Bischof Charles Morerod
Schweiz

Gegen Medienkampagne: Vatikan unterstützt Bischof Morerod bei Laienförderung

Gegen den Westschweizer Bischof Charles Morerod lief offenbar eine Medienkampagne. Dies, weil er diözesane Führungspositionen nicht mehr mit Priestern besetzt, sondern mit Laientheologinnen und -theologen. Davon berichtete Morerod anlässlich einer Pressekonferenz.

Regula Pfeifer

Bischof Charles Morerod löste im Jahr 2020 «ein kleines Erdbeben in der katholischen Kirche der Westschweiz aus». Dies, weil er damals begann, Laien an die Spitze von Diözesanregionen zu berufen – anstatt wie bisher Priester. Darüber berichtet das Westschweizer Portal cath.ch.

Der Paradigmenwechsel führte zu Protesten. In Kommentaren auf der cath.ch-Facebook-Seite beklagten demnach einige User die «Ersetzung» von Priestern durch Seelsorgende ohne Priesterweihe. Und sie sahen darin «eine gefährliche Form der Entheiligung».

Internationaler Widerstand

Auch international gab es gegen das Vorgehen Morerods Widerstand. Davon erfuhr der Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg anlässlich eines Ad-limina-Besuches der Schweizer Bischöfe in Rom, wie er vergangene Woche anlässlich einer Pressekonferenz zum Thema Laien in diözesanen Führungspositionen erklärte.

Im Dikasterium für die Glaubenslehre sei ihm mitgeteilt worden, dass er Gegenstand einer kritischen Pressekampagne gewesen sei, insbesondere in den italienischsprachigen und englischsprachigen Weltregionen, so Morerod.

Nuntiaturen sollen Klarstellungen vornehmen

Doch das Dikasterium habe ihm sogleich aktive Unterstützung versichert. Der Zuständige habe ihm gesagt, es würden falsche Gerüchte über seine Arbeit verbreitet. Das Dikasterium habe darauf in einem Brief an die Nuntiaturen gebeten, diese Gerüchte zu dementieren und Klarstellungen vorzunehmen.

Der Theologe Philippe Becquart, die Bischöfliche Delegierte Aurelia Dénervaud-Pellizzari und Bischof Charles Morerod an der Pressekonferenz am Bistumssitz.
Der Theologe Philippe Becquart, die Bischöfliche Delegierte Aurelia Dénervaud-Pellizzari und Bischof Charles Morerod an der Pressekonferenz am Bistumssitz.

Vom Dikasterium erhielt Morerod sogar die Erlaubnis, Laien an der Spitze der Diözese unter bestimmten Voraussetzungen sogar «Vikare» zu nennen, wie cath.ch berichtet. Doch das habe er nicht getan, da «die Erklärung dafür zu kompliziert gewesen wäre».

«Wir befinden uns noch in einer Art Anlaufphase, auch wenn sich bereits viele positive Aspekte abzeichnen.»

Zur aktuellen Situation von Laien in Leitungspositionen sagt Morerod:  «Wir befinden uns noch in einer Art Anlaufphase, auch wenn sich bereits viele positive Aspekte abzeichnen. Und wir sprechen hier von fünf Diözesanregionen, das ist also ziemlich vielfältig.» Die Arbeit werde jedenfalls «gut gemacht».

Den Priestern, die zuvor in Führungspositionen tätig waren, hat Morerod geraten, dank ihrer Managementerfahrung an ihren neuen Wirkungsorten «lebendige Zentren zu entwickeln».

Die neuen Laienverantwortlichen stossen laut dem Bischof in der Bevölkerung auf «recht breite Zustimmung». Wobei jede Neuerung eine gewisse Zeit brauche, bis sich die Menschen daran gewöhnt hätten.

Laienberufung als allgemeine Tendenz

Er weist darauf hin, dass in den letzten Jahren auch in Rom oft Laien – darunter Frauen – in Führungspositionen berufen worden seien. «Wir befinden uns also nicht in einer völlig neuen Situation, sondern in einer allgemeinen Bewegung innerhalb der Kirche.»

Ausserdem hätten etwa zeitgleich mit ihm Bischöfe in französischen Diözesen angefangen, Frauen in Führungspositionen zu berufen. Das habe er allerdings erst später erfahren. Ausserdem habe er einige Kontakte zu französischen Diözesen gehabt, die mehr darüber wissen wollten. Das beweist für Morerod, dass er nicht gegen den Strom der Geschichte anschwimme.

Kürzlich hat der Bischof erneut Personen ohne Priesterweihe in eine Führungsposition berufen. Die Freiburgerin Aurelia Dénervaud-Pellizzari ist die neue Bischöfliche Beauftragte für die französischsprachige Bistumsregion Freiburg, der aus Frankreich stammende Theologe Philippe Becquart ihr Stellvertreter. Die beiden bestätigen an der Pressekonferenz die aktuellen Veränderungen. Bei einer Kirche im Wandel müssten auch die Strukturen angepasst werden, sagt Dénervaud-Pellizzari.

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Bischof Charles Morerod | © Bernard Hallet
7. Oktober 2025 | 12:00
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