Forscherin weist Existenz verschollener Werke Michelangelos nach
Vor seinem Tod liess Renaissance-Maler Michelangelo einen Teil seines künstlerischen Nachlasses nicht verbrennen, sondern verstecken. Dies fand eine Forscherin heraus. Die Suche nach den Werken hat begonnen. Und nicht nur das: Auch die Reinigung des «Jüngsten Gerichts» von Michelangelo in der Sixtinische Kapelle ist gestartet.
Ludwig Ring-Eifel
(CIC) Von Michelangelo Buonarotti (1475-1564) existieren offenbar noch zahlreiche Werke, von denen bislang vermutet wurde, er habe sie kurz vor seinem Tod vernichtet.
Wie die italienische Tageszeitung «Messaggero» jüngst berichtete, hat die italienische Privatgelehrte Valentina Salerno Nachweise für die Existenz dieses versteckten Nachlasses in Archiven entdeckt. Eine mutmasslich aus diesem Fundus stammende Fuss-Skizze Michelangelos war vor zwei Wochen in London bei Christie`s für umgerechnet 23 Millionen Euro versteigert worden.
An einem geheimen Ort versteckt
Dem Bericht zufolge konnte Salerno nachweisen, dass Michelangelo kurz vor seinem Tod in seiner römischen Wohnung seine engsten Schüler anwies, Hunderte von Skizzen, Wachsabdrücken und Entwürfen an einem geheimen Ort zu verstecken.
Von dort gelangten sie später über unterschiedlichste Kanäle zu ihren heutigen Besitzern. Etwa 20 dieser Kunstwerke seien seither identifiziert worden. Der Vatikan hat dem Bericht zufolge bereits im Frühjahr 2025 ein wissenschaftliches Komitee zu dem Thema einberufen, dem Fachleute aus mehreren Ländern angehören.
Derweil hat die umfangreiche Reinigung des berühmten «Jüngsten Gerichts» in der Sixtinischen Kapelle hat begonnen. Das teilten die Vatikanischen Museen am Montag mit. Die Restaurierungsarbeiten an Michelangelos Meisterwerk sollen bis Ostern abgeschlossen sein. Die letzte Reinigung des Freskos, das die gesamte Altarwand der Kapelle einnimmt, liegt rund 30 Jahre zurück. Anfang des Monats war mit dem Aufbau des für die Arbeiten benötigten Gerüsts begonnen worden. Es wird bedeckt von einer Plane, die eine Abbildung des Werkes zeigt. Die «Sixtina» bleibt während der Restaurierung für Besucher geöffnet. Die Reinigung sei notwendig geworden, weil sich ein weisslicher Schleier auf das Wandgemälde gelegt habe, so der Chef-Restaurator Paolo Violini. Diese durch Mikropartikel verursachte Patina habe die Hell-Dunkel-Kontraste und somit auch die Lesbarkeit des Freskos abgeschwächt. (CIC) Reinigung des «Jüngsten Gerichts» begonnen
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