Bischof Benno Elbs zur Fürstenhochzeit: «Fest der Liebe war ein wichtiges Zeichen»
Die Fürstenhochzeit in Liechtenstein klingt noch immer nach. Wie Bischof Benno Elbs, der Apostolische Administrator des Erzbistums Vaduz, im Interview mit kath.ch erklärt, hatte er das Gefühl, dass das Brautpaar von der Zeremonie sehr berührt war. Und dass diese Hochzeit vielen Menschen im «Ländle» Freude bereitet hat.
Wolfgang Holz
Bischof Benno, Sie sagten im Vorfeld des Ereignisses der Hochzeit von Prinzessin Marie Caroline und Leopoldo Maduro Vollmer in Vaduz, Sie würden sich sehr auf diese Adelshochzeit freuen. Warum?
Bischof Benno Elbs: Eine Hochzeit ist immer etwas ganz Besonderes. Ich durfte in meinem Leben bereits zahlreiche Paare trauen – und bin dabei immer noch ein wenig aufgeregt.
«Es handelt sich um einen einzigartigen Moment, für das Brautpaar, aber auch für mich als Priester.»
Schliesslich handelt es sich um einen einzigartigen Moment, für das Brautpaar, aber auch für mich als Priester. So war es auch bei dieser fürstlichen Hochzeit. Viele haben dazu beigetragen, dass alles sehr gut verlaufen ist. Zugleich haben wir ein wahres «Fest der Liebe» gefeiert. Das mag vielleicht etwas pathetisch klingen, ist aber in einer Welt, die sich oft von einer weniger schönen Seite zeigt, ein umso wichtigeres Zeichen.
Welches war für Sie als kirchlicher Hirte der schönste Moment während der Hochzeit?
Bischof Benno: Zwei Menschen haben bei dieser Hochzeit «Ja» zueinander gesagt. Sie haben sich ihre gegenseitige Treue und Liebe versprochen. Das sind in der heutigen Zeit besonders wichtige Werte.
«Ein Paar, das so achtsam Empathie und Nächstenliebe lebt, ist ein grosses Hoffnungszeichen für mich.»
Und ein Paar, das so achtsam Empathie und Nächstenliebe lebt, ist ein grosses Hoffnungszeichen für mich. Auch das Lied nach dem Trauungssegen war für mich ein emotionaler Moment, weil es ein bewusstes Öffnen für den Segen Gottes war.
Konnten Sie als Priester auch von den Liebesgefühlen des Hochzeitspaars während der Trauung etwas wahrnehmen?
Bischof Benno: Ich hatte das Gefühl, dass das Brautpaar von der Zeremonie sehr berührt war. Prinzessin Marie Caroline und Leopoldo haben sich intensiv vorbereitet – auch spirituell. Schliesslich wurde hier nicht nur ein festlicher Akt gefeiert, sondern ein Sakrament gespendet.
«Ein Sakrament schenkt die Erfahrung der Nähe Gottes.»
Das hat für mich als Priester eine ganz besondere Bedeutung. Ein Sakrament schenkt die Erfahrung der Nähe Gottes.
War diese Hochzeit auch eine Win-Win-Situation für die katholische Kirche in Liechtenstein, die ja in den letzten Monaten nicht immer nur positive Momente erlebte?
Bischof Benno: Ich denke, diese Hochzeit hat vielen Menschen im Land Freude bereitet. Solche gemeinsamen und hoffnungsvollen Momente tun der Gesellschaft gut – und damit auch der Kirche.
Wie lange, denken Sie, werden Sie noch Apostolischer Administrator in Vaduz sein, bis ein Nachfolger von Erzbischof Haas gefunden wird?
Bischof Benno: Solange ich von Rom mit dieser Aufgabe betraut bin, werde ich sie mit Hingabe erfüllen. Wie lange meine Tätigkeit als Apostolischer Administrator dauert, liegt jedoch allein in der Verantwortung des Vatikans.
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