Papst Leo XIV. empfängt Aram I., Katholikos der Armenischen Apostolischen Kirche, am 18. Mai 2026 im Vatikan.
Vatikan

Papst an deutschsprachige Pilger: Willkommens- Aufruf zu Fronleichnam

An Fronleichnam zeigen morgen Katholiken öffentlich ihren Glauben, dass Gott in Brot und Wein unter ihnen ist. Ein Fest mit vielen äusseren Zeichen – an diesen sollen sich die Gläubigen beteiligen, so der Papst.

Sabine Kleyboldt

(CIC) Papst Leo XIV. hat die Katholiken aufgerufen, beim bevorstehenden Fronleichnamsfest ihren Glauben öffentlich zu zeigen. Die Prozessionen, bei denen in vielen Ländern die Monstranz mit der geweihten Hostie durch die Straßen getragen wird, seien ein Ausdruck der Volksfrömmigkeit gegenüber der Eucharistie, sagte er am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. «In diesem Sinne möchte ich Sie ermutigen, diese schöne Form des öffentlichen Glaubensbekenntnisses zu bewahren», so der Papst.

An Fronleichnam, dem Hochfest des Leibes und Blutes Christi, erinnern Katholiken an das Sakrament der Eucharistie, in dem Gott laut kirchlicher Lehre in Brot und Wein unter ihnen ist. In Deutschland wird das Fest am Donnerstag gefeiert, in vielen Ländern jedoch erst am Sonntag. Papst Leo XIV. wird bei seiner bevorstehenden Spanienreise (6.-12. Juni) am Sonntag in Madrid die Fronleichnamsprozession leiten, zu der Hunderttausende erwartet werden.

Bestärkung für Seelsorger im Nahen Osten

Wie üblich, richtete er nach seiner Katechese Grüsse an die verschiedenen Sprachgruppen. Dabei wandte er sich eigens an die Priester und Ordensleute im Nahen Osten: «Ich begleite Ihren Dienst und die Erwartungen Ihrer Länder mit meinen Gebeten und meinem Segen.» Den deutschsprachigen Pilgern wünschte er «einen guten Aufenthalt in der Ewigen Stadt, der euch helfen möge, im Glauben zu wachsen».

Eigens grüsste er die Vereinigung der Österreicher in Rom, die ihr hundertjähriges Bestehen feiert. Danach sagte er lächelnd auf Deutsch «Willkommen», wofür er Beifall erhielt.

Liturgie nicht als stumme Zuschauer erleben

Seine Katechese drehte sich wie bereits in den letzten Wochen um Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Deren Liturgiekonstitution betone, die Christen sollten dem Geheimnis des Glaubens, dem eucharistischen Opfer, nicht wie «Aussenstehende oder stumme Zuschauer beiwohnen», sondern vielmehr durch die Riten und Gebete dieses Mysterium verstehen lernen, so der Papst.

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Der Ritus der Liturgie beziehe die Gläubigen mithilfe einer klar definierten Abfolge von Gebeten und Gesten mit ein, und führe sie hin zum Hören des Wortes Gottes, zur Danksagung und Anbetung, zum brüderlichen Teilen und zur kirchlichen Gemeinschaft, unterstrich Leo XIV. Er rief dazu auf, sich auf die Zeichen und Symbole der Liturgie einzulassen, die helfen, das Geheimnis Christi immer tiefer zu erschliessen.


Papst Leo XIV. empfängt Aram I., Katholikos der Armenischen Apostolischen Kirche, am 18. Mai 2026 im Vatikan. | © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
3. Juni 2026 | 14:00
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