dienst vorbereiteten. Schon 2022 sprach er mit Bischof Felix Gmür darüber, dass es ihn in die Einsiedelei ziehe. «Wenn er damals dagegen gewesen wäre, hätte ich alles nicht in Betracht gezogen», sagt Agnell Rickenmann 2024 gegenüber kath.ch. Im Herbst 2024 wurde er dann Einsiedler auf dem Wiesenberg in 1000 Meter Höhe. Er liegt in Nidwalden und gehört zu politischen Gemeinde Dallenwil.
«Agnell Rickenmann war ein offener, fröhlicher Priester, beseelt von einer tiefen Spiritualität, die er mit Einfachheit und Freude an alle weitergab, denen er begegnete», schreibt die Schweizer Bischofskonferenz in ihrer Mitteilung, spricht den Angehörigen und Wegbegleitern des Verstorbenen ihr Beileid aus und erinnert mit Dankbarkeit an seinen Dienst für die Kirche.
*Die Beisetzung findet am Freitag, 24. Juli, um 9.30 Uhr in der Kathedrale St. Ursen in Solothurn statt. Der Dreissigste wird am Sonntag, 30. August, um 11 Uhr in Oberdorf SO gefeiert.
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