Kardinal Kurt Koch
Vatikan

Kardinal Koch: «Pro Oriente» ist wichtiger Impulsgeber für Ökumene

Als einen wichtigen Impulsgeber für die Ökumene hat Kurienkardinal Kurt Koch die Wiener Stiftung «Pro Oriente» gewürdigt. Die Dialogarbeit der auf Kardinal Franz König zurückgehenden Stiftung könne im Bereich der informellen Dialoge und ökumenischen Projekte vieles tun und in Gang setzeni. Sagts und lobt den Papst für seine «Christozentrik».

(KAP/KNA) Das betonte Koch bei einer Begegnung mit österreichischen Medienschaffenden und diözesanen Presseverantwortlichen jüngst in Rom. «Pro Oriente» sei «so etwas wie Johannes der Täufer: ein Vorläufer, der vieles tut, eröffnet und vorwegnimmt», bemühte Koch einen biblischen Vergleich.

Der ehemalige Erzbischof von Wien, Kardinal Franz König, im Jahr 1990.
Der ehemalige Erzbischof von Wien, Kardinal Franz König, im Jahr 1990.

Die Stiftung «Pro Oriente» wurde 1964 noch während des Zweiten Vatikanischen Konzils vom damaligen Wiener Erzbischof Kardinal Franz König gegründet. Sie hat ihren Sitz in Wien. Ziel der Tätigkeit ist die Förderung der ökumenischen Dialoge zwischen den Kirchen des Ostens und des Westens.

«Lagerbildungen»

Angesichts sich verschärfender «Lagerbildungen» auch in der Ökumene sowie zeitweise ausgesetzter Dialoge etwa mit der russisch-orthodoxen Kirche im Zuge des Ukraine-Krieges seien Dialoge und Begegnungen auf stärker informeller Ebene wie jene von «Pro Oriente» wichtiger denn je, führte Koch aus. Es sei mancherorts eine gewisse «Resignation» in der Ökumene zu spüren – diese werde sich voraussichtlich weniger durch theologische Argumente als vielmehr durch Begegnungen und neu wachsendes Vertrauen auflösen lassen.

1700 Jahre Konzil von Nizäa

Als sehr positiv für die Ökumene bewertete Kardinal Koch zudem das diesjährige 1700-Jahr-Jubiläum des Konzils von Nizäa. Er sei überrascht vom grossen Interesse und den zahlreichen Kongressen und Initiativen dazu.

Kaiser Konstantin (Mitte) leitete das Konzil von Nizäa (325)
Kaiser Konstantin (Mitte) leitete das Konzil von Nizäa (325)

«Wir brauchen dringend ein gemeinsames Osterdatum, freilich aber nicht um den Preis von Spaltungen.»

Was die Christenheit 325 beim ersten Konzil als gemeinsames Bekenntnis formuliert habe, «ist ungebrochen aktuell» und sei die Basis für alle christlichen Kirchen und Gemeinschaften. Es wäre wünschenswert, dass das Glaubensbekenntnis von Nizäa auch in katholischen Gottesdiensten öfters gebetet wird, «weil es wirklich alle Christen verbindet», so der Kardinal im Gespräch mit den kirchlichen Medienverantwortlichen aus Österreich.

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«Wir brauchen dringend ein gemeinsames Osterdatum, freilich aber nicht um den Preis von Spaltungen», führte Koch weiter aus. Zuversichtlich zeigte sich der Kardinal hinsichtlich einer Reise des Papstes noch heuer in die Türkei anlässlich des Konzilsjubiläums, wiewohl es dafür noch keine offizielle Bestätigung seitens des Vatikans gebe.

Papst Leo XIV. trägt die Monstranz bei einer Fronleichnamsprozession am 22. Juni 2025 durch die Strassen von Rom (Italien).
Papst Leo XIV. trägt die Monstranz bei einer Fronleichnamsprozession am 22. Juni 2025 durch die Strassen von Rom (Italien).

Koch beeindruckt von Papst Leo

Der Kardinal zeigte sich auch beeindruckt von Papst Leo XIV.: Bei der Heilig-Jahr-Feier für die Kurie habe er auf dem Weg von der Aula über den Petersplatz zur Heiligen Pforte auf dem ganzen Weg das Kreuz getragen. «Ein starkes Bild für seine Aufgabe, voranzugehen und auf Christus hinzuweisen», so Koch.

«Diese Christozentrik von Papst Leo ist eine gute Wegweisung auch in die Zukunft der Ökumene.»

Direkt auf Christus verweise auch der Wahlspruch des Papstes «In dem Einen eins». Das bedeute: «Wir sind viele und verschieden, aber die Einheit finden wir in Christus.» Koch ist überzeugt: «Diese Christozentrik von Papst Leo ist eine gute Wegweisung auch in die Zukunft der Ökumene.»


Kardinal Kurt Koch | © K-TV
27. September 2025 | 16:00
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