Kampfwahl in Menziken-Reinach: Einheimische und zugewanderte Kandidaten treten an
Die Kirchenpflege der Aargauer Kirchgemeinde Menziken-Reinach wird von sechs auf zehn Mitglieder aufgestockt. Nun hat der von der Landeskirche eingesetzte Sachwalter die Kandidatinnen und Kandidaten für die Ergänzungswahlen vom 30. November offiziell bekanntgegeben. Es sind doppelt so viele Personen wie Sitze.
Barbara Ludwig
Am 30. November finden die Ergänzungswahlen für die Kirchenpflege der Kirchgemeinde Menziken-Reinach statt. Die Behörde soll nach einem Beschluss der Kirchgemeinde künftig zehn Mitglieder umfassen statt wie bislang sechs. Es sind also vier neue Sitze zu vergeben, die Ergänzungswahlen finden an der Urne statt.
Nicht einfach, Interessierte zu finden
Oft ist es nicht einfach, Interessierte für ein Amt in einer Kirchenpflege zu finden. Anders präsentiert sich die Lage derzeit in Menziken-Reinach. Acht Personen seien für die Ergänzungswahlen offiziell nominiert, heisst es in einer Medienmitteilung von Kurt Schmid vom Donnerstag.
Schmid führt als Sachwalter im Auftrag des Kirchenrates der Katholischen Kirche im Aargau die Wahlen durch. Er war im August aufgrund eines Streits um den Termin der Kirchenpflegewahlen eingesetzt worden.
Es kandidieren demnach Anton Bättig (Menziken), Susan Feller (Menziken), Irene Fumasoli-Meier (Oberkulm), Ines Grgic (Reinach), Valter Malota (Menziken), Dila Nikolla (Menziken), Markus Rötheli (Menziken) und Margrit Schalch (Menziken).
Ältere einheimische Kirchbürger
Vier der acht Kandidatinnen und Kandidaten – Bättig, Fumasoli, Rötheli und Schalch – haben sich am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam der Öfffentlichkeit vorgestellt. Sie wollten dazu beitragen, die Spaltung im Pastoralraum Aargau Süd zu überwinden, hiess. Hier sorgen die Präsenz eines Priesters ohne Missio, Padre Luis Reyes, und Konflikte innerhalb der Kirchenpflege für Unruhe.
Bei Bättig, Fumasoli, Rötheli und Schalch handelt es sich um kirchlich engagierte, einheimische Kirchbürger, die teils Erfahrung in der Behördenarbeit haben – weil sie in der Vergangenheit Mitglied der Kirchenpflege oder einer politischen Behörde waren. Und sie sind – mit einer Ausnahme – im Pensionsalter.
Kroatien, Philippinen, Kosovo
Die anderen vier Kandidierenden sind bis auf Susan Feller (Jahrgang 1959) zwischen 40 und 45 Jahre alt. Es handelt sich um eine jüngere Generation. Alle haben einen Migrationshintergrund, sind jedoch teils in der Schweiz geboren.
Ines Grgic hat kroatische Wurzeln, Susann Feller philippinische, Dila Nikolla und Valter Malota haben kosovarische Wurzeln. Diese biografischen Angaben stammen von Martin Sigg, Kirchenpflegepräsident. Alle lebten seit langem in der Schweiz und verstünden Schweizerdeutsch. Sie brächten keine Behördenerfahrung mit, beteiligten sich aktiv am Leben der Kirche, so Sigg.
Laut dem Kirchenpflegepräsidenten setzen sich Grgic, Feller, Nikolla und Malota für eine Rückkehr von Padre Luis Reyes ein. Der aus Lateinamerika stammende Priester ist im Pastoralraum umstritten, das Bistum Basel will ihn nicht weiter einsetzen. «Dass Padre Luis Reyes unsere Kirchgemeinde verlassen musste, hat viele Leute mit Migrationshintergrund bitter enttäuscht», schreibt Sigg in einer Stellungnahme zur Pressekonferenz der anderen vier Kandidaten.
Ein Kandidat bei der Ersatzwahl
Bereits am 18. November findet im Rahmen der Kirchgemeindeversammlung aufgrund eines Rücktritts eine Ersatzwahl statt. Dafür hat sich bislang eine Person offiziell beworben, heisst es in der Mitteilung des Sachwalters weiter. Es handelt sich um Jorge Miguel da Silva Vila (Unterkulm), der aus Portugal stammt. An der Kirchgemeindeversammlung dürfen weitere Personen vorgeschlagen werden oder sich selbst vorschlagen, so Sachwalter Kurt Schmid.
Kandidaten der annullierten Wahl treten erneut an
Da Silva hat bereits für die Kirchenpflegewahlen Ende August kandidiert. Der Wahltermin war durch den Kirchenrat der Landeskirche annulliert worden, da vom Kirchenpflegepräsidenten Martin Sigg «eigenmächtig» festgelegt. Sigg liess die Wahlen dennoch durchführen.
Auch Susan Feller, Valter Malota und Dila Nikolla treten erneut an. Sie alle gehören der Arbeitsgruppe «Zukunft unserer Kirche» an, die Luis Reyes wegen seiner Verdienste in der Jugendarbeit zurückholen wollen. Bei der Kampfwahl zur Aufstockung der Kirchenpflege vom 30. November stossen somit sogenannt alteingesessene Kirchbürger auf solche mit ausländischen Wurzeln.
Ein allfälliger zweiter Wahlgang finde am 10./11. Januar 2026 statt, schreibt der Sachwalter.
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