Heiner Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Teil der katholischen Bischöfe, die an die G-7-Staaten einen Appell richten
Vatikan

Papst ernennt Heiner Wilmer zum Bischof von Münster

Erst kürzlich ist Heiner Wilmer zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Nun übernimmt der bisherige Hildesheimer Bischof das mitgliederstärkste deutsche Bistum.

(KNA) Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer (64), wird neuer Bischof von Münster. Papst Leo XIV. ernannte den bisherigen Hildesheimer Bischof am Donnerstag zum Chef des mitgliederstärksten katholischen Bistums in Deutschland. Das gab der Münsteraner Dompropst Hans-Bernd Köppen am Mittag bekannt. Wann Wilmer sein neues Amt antritt, ist noch unklar. Üblicherweise dauert es nur wenige Monate von der Ernennung bis zur Amtsergreifung.

Bis dahin bleibt Wilmer Bischof von Hildesheim. Nach seinem Wechsel zu Münster beginnt im Bistum Hildesheim die Zeit der «Sedisvakanz». Der lateinische Begriff deutet auf den leeren Bischofsstuhl hin. Bis der wieder besetzt ist, könnte es ein gutes Jahr dauern.

Wilmer steht erst seit wenigen Wochen an der Spitze der katholischen Kirche in Deutschland: Die Bischöfe wählten ihn am 24. Februar zu ihrem Vorsitzenden. In Münster folgt er nun auf Felix Genn, der im März 2025 altersbedingt zurückgetreten war.

Als Lehrer in der New Yorker Bronx

Wilmer trat mit 19 Jahren in den Orden der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer) ein. Der promovierte Theologe arbeitete zeitweise als Lehrer in der New Yorker Bronx, leitete später das ordenseigene Gymnasium in Handrup (Emsland) und wurde 2007 Provinzial der deutschen Ordensprovinz.

2015 wechselte er nach Rom, wo er als Generaloberer die weltweite Leitung des Ordens übernahm und enge Kontakte in den Vatikan knüpfte. Seit 2018 leitet der Ordensmann aus dem Emsland das Bistum Hildesheim.

Über Krisen und Reformen

Als Vorsitzender der Bischofskonferenz zeigte sich Wilmer zuletzt tief besorgt wegen des amerikanisch-israelischen Angriffs auf den Iran. Gesellschaftspolitisch rief er zum Schutz der Demokratie auf und warnte vor einer Wahl der AfD. Innerkirchlich sprach er sich für Reformen, jedoch gegen einen deutschen Sonderweg aus. Er machte sich zudem für den Fortbestand des Fonds Sexueller Missbrauch stark.

Wilmer gilt einerseits als Befürworter von Reformen in der Kirche. Beim nationalen Reformprozess Synodaler Weg votierte er in allen namentlichen Abstimmungen mit Ja – etwa zur Öffnung des Diakonats für Frauen, zur Prüfung einer Lockerung des Zölibats und zu Segensfeiern für homosexuelle Paare.

Andererseits setzt er sich stark für eine Rückbesinnung auf biblische Werte und für das Thema Evangelisierung ein, das vor allem konservativen Bischöfen wichtig ist. Reformen müssten sich im Rahmen des Kirchenrechts bewegen und in Einheit mit der Weltkirche erfolgen, betonte Wilmer in Würzburg. Viele sehen ihn daher als Vermittler zwischen konservativen und reformorientierten Bischöfen, die seit Jahren in Deutschland miteinander streiten.

An der Spitze von 1,59 Millionen Katholiken

Im Bistum Münster steht Wilmer künftig an der Spitze von rund 1,59 Millionen Katholiken. Im Bistum Hildesheim leben knapp 500’000 Menschen, die der katholischen Kirche angehören. Münster ist das mitgliederstärkste deutsche Bistum vor Köln (1,58 Mio.), Rottenburg-Stuttgart (1,53 Mio.), Freiburg (1,51 Mio.) und München-Freising (1,38 Mio.).

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Heiner Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Teil der katholischen Bischöfe, die an die G-7-Staaten einen Appell richten | © Julia Steinbrecht/KNA
26. März 2026 | 14:00
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