Alle Staatshäupter dürfen den Papst besuchen – auch Emmanuel Macron
Medienberichte über eine angebliche Verweigerung einer Audienz für Frankreichs Präsident Emmanuel Macron durch Papst Leo XIV. haben für Wirbel gesorgt. Nun ist der Vatikan zurückgerudert.
(KNA) Der Vatikan hat einen Medienbericht dementiert, wonach Papst Leo XIV. Frankreichs Präsident Emanuel Macron eine Audienz verweigert habe. Vatikansprecher Matteo Bruni teilte mit, die von einigen Medien dem Vatikan-Archivar Giovanni Cesare Pagazzi (60) zugeschriebenen Äusserungen zu diesem Thema habe es nicht gegeben.
Medien hatten unter Berufung auf Erzbischof Pagazzi sowie auf anonyme Quellen im vatikanischen Staatssekretariat berichtet, Leo XIV. habe persönlich angeordnet, Macron eine Audienz im Vatikan zu abzulehnen.
Bruni fügte hinzu, die Behauptung sei über einen Account verbreitet worden, der nach seinen Informationen auch in der Vergangenheit falsche Behauptungen über die frühere französische Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Florence Mangin, veröffentlicht habe.
Gerüchtehalber hatte es zuvor geheissen: Hauptgrund für die Audienszverweigerung sei die Haltung des Franzosen bei den Themen Abtreibung und Sterbehilfe gewesen. Das französische Parlament hatte auf Betreiben Macrons im März 2024 ein «Recht auf Abtreibung» als Grundrecht in die französische Verfassung aufgenommen. In der derzeit noch anhaltenden politischen Debatte um eine Legalisierung der Sterbehilfe setzt sich Macron massiv für eine Liberalisierung ein.
Aus Vatikan-Kreisen hiess es zudem, es sei für Päpste nicht denkbar, das Audienzgesuch eines Staatsoberhaupts abzulehnen. Der Heilige Stuhl weise aus Prinzip niemanden ab. In der Vergangenheit habe dies selbst für international geächtete Diktatoren gegolten.
Hier geht es zur › Bestellung einzelner Beiträge von kath.ch.




