Pfarrer Reto Kaufmann segnet die Franziskus- und Klara-Ikone
Schweiz

Geschwisterlichkeit und Frieden – Segnung der Ikone von Franz und Klara von Assisi

Am Samstag hat der Zuger Pfarrer Reto Kaufmann die neue Ikone der beiden Heiligen von Assisi gesegnet. Sie soll als Wanderikone in der Region Zug «spirituelle Verbundenheit» schenken und mit dem göttlichen Geheimnis verbinden – anlässlich des 800-Jahr-Jubiläums.

Regula Pfeifer

Gegen 200 Menschen haben sich am Samstagabend eingefunden in der modernen, halbrunden Kirche St. Johannes in Zug. Erstaunlich viele angesichts der Lage im Nirgendwo an einer Endhaltestelle der Stadt. Mehrere Seelsorgende des Pastoralraums Zug-Walchwil und Ministrierende waren im Halbrund im Chorraum vereint.

Gläubige im Gottesdienst in St. Johannes Zug
Gläubige im Gottesdienst in St. Johannes Zug

Es war ein besonderer Gottesdienst. An diesem Abend wurde die neue Ikone von Franz und Klara gesegnet. Diese hat die Ikonenschreiberin Janina Zang im Auftrag für das 800-Jahr-Jubiläum der Heiligen von Assisi kreiert. Ikonenschreiben sei spirituelle Praxis, ein Gebet, sagte Gemeindeleiter Bernhard Lenfers Grünenfelder im Gottesdienst.

Spirituelle Verbundenheit

«Die Ikone wird durch den Pastoralraum wandern und uns soziale und spirituelle Verbundenheit schenken», so Lenfers. «Gemeinschaften, Nachbarschaften, Missionen, Pfarreien werfen den Blick auf sie, vereint und spirituell. Durch die Ikone verbinden wir uns mit dem göttlichen Geheimnis. Das ist wunderbar. Und das ist ein Grund, zum Loben und Singen.»

Gemeindeleiter Bernhard Lenferes Grünenfelder begleitet den Gesang mit Gitarre.
Gemeindeleiter Bernhard Lenferes Grünenfelder begleitet den Gesang mit Gitarre.

Sonnengesang und Taizé-Lieder

Darauf folgte «Laudate sì», der Sonnengesang des Franziskus, an dem sich die Anwesenden engagiert beteiligen. Später kamen Taizé-Lieder, «Gloria», «Ubi caritas» und gegen Schluss «Meine Hoffnung und meine Freude». Lenfers nahm die Gitarre und begleitete singend hinter dem Altar. Die Stimmung löste sich, als ob alle um ein Lagerfeuer sässen.

Franz und Klara und ihre Anliegen schienen in der Messe immer wieder auf. «Gott, wir verehren dich auf vielerlei Art und Weise. Du offenbarst dich überall da, wo Menschen, Tiere und Pflanzen zusammenleben als Gemeinschaft», sagte der Zuger Pfarrer und Pastoralraumleiter Reto Kaufmann.

Und weiter: «Gott, wir danken dir für dein Sein, dein Dasein. Und wir bitten dich: Heilige uns durch die Weihe dieser besonderen Ikone, verbinde Räume und Religionen in Geschwisterlichkeit. Stärke uns auf dem Weg des Friedens. Und inspiriere uns Lebende durch Franziskus und Klara (…) hier, heute in diesem Gottesdienst und alle Tage bis in Ewigkeit.»

Janina Zang trug ihre Ikone beim Einzug mit.
Janina Zang trug ihre Ikone beim Einzug mit.

Die Ikone stand während dem Gottesdienst zuvorderst auf dem Altar – auf die Gläubigen hin gerichtet. Zuvor, beim Einzug der Seelsorgenden und Ministrierenden war auch die Ikone dabei – gehalten von der Ikonografin Janina Zang, in derselben Reihe, wie die Bibel in den Kirchenraum getragen wurde.

Der Gottesdienst stand gleichzeitig im Zeichen der Geschwisterlichkeit, ebenfalls symbolisiert durch die einander zugewandten Heiligen. An der Liturgie beteiligten sich der kroatische Ordensmann Pater Vine Ledusic – Leiter der kroatischsprachigen Seelsorge in den Kantonen Zug, Schwyz und Uri -, der ukrainisch-katholische Priester Ivan Machuzhak sowie der in der Region tätige englischsprachige Pfarrer Kurt Schaller. Sie sprachen in ihrer jeweiligen Sprache. Besonders gut vernehmbar waren die Antworten einer kroatisch sprechenden Gruppe.

Der ukrainisch-katholische Priester Ivan Machuzhak
Der ukrainisch-katholische Priester Ivan Machuzhak

Zentrales Anliegen der Messe war auch das verwandte Thema Frieden. Nach seiner Predigt lud Lenfers zu einer kurzen Besinnung ein zur Frage, wo es gerade Frieden braucht, wo Gott gerade nötig sei.

Etwa in der Mitte des Gottesdienstes erfolgte die Ikonenweihe. Diese wurde eingeleitet mit Worten der Seelsorgenden, auf welche die Gemeinde vielsprachig mit dem Gebet «Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist…» antwortete.

Der Zuger Pfarrer Reto Kaufmann beweihräuchert die Ikone.
Der Zuger Pfarrer Reto Kaufmann beweihräuchert die Ikone.

Danach stellten Ministrierende ein kleines Weihrauchgefäss vor die Ikone, Pfarrer Reto Kaufmann trat davor, zeichnete mit seinem Daumen das Kreuz auf die Ikone, erst oben, dann links und dann rechts und sprach: «Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes». Schliesslich nahm er das Weihrauchgefäss und schwenkte es zur Ikone hin.

Es folgte das «Gebet für Zug», das sie Gemeinde als Fürbitte gemeinsam sprach. Laut Messeflyer ist dieses am Gebet der Vereinten Nationen inspiriert. Die Mitbetenden bekannten sich zur ihrer Mitverantwortung mit den Worten: «Wir alle machen aus unserer Heimat einen Ort des Friedens und der Lebendigkeit, einen Platz der Gastfreundschaft und der Geschwisterlichkeit, einen Raum für Gerechtigkeit, Glaube, Hoffnung und Liebe.» Auf die Fürsprache der Heiligen Franziskus und Klara baten die Anwesenden Gott um die Kraft, dies zu realisieren.

Pastoralraumleiterin Gabi Wyss (l.)
Pastoralraumleiterin Gabi Wyss (l.)

Auch an der Eucharistie beteiligten sich die verschiedensprachigen Seelsorgenden. Danach trat mit Gabi Wyss eine Frau an den Altar und lud alle zum «Vater unser» ein. Wyss leitet gemeinsam mit Pfarrer Reto Kaufmann den Pastoralraum Zug-Walchwil.

Nach dem Gottesdienst bildete sich vor der Ikone eine kleine Schlange von Gläubigen, die je einzeln kurz im Gebet davor verharrten. Auch Pater Vine Ledusic hielt davor inne – und machte – nach Rücksprache mit Zang – ein Foto der Ikone.

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Pfarrer Reto Kaufmann segnet die Franziskus- und Klara-Ikone | © Regula Pfeifer
19. Januar 2026 | 16:15
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