Papst Leo XIV. trifft am 13. April 2026 am internationalen Flughafen Houari Boumédiène in Algier (Algerien) ein.
Vatikan

Papst reagiert auf Trumps Kritik: Habe keine Furcht vor US-Regierung

Mit ungewöhnlich scharfen Worten hat US-Präsident Trump den Papst kritisiert. Leo XIV., der sich zuletzt mehrfach gegen den Irankrieg gewandt hatte, antwortete aus dem Flieger zu Beginn seiner zehntägigen Afrikareise.

Sabine Kleyboldt, Ludwig Ring-Eifel und Severina Bartonitschek

(CIC) Überschattet von der Polemik des US-Präsidenten Donald Trump hat Papst Leo XIV. am Montagmorgen seine zehntägige Afrikareise begonnen. Auf dem Weg nach Algerien wies er noch im Flugzeug Trumps Kritik zurück. «Ich fürchte weder die Trump-Regierung noch das offene Aussprechen der Botschaft des Evangeliums», sagte er vor Journalisten. Er sei kein Politiker und wolle sich nicht auf eine Debatte mit Trump einlassen. «Aber wir glauben als Friedensstifter an die Botschaft des Evangeliums.»

«Weiterhin entschieden gegen den Krieg»

Diese Botschaft sollte nicht missbraucht werden, «wie es manche tun», so der erste US-Amerikaner im Papstamt. «Ich spreche mich weiterhin entschieden gegen den Krieg aus, setze mich für Frieden ein und fördere Dialog und Multilateralismus mit Staaten, um Lösungen für Probleme zu finden.» Zu viele Menschen müssten heute leiden, zu viele Unschuldige würden getötet. «Ich glaube, jemand muss aufstehen und sagen, dass es einen besseren Weg gibt», unterstrich Leo XIV.

«Wir versuchen stets, Kriege zu beenden und Frieden und Versöhnung zu fördern.»

Seine Botschaft sei immer gewesen, den Frieden zu fördern, erklärte das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken. Dies sage er allen Staats- und Regierungschefs der Welt, nicht nur Trump. «Wir versuchen stets, Kriege zu beenden und Frieden und Versöhnung zu fördern.» Er werde dies auch weiterhin tun, bekräftigte der Papst.

Bei seiner Ankunft auf dem Flughafen von Algier wurde der Papst bei regnerischem Wetter vom algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune mit militärischen Ehren begrüßt. Anschließend war ein Treffen mit Regierungsvertretern, Diplomaten und Mitgliedern der Zivilgesellschaft vorgesehen.

Gemeinsamkeitvon Christen un Muslimen betont

Papst Leo XIV. hat zum Auftakt seiner Afrikareise die Gemeinsamkeit von Muslimen und Christen im Glauben an den einen Gott betont. In einer Ansprache an Vertreter von Regierung, Diplomatie und Zivilgesellschaft sagte er am Montag in Algier: «Wir sind Brüder und Schwestern, weil wir denselben Vater im Himmel haben.»

Papst Leo XIV. hilft am 13. April 2026 beim Niederlegen eines Kranzes am Märtyrerdenkmal "Maqam Echahid" in Algier (Algerien).
Papst Leo XIV. hilft am 13. April 2026 beim Niederlegen eines Kranzes am Märtyrerdenkmal "Maqam Echahid" in Algier (Algerien).

Weiter sagte der Papst in seiner auf Englisch gehaltenen und ins Arabische übersetzten Rede: «In einer Welt voller Konflikte und Missverständnisse wollen wir einander begegnen und versuchen, einander zu verstehen, in der Erkenntnis, dass wir eine einzige Familie sind! Heute ist dieses einfache Bewusstsein der Schlüssel, um viele verschlossene Türen zu öffnen.» Er unternehme seine Reise als «Zeuge des Friedens und der Hoffnung, nach denen sich die Welt zutiefst sehnt».

Algerisches Volk gelobt

Der Papst, der vor seiner Wahl bereits zweimal Algerien bereist hatte, lobte das algerische Volk für seine Gastfreundschaft, die tief in der arabischen und in der berberischen Kultur verwurzelt sei.

Zugleich betonte er die Tugenden der Barmherzigkeit und des Gerechtigkeitssinns. «Ungerecht ist, wer Reichtümer anhäuft und anderen gegenüber gleichgültig bleibt», erklärte er. «Eine Religion ohne Barmherzigkeit und ein gesellschaftliches Leben ohne Solidarität sind in den Augen Gottes ein Skandal.»

Kritik am Neokolonialismus

Der Papst fuhr fort mit einer Kritik an den wirtschaftlichen Grossmächten der Gegenwart: «Viele Gesellschaften, die sich für fortschrittlich halten, stürzen immer tiefer in Ungleichheit und Ausgrenzung», so Leo XIV. «Die Menschen und Organisationen, die über andere herrschen – das weiss Afrika nur zu gut -, zerstören die Welt, die der Allerhöchste erschaffen hat, damit wir zusammenleben.» Er kritisierte «fortwährende Verstöße gegen das Völkerrecht und neokoloniale Versuchungen» in der Gegenwart.

Die Verantwortlichen seien «nicht dazu bestimmt, zu beherrschen, sondern dem Volk und seiner Entwicklung zu dienen». Politisches Handeln haba seinen Maßstab also in der Gerechtigkeit, ohne die es keinen wahren Frieden gebe. «Es findet seinen Ausdruck in der Förderung gerechter und würdiger Lebensbedingungen für alle.» Dazu wolle die katholische Kirche beitragen, so der Papst.

Anzeige ↓ Anzeige ↑

«Lasst uns die Oasen des Friedens vermehren, die Ursachen der Verzweiflung anprangern und beseitigen, gehen wir gegen diejenigen vor, die aus dem Unglück anderer Profit schlagen!», sagte Leo XIV. «Denn die Gewinne derer, die mit dem menschlichen Leben spekulieren, dessen Würde unantastbar ist, sind unrechtmässig.»


Papst Leo XIV. trifft am 13. April 2026 am internationalen Flughafen Houari Boumédiène in Algier (Algerien) ein. | © KNA
13. April 2026 | 14:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!