Sichtlich erfreut: Bischof Benno Elbs bei der Hochzeit von Prinzessin Marie Caroline, vor der Kirche vergangenen Samstag in Vaduz. Links: Vater Erbprinz Alois
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Bischof Elbs: «Grosser Respekt» und «Wertschätzung» gegenüber Fürstenfamilie

Bischof Benno Elbs trennten lange 30 Stufen von der liechtensteinischen Braut, Prinzessin Marie Caroline, die an der Hand ihres Vaters auf der angebauten Treppe zur Kathedrale hochgeführt wurde. Doch die Stimmung bei der Hochzeit der 28-Jährigen letztes Wochenende in Vaduz war herzlich und sichtlich von Nähe geprägt.

Wolfgang Holz

Die Adelshochzeit vergangenes Wochenende war für den Feldkircher Bischof ein sichtlich bewegendes Erlebnis. Seit September 2023 ist Benno Elbs Apostolischer Administrator des Erzbistums Vaduz.

Sedisvakanz im Erzbistum

Dorthin hatte ihn der mittlerweile verstorbene Papst Franziskus berufen, um die Übergangsleitung des Erzbistums Vaduz zu übernehmen. Dessen Bischofssitz ist seit dem altersbedingten Rücktritt von Erzbischof Wolfgang Haas vakant.

Strahlendes Hochzeitspaar: Prinzessin Marie Caroline und Leonardo Maduro Vollmer
Strahlendes Hochzeitspaar: Prinzessin Marie Caroline und Leonardo Maduro Vollmer

Er füllt damit die Rolle des kirchlichen Oberhauptes im «Ländle» aus. Kein leichter Job für den Feldkircher Bischof. Denn im katholischen Liechtenstein ist es durch die sehr konservative Amtsführung von Haas kirchenintern bekanntlich zu vielen Konflikten und Irritationen gekommen.

Wurde mit Trauung beauftragt

Umso erfreuter zeigte sich der Apostolische Administrator, als er damit beauftragt wurde, die Trauung der Adelshochzeit zwischen der 28-jährigen Prinzessin Marie Caroline aus dem liechtensteinischen Fürstengeschlecht und ihrem 34-jährigen Bräutigam, Leopoldo Maduro Vollmer, einem venezolanischstämmigen Investmentmanager, in der Kathedrale von Vaduz zu leiten. Elbs hätte wohl nie damit gerechnet, dass er je eine Prinzessin verheiraten wird.

Sein Strahlen auf der 30. Stufe der extra angebauten, längeren Treppe zur Kathedrale hinauf, wo er den Vater der Braut, den Erbprinzen Alois, vor der Kirche mit dessen Tochter Marie Caroline in Empfang nahm, überstrahlte fast die Sonne am Samstagmorgen in Vaduz. Marie Caroline ist das zweite von vier Kindern des Erbprinzenpaars Alois und Sophie von Liechtenstein.

Besondere Ehre und grosses Geschenk

Für ihn sei es eine besondere Ehre und ein grosses Geschenk, mit Prinzessin Marie Caroline von und zu Liechtenstein und Leopoldo Maduro Vollmer ihre kirchliche Trauung zu feiern, wie er auf Anfrage des ” Liechtensteiner Vaterland» im Vorfeld der Hochzeit erklärte.

Der Hochzeitskuss, der um die ganze Welt ging.
Der Hochzeitskuss, der um die ganze Welt ging.

 «Es erfüllt mich mit Dankbarkeit, dass mir seitens des Brautpaares und der fürstlichen Familie dieses Vertrauen entgegengebracht wird und sie mich gebeten haben, dem Trauungsgottesdienst vorzustehen.» Sein Verhältnis zur fürstlichen Familie sei geprägt von grossem Respekt und persönlicher Wertschätzung. Trotz des guten Verhältnisses sei es für ihn nicht selbstverständlich, dass er die Adelshochzeit ausrichten durfte. «Ehrlich gesagt habe ich nicht damit gerechnet.»

«Die pastorale Begleitung und die inhaltliche Vorbereitung ist im Grunde dieselbe wie bei jeder anderen Hochzeit.»

Beunruhigt zeigte sich der Bischof trotz der hochrangigen Familienangehörigen nicht – versicherte er. Auch die Vorbereitungen für die liturgische Feier seien gut verlaufen. «Die pastorale Begleitung und die inhaltliche Vorbereitung ist im Grunde dieselbe wie bei jeder anderen Hochzeit», so Elbs.

Kirche in Vaduz
Kirche in Vaduz

Es habe im Vorfeld mehrere Begegnungen sowie Gespräche zu Fragen des Ablaufes und der Liturgie gegeben. «Was diese Hochzeit von anderen unterscheidet, sind vor allem die mediale Aufmerksamkeit und das öffentliche Interesse», sagte er gegenüber dem «Liechtensteiner Vaterland».

«Heiliger Moment»

Der Höhepunkt einer jeden Hochzeit sei der Moment der Vermählung. Bischof Elbs: «Dieser Augenblick sowie der daran anschliessende feierliche Trauungssegen ist für mich bei jeder Hochzeit ein besonderer, ja heiliger Moment.» Im Sakrament der Ehe werde die Liebe Gottes zu uns Menschen sichtbar, so der Apostolische Administrator. «Auf diesen Moment freue ich mich auch bei der Trauung von Prinzessin Marie Caroline von und zu Liechtenstein und Leopoldo Maduro Vollmer ganz besonders.»

Die Hochzeitspredigt wurde allerdings nicht von Bischof gehalten. Diese Aufgabe übernahm ein Freund der Familie: Pater Martin Rauch SJ aus Wien.

Mit strahlenförmigem Diadem

Marie Caroline betrat die Kathedrale in einem eleganten weissen Kleid, aufwändig verziert mit feiner Spitze und halblangen Trompetenärmeln. Über ihren Schultern lag ein gepunkteter Tüll, während ein weiter Rock und ein langer, bestickter Schleier das Bild abrundeten. Als Kopfschmuck trug sie die sogenannte traditionsreiche Habsburg-Fringe-Tiara, ein Erbstück mit mehr als einhundertjähriger Geschichte.

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Das strahlenförmige Diadem wurde um 1890 vom Wiener Hofjuwelier Köchert gefertigt und gelangte durch Heiratsverbindungen in den Besitz des Hauses Liechtenstein. Seither wurde es bei mehreren fürstlichen Hochzeiten getragen.

Modedesignerin und Investmanager

Marie Caroline lebt und arbeitet seit Abschluss ihrer Studien in Modedesign in Paris und New York in London, wie «oe24.at» berichtet. Sie wurde zuletzt vor kurzem beim liechtensteinischen Staatsfeiertag am 15. August gemeinsam mit ihrem Verlobten öffentlich gesehen, wobei das Paar auch mit Bischof Elbs Gespräche führte.

Ihr Ehemann Leopoldo Maduro Vollmer, ein ebenfalls in London tätiger Investmentmanager venezolanischer Herkunft, studierte unter anderem im schottischen St. Andrews und in Cambridge.


Sichtlich erfreut: Bischof Benno Elbs bei der Hochzeit von Prinzessin Marie Caroline, vor der Kirche vergangenen Samstag in Vaduz. Links: Vater Erbprinz Alois | © Keystone
1. September 2025 | 17:00
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