«Saatgutvielfalt ist die beste Versicherung gegen Hunger »
Unter dem Titel «Zukunft säen» thematisieren das römisch-katholische Hilfswerk Fastenaktion und das Hilfswerk der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz während der Fastenzeit die Saatgutvielfalt.
Stefan Betschon
Wer essen will, muss ernten. Wer ernten will, muss säen. Für die Aussaat braucht es Saatgut, und dieses Gut will gehegt und gepflegt werden.
Doch es steht nicht gut, um dieses Gut. Denn oftmals verhindern kurzfristige Profitinteressen die längerfristige Ernährungssicherheit. Deshalb haben das römisch-katholische Hilfswerk Fastenaktion und das Hilfswerk der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (Heks) die Saatgutvielfalt zum Thema der diesjährigen ökumenischen Kampagne gemacht. Die Kampagne beginnt am 18. Februar und dauert bis 5. April 2026.
«Gefährliche Verarmung»
Die Kampagne von Fastenaktion und Heks fordert ein Recht auf Saatgut. Das sei die Grundlage für ein Recht auf Nahrung, erklärt die Medienmitteilung. Das Recht auf Saatgut wird durch die wirtschaftliche Dynamik des Saatgutmarktes gefährdet.
«Strenge Sortenschutzgesetze und neue gentechnische Züchtungsmethoden» – so die Medienmitteilung – «schränken vielerorts die bewährte und Jahrhunderte alte Praxis ein, Saatgut aus eigener Ernte weiterzuverwenden, zu tauschen oder zu verkaufen». Doch: «Wer Bäuerinnen und Bauern das Recht auf eigenes Saatgut nimmt, gefährdet ihre Existenz und unsere gemeinsame Zukunft.»
Laut Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO sind in den letzten 100 Jahren weltweit über 75 Prozent der Nutzpflanzen verloren gegangen. In Europa sind es über 90 Prozent. Heute liefern nur noch wenige Sorten Reis, Mais und Weizen die Hälfte aller pflanzenbasierten Kalorien. Andere Arten werden vernachlässigt. Das sei eine «gefährliche Verarmung», schreiben Fastenaktion und Heks in ihrer Medienmitteilung: «Das macht Ernährungssysteme anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels und für Schädlinge».
Weiterbildung
Mit ihrer Kampagne möchten Fastenaktion und Heks Bäuerinnen und Bauern in Afrika, Asien und Lateinamerika helfen, lokale Saatgutsysteme zu schützen. Darüber hinaus geht es darum, den Menschen in der Schweiz die globalen Zusammenhänge unseres Ernährungssystems zu erklären. Denn: «Saatgutvielfalt ist die beste Versicherung gegen Hunger und die Folgen des Klimawandels.»
Am 14. März 2026 findet ein nationaler Aktionstag für das Recht auf Nahrung statt.
Hier geht es zur › Bestellung einzelner Beiträge von kath.ch.




