Nach Wahltermin-Chaos in Menziken-Reinach: Bisherige Kandidaten wollen erneut antreten
Kirchenpflegepräsident Martin Sigg hat Ende August Wahlen für die Kirchenpflege durchführen lassen – trotz Annullierung des Termins durch die Landeskirche. Sigg hält an der Rechtmässigkeit dieser Wahlen fest. Gleichzeitig kündigt er an, vier der fünf bisherigen Kandidaten würden bei der vom neuen Sachwalter organisierten Wahl antreten. Ihr Ziel sei, Padre Luis Reyes zurückzuholen.
Barbara Ludwig
Ende August führte die aargauische Kirchgemeinde Menziken-Reinach Wahlen für die Kirchenpflege durch – trotz Annullierung des Wahltermins durch den Kirchenrat der Landeskirche. Dabei ging es um die Ersatzwahl eines zurückgetretenen Mitglieds und um die Besetzung von vier zusätzlichen Sitzen, da dem Gremium künftig zehn statt sechs Mitglieder angehören sollen.
Wahlergebnisse nicht im Pfarrblatt publiziert
Bei diesen aus Sicht der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau ungültigen Wahlen wurden alle fünf kandidierenden Personen gewählt: Klaudija Biljesko, Jorge Miquel da Silva Vila, Susan Feller, Valter Malota und Dila Nikolla.
Dies steht in einer Information des Wahlbüros der Kirchgemeinde Menziken-Reinach, die offenbar für die Übernahme in den «Lichtblick», das Pfarrblatt Nordwestschweiz, vorgesehen war und die kath.ch vorliegt. Man habe das Wahlresultat im «Lichtblick» publizieren wollen, bestätigt Kirchenpflegepräsident Martin Sigg auf Anfrage von kath.ch.
In der offiziellen Ausgabe Nr. 19 des Pfarrblatts sind die Wahlergebnisse allerdings nicht enthalten. Dafür eine Mitteilung von Sachwalter Kurt Schmid, den der Kirchenrat zur Durchführung neu angesetzter Kirchenpflegewahlen bestellte. Schmid legt hier die bereits mehrfach kommunizierte Position des Kirchenrates dar, wonach die Wahl vom 31. August 2025 ungültig sei und der Wahltermin habe annulliert werden müssen, da von Sigg «eigenmächtig» festgelegt.
Mit gleichen Kandidaten wieder antreten
Ausserdem informiert der befristet eingesetzte Sachwalter über den neuen Wahltermin vom 30. November. An diesem Tag werden die vier zusätzlichen Mitglieder der Kirchenpflege gewählt. Die Ersatzwahl für das zurückgetretene Mitglied findet etwas früher statt, am 18. November im Rahmen der Kirchgemeindeversammlung.
Gegenüber kath.ch sagt Martin Sigg: «Die Arbeitsgruppe ‹Zukunft der Kirche›, der ich angehöre, wehrt sich nicht gegen den neu angesetzten Wahltermin – um ein Chaos zu vermeiden. Sie beteiligt sich daran und will mit vier der fünf bisherigen Kandidaten sowie wenn möglich einer neuen Kandidatin wieder antreten.»
Umstrittenen Priester zurückholen
In dieser Arbeitsgruppe engagieren sich nebst dem Kirchenpflegepräsidenten Biliesko, da Silva, Feller, Malota und Nikolla, also die Kandidatinnen und Kandidaten der Wahl vom 31. August.
Das bestätigte Sigg noch im Vorfeld der Wahl gegenüber kath.ch, der Name dieser Gruppe stamme von ihm. Ihr Ziel sei, Padre Luis Reyes zurückzuholen wegen seiner Verdienste in der Jugendarbeit. Der in der Kirchgemeinde umstrittene Priester war bis 2024 Kaplan im Seelsorgeraum Aargau Süd, das Bistum Basel will ihn aber nicht weiter einsetzen.
Eventuell Wahlbeschwerde
Sigg sagt nun, die Ende August gewählten Personen würden aktuell nicht in der Kirchenpflege mitwirken. Den Namen der einen Person, die auf eine erneute Kandidatur verzichte, will der Kirchenpflegepräsident vorerst nicht bekanntgeben.
Die Beteiligung an der neu angesetzten Wahl bedeute nicht, dass er die Annullierung des Wahltermins akzeptiere, sagt Sigg weiter. Im Gegenteil: «Ich behalte mir vor, mit einer Wahlbeschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau die Annullierung der Wahl vom 31. August anzufechten.»
Hier geht es zur › Bestellung einzelner Beiträge von kath.ch.




