«Marsch fürs Läbe»-Demo findet nicht in der Zürcher Innenstadt statt
Mit dem Johannes-Bibel-Spruch «Auch Du sollst leben!» ruft der Verein Marsch fürs Läbe am 20. September zum 15. Mal zu einer Pro-Life-Demonstration in Zürich auf. Die Veranstalter kritisieren, dass sie erneut nicht in der Zürcher Innenstadt demonstrieren dürfen, sondern wieder nach Zürich-Oerlikon ausweichen müssen.
(woz) Nachdem der «Marsch fürs Läbe» die letzten vier Jahre in Zürich-Oerlikon stattfand, wie die Veranstalter in einer Medienmitteilung schreiben, haben die Organisatoren in diesem Jahr eine Bewilligung für einen zentralen Standort in der Zürcher Innenstadt beantragt, um eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen.
Antrag abgelehnt aus Sicherheitsbedenken
Der Antrag wurde abgelehnt, aus Sicherheitsbedenken. «Unter anderem mit der Begründung, das Risiko für Teilnehmer und Passanten sei zu hoch und ein angemessener Polizeischutz könne nicht gewährleistet werden», heisst es in der Medienmitteilung.
Beatrice Gall, Präsidentin vom «Marsch für Läbe», ist verärgert und erklärt dazu: «Für dieses Jahr akzeptieren wir den Entscheid, dass der Marsch ein weiteres Mal in Zürich-Oerlikon stattfindet. Für das nächste Jahr fordern wir die Stadt Zürich jedoch nachdrücklich auf, uns einen zentralen Platz in der Innenstadt zur Verfügung zu stellen, wie sie dies auch für zahlreiche andere Veranstaltungen tut.»
Rund 12’000 Abtreibungen 2023
Ziel des Vereins ist es, «für die Kinder, die nicht leben dürfen» einzustehen und auf die jährlich über 12’000 Abtreibungen in der Schweiz aufmerksam zu machen. Die Organisatoren betonen: «Wir sind gegen die tödliche Gesetzeslage und gleichzeitig für das Leben von Müttern, Vätern und allen, die durch Abtreibung verstört werden.»
Die Zahl der Abtreibungen in der Schweiz insgesamt erreichte 2023 laut dem Bundesamt für Statistik ein Rekordhoch. Dabei kam es zu 12’045 Abtreibungen. Das sind um 6,2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Meiste Abbrüche in den ersten acht Wochen
Die meisten Schwangerschaftsabbrüche wurden 2023 in den ersten acht Wochen durchgeführt, und 95 Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche erfolgten vor der zwölften Schwangerschaftswoche. 81 Prozent der Schwangerschaftsabbrüche erfolgten durch Einnahme von Medikamenten, und 19 Prozent der Abbrüche durch chirurgische Intervention.
«Viele Mütter wissen nicht, dass das Herz ihres Babys am 21. Tag zu schlagen beginnt.»
Monika Hoffmann, Geschäftsführerin des «Marsch fürs Läbe», zeigt sich entschlossen: «Es beschäftigt mich, dass Abtreibung in den christlichen Gemeinden oft kein Thema ist. Viele Mütter wissen nicht, dass das Herz ihres Babys am 21. Tag zu schlagen beginnt. Bei einer Abtreibung hört es auf – bricht da nicht das Herz der Mutter?», so Hoffmann.
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