Gemeindevorstand gibt Kloster Ilanz grünes Licht für Zukunftsprojekt
Vergangenen November gab die Leitung des Dominikanerinnen-Klosters in Ilanz bekannt, den Verkauf der Klosteranlage anzustreben. Grund: Mit steigendem Durchschnittsalter und sinkender Zahl an Ordensschwestern steht die Klosterleitung vor grossen Herausforderungen. Den noch rund 60 Schwestern im Mutterhaus will man trotz sinkender Einnahmen einen würdigen Lebensabend bescheren. Eine Herkulesaufgabe.
Wolfgang Holz
Nun ist das Kloster in seiner Zukunftsplanung einen wichtigen Schritt weitergekommen. Die Leitung des Klosters Ilanz ist erfreut, dass das Projekt «Zukunft Kloster Ilanz» auf positive Resonanz beim Gemeindevorstand Ilanz/Glion gestossen ist, wie das Kloster Ilanz in einem Communiqué schreibt.
Rückendeckung bestärke die Klosterleitung
«Mit seinem aktuellen Beschluss, unserem Antrag auf Einleitung der Teilzonenplanrevision stattzugeben, zeigt der Gemeindevorstand: Er steht voll hinter unserem Bestreben, das Kloster Ilanz als geistliche und kulturelle Stätte in der Surselva zu erhalten, auch wenn wir Dominikanerinnen irgendwann nicht mehr da sind», resümiert Sr. Annemarie Müller.
Sie ist Generalpriorin und Stiftungsratspräsidentin des Klosters Ilanz. Diese Rückendeckung bestärke die Klosterleitung, weiter mutig über die Zukunft des Klosters Ilanz nachzudenken – und das Gespräch mit möglichen Interessenten zu suchen.
«Jeder versteht, dass wir enorme Herausforderungen bewältigen müssen. Hier geht eine Ära zu Ende.»
Anfang Jahr waren die unmittelbaren Nachbarn zum Austausch im Kloster Ilanz eingeladen, berichtet Geschäftsführerin Caroline Schweisgut. Das wohlwollende Interesse an der Entwicklung des Klosters sei weithin spürbar: «Jeder versteht, dass wir enorme Herausforderungen bewältigen müssen. Hier geht eine Ära zu Ende. Aber, und das höre ich in jedem Gespräch: Es ist auch eine Riesenchance!»
Konkrete Ergebnisse nicht vor 2028
Die Vision der Verantwortlichen ist die gemeinschaftsorientierte Um- und Neunutzung des Klosterareals innerhalb der bestehenden, weithin denkmalgeschützten Gebäudehülle.
Doch noch gibt es keinen konkreten Investor, wie vom Kloster zu erfahren ist. Das sei auch noch viel zu früh, weil man ja erst am Anfang stehe. Bewerbungsdossiers seien noch nicht erstellt worden. «Wir rechnen nicht vor 2028 mit konkreten Ergebnissen», so Sandra Koch Gross von der Medienstelle gegenüber kath.ch. Zuerst müsse die Teilzonenplanrevision von allen Seiten genehmigt werden. Nicht zuletzt vom Stimmvolk.
Areal mit viel Potenzial
Das Areal bietet laut Stiftung viel Potenzial: etwa für gemeinschaftliches Wohnen, für günstige Studios, für hochwertigen Wohnraum und bezahlbare altersgerechte Wohnungen, für Büros, Praxisräume und Ateliers. Zudem eine gute Bausubstanz, eine flexible Nutzung sowie die Lage oberhalb der «ersten Stadt am Rhein». «Wir sind nun sehr gespannt, wann und wie sich der Kanton Graubünden dazu äussert», so die Generalpriorin.
Das Kloster Ilanz wurde bis 1975 in einer «Zone für öffentliche Bauten und Anlagen» oberhalb Ilanz für rund 200 Schwestern errichtet. Die Klosterleitung steht nun vor grossen Herausforderungen: Sie will den verbleibenden knapp 60 Schwestern im Mutterhaus in Ilanz einen würdigen Lebensabend sichern. Und zugleich muss sie den grosszügigen Gebäudekomplex erhalten und wirtschaftlich sinnvoll nutzen – bei zurückgehenden Einnahmen.
Erst vor kurzem konnte Schwester Geresina im Kloster ihren 100. Geburtstag feiern – sie ist damit die älteste Ordensfrau im Kloster Ilanz.
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