Der Apostolische Administrator Alain de Raemy leitet die Eucharistiefeier zur Eröffnung des Heiligen Jahres 2025, links von ihm Pier Giacomo Grampa, emeritierter Bischof von Lugano.
Schweiz

Administrator von Lugano – Wie die Heiligen Drei Könige neu beginnen

Alain de Raemy blickt auf das Heilige Jahr 2025 mit dem Motto «Pilger der Hoffnung» zurück. Er schreibt: Wie die Heiligen Drei Könige haben die Christinnen und Christen neue Sterne entdeckt. Und wie jene sollten sie – nach der Begegnung mit Jesus – auf anderen Wegen weitergehen.

Regula Pfeifer

«Lasst uns gemeinsam neu bei Christus beginnen», titelt Alain de Reamy seinen Rückblick auf das weltweite Heilige Jahr «Pilger der Hoffnung» 2025 (italienisch). Der Apostolische Administrator des Bistums Lugano beginnt sein Schreiben mit der Weihnachtsgeschichte – und zwar mit dem Besuch der Heiligen Drei Könige bei Jesus, Maria und Josef im Stall.

Viele Sterne entdecken

Die Drei Könige waren einem Stern gefolgt – und fanden die heilige Familie. Das sei im Heiligen Jahr ähnlich gewesen. «Das Jubiläum war in der Diözese (Lugano, Red.) eine vielfältige Gelegenheit, die vielen Sterne zu entdecken, die uns vorangehen und uns auf dem Gebiet der Diözese leiten», schreibt de Raemy.

Die Heiligen Drei Könige folgten einem Stern.
Die Heiligen Drei Könige folgten einem Stern.

Welcher Art diese Sterne sind, lässt sich aus dem Schreiben erahnen. «Die Lebendigkeit des Glaubens, die in den Bewegungen, unabhängig von ihrer Konfession oder Ausrichtung, bezeugt wird, hat die Herzen aller Teilnehmer an ihrem Jubiläum berührt», so de Raemy. Er zeigt sich überzeugt: «Auch wenn wir nicht dieselbe Sprache sprechen, verstehen wir uns, ja, wir sind alle in Christus!» Und das sei nichts anderes als die lebendige Übersetzung des Mottos von Papst Leo «in illo uno, unum». Das bedeutet: In Christus sind wir eins, obwohl wir viele und unterschiedlich sind.

Im Austausch den Glauben vertiefen

Diese Lebendigkeit des Glaubens kann laut dem Apostolischen Administrator viel Gutes bewirken. De Raemy erwähnt einen innigen Austausch unter Familien, speziell in der Trauer. Er spricht von Gruppen, die gemeinsam pilgerten und so ihren Glauben gegenseitig bestärkten. Und von Gefangenen, Kranken und älteren Menschen, die ebenfalls einbezogen gewesen seien – etwa über Radiosendungen.

«Viele hatten auch hier vor Ort die Möglichkeit, ihren Glauben zu vertiefen», sagt der zwischenzeitliche Leiter des Bistums Lugano. «Einige durch den Kontakt mit national und international bekannten christlichen Sportlern, mit Friedensstiftern, mit Missionaren aus fernen Ländern oder mit Familien, die gemeinsam mit anderen Familien unterwegs waren.»

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Das Ende des Heiligen Jahres – mit der Abschlussfeier am 28. Dezember – ist für Alain de Raemy nicht das Ende dieses Prozesses. Vielmehr findet er: «Die Heiligen Drei Könige zeigen uns den Weg: gemeinsam von Christus aus neu beginnen.» Und das geht laut de Raemy so: «Nach der aussergewöhnlichen Begegnung mit Jesus kehrten die Heiligen Drei Könige gemeinsam in ihren Alltag zurück, aber auf einem anderen Weg.» Der Grund war: Sie waren im Traum gewarnt worden, nicht zu Herodes zurückzukehren.

Andere Wege finden

«Auch wir müssen jetzt andere Wege finden, um die Liebe Jesu zum Ausdruck zu bringen, die mit nichts anderem vergleichbar ist», so der Apostolische Administrator von Lugano. «Für eine solche Liebe gibt es nicht nur einen einzigen Weg», sondern viele mögliche. «Aber wenn Solidarität und Einheit fehlen, wird es keine Liebe geben», ermahnt de Raemy und verweist auf Jesu Worte: «Seid eins».


Der Apostolische Administrator Alain de Raemy leitet die Eucharistiefeier zur Eröffnung des Heiligen Jahres 2025, links von ihm Pier Giacomo Grampa, emeritierter Bischof von Lugano. | © Bistum Lugano/zVg
25. Dezember 2025 | 12:00
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